InKoMi
Analyse der Akzeptanz und Wirkung sowie des Entwicklungsbedarfs interaktiver Fremdsprachen-Kommunikationstechnik in der Arzt-Patient-Interation mit Migrant/-innen und ausländischen Patient/-innen
Projektdauer: 1.2.2011 bis 31.1.2014
Projektleitung:
Prof. Dr. Theda Borde, MPH (ASH)
Projektmitarbeiterin: Dr. Eva-Maria Beck, Dipl.-Soz. Wiss.
Abstract:
Hintergrund: Studien zur Gesundheitsversorgung zeigen, dass das medizinische Fachpersonal auf die Versorgung von Migranten/-innen und ausländischer Patienten/-innen nur unzureichend vorbereitet ist. Vor allem Sprachbarrieren können in der Arzt-Patient-Kommunikation zu Aufklärungsdefiziten und geringer Therapietreue sowie zu Fehl-, Über- und Unterversorgung führen. Auch Ärzte/-innen in Krankenhaus und Arztpraxis sind mit ihrer eigenen Versorgungsleistung bei Patienten/-innen mit ohne bzw. mit geringen Deutschkenntnissen unzufrieden. Qualifizierte Dolmetscher/-innen werden jedoch v.a. bei niedergelassenen Ärzten/-innen bei sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten nur selten hinzugezogen, da die Organisation bisher aufwändig und Finanzierungsfragen ungeklärt sind. Interaktive Kommunikationstechnik wird bisher kaum in den Prozess der medizinischen Versorgung von Migranten/-innen in Deutschland eingezogen, jedoch könnte der Einsatz einen Beitrag zur Sicherstellung der gesetzlich verankerten Aufklärungspflicht, die Stärkung der Patientenautonomie und die Versorgungs- und Behandlungszufriedenheit auf Seiten der Patienten/-innen und Ärzte/-innen beitragen.
Ziele: Mit der Studie wird das internetbasierte interaktive Übersetzungsinstrument „Lilly Translate“, das die Arzt-Patient-Kommunikation bei der Anamnese, Diagnostik und Therapie unterstützt, hinsichtlich seiner Akzeptanz und Wirkung bei Ärzten/-innen und Patienten/-innen untersucht.
Arbeitsschritte: An der Studie beteiligte Ärzte/-innen aus dem ganzen Bundesgebiet erhalten über drei Jahre standardisierte Fragebögen zur Bewertung der Akzeptanz und Wirkung des digitalen Übersetzungsinstruments in der Praxis. Darüber hinaus werden ausgewählte Ärzte/-innen und Patienten/-innen anhand leitfadengestützter Interviews zu Nutzen, Schwächen und Entwicklungsbedarf der Übersetzungssoftware befragt.
Erwartete Ergebnisse: Die bisher v.a. auf die allgemeinärztliche und Notfallversorgung ausgelegte Übersetzungssoftware wird für spezifische Fachgebiete und Krankheitsspektren insbesondere für chronische Krankheiten bedarfsgerecht weiter entwickelt. In der Studie werden darüber hinaus Möglichkeiten und Grenzen der Anwendung digitaler Übersetzungsinstrumente in der Arzt-Patient-Kommunikation im internationalen und interkulturellen erschlossen.
Mittelgeber: Lilly Deutschland
Kontakt: Prof. Theda Borde, borde(at)ash-berlin.eu
