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Was ist Ambient Assisted Living - AAL?

AAL ist ein Überbegriff für vernetzte Technologien, (Kommunikations-)Systeme und Designs mit dem Zweck, für Menschen mit Behinderungen oder ältere Menschen mehr Selbstständigkeit und eine höhere Lebensqualität in all ihren Lebensbereichen (Wohnen, Arbeiten, Mobilität, Hobbys etc.) zu schaffen.

Das Konzept des Ambient Assisted Living bewegt sich in einem Feld, das auf der einen Seite von Entwicklungen aus dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien inspiriert wird: Ambient Intelligence, Ubiquitous Computing und Smart Living sind hier die Stichworte. Auf der anderen Seite stehen Ideen aus dem Bereich des Designs, etwa das amerikanische Konzept des Universal Design bzw. das europäische Konzept des „Designs für Alle“ (Design for all).

Beispiele für AAL:

  • Praktische und zugleich schöne Designs von Bedienungsarmaturen, die nicht an Hilfsmittel denken lassen.
  • Interaktiver Wohnraum mit Bewegungssensoren, die das Bewegungsverhalten der Bewohner registrieren und zum Beispiel bei einem Sturz automatisch einen Notruf auslösen können.

Der Nutzen besteht zum einen in der Entlastung von pflegenden Angehörigen, welche sich nicht ganztägig um die pflegebedürftige Person kümmern können. Zum anderen vermittelt es dem Betroffenen selbst Sicherheit.

 

Mit welchen Frage- und Problemstellungen befasst sich AAL?

Technik kann in vielen Bereichen Menschen unterstützen, jedoch eröffnet sich dabei gleichzeitig ein Spannungsfeld zwischen individuellen Bedürfnissen und – relativ – standardisierter, massengefertigter Technik. Diese Kontroverse verdeutlicht die Notwendigkeit von neuen Strategien, von Geschäftsmodellen und Fachkräften, welche es ermöglichen, Technologien zur Alltagsunterstützung für spezifische Nutzergruppen zu entwickeln.

Firmen fragen sich dementsprechend:

  • Welche Produkte helfen Menschen mit spezifischen Bedürfnislagen, unabhängig und selbstbestimmt ihren Alltag zu leben?
  • Welche Anforderungen haben ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen an das Produktdesign und an die Bedienbarkeit von Geräten?
  • Welche allgemeinen Bedarfe sind anhand der epidemiologischen Daten vorherzusehen, die über das Gesundheitsverhalten der Bevölkerung vorliegen?

Es fehlen im Moment spezialisierte Fachkräfte, die diese Analysen durchführen können.

Weiterhin denken pflegebedürftige Personen und Pflegende bei alltäglichen Problemen möglicherweise an technische Unterstützungsmöglichkeiten, etwa für die Anfrage, Planung und Dokumentation von Pflegedienstleistungen oder für die Koordination der Arzneimittelversorgung. Sie sehen Verbesserungspotentiale und haben lösungsorientierte Ideen, allerdings fehlen adäquate Ansprechpartner.

Neben diesen Herausforderungen, welche im direkten Zusammenhang mit der Produktion stehen, gibt es natürlich auch ethische Fragestellungen zu beantworten:

  • Wer hat welche Bedürfnisse?
  • Wie solle diese technologische Unterstützung finanziert, wie und an wen soll was verteilt werden? (Fragen der Allokation)
  • Wem können spezielle Anpassungs- und Übersetzungsleistungen angeboten werden? (Kultur- und Gender-Sensibilität)

Wie in allen Bereichen, in denen sensible Daten über vernetzte Systeme ausgetauscht und ausgewertet werden, spielt auch bei AAL-Technologien der Datenschutz eine wichtige Rolle.

 

Zielsetzung des Masterstudiengangs MAAL:

Die Studierenden sollen, vor dem Hintergrund der genannten Fragestellungen, sowohl Produkte nachträglich barrierefrei gestalten, als auch in Bezug auf die Bedarfsplanung, Entwicklung und Anpassung von Produkten von einer spezifischen Nutzergruppe ausgehen. Dazu gilt es bestehendes Know-how und existierende Bauteile unter neuen Gesichtspunkten zu kombinieren, damit beispielsweise kommunale Versorgungsstrukturen effizient genutzt werden können.