Nr. 4/2001: Frauen in Gewaltverhältnissen
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Editorial
Wieder ist eine Ausgabe der QUER fertig, die vierte inzwischen. Innerhalb der Redaktionsgruppe gibt es eine sehr fruchtbare und angenehme Zusammenarbeit zwischen Frauen aus der Fachhochschule und aus der Praxis, und die QUER wird auch außerhalb der Fachhochschule gerne gelesen.
Das Schwerpunktthema „Frauen in Gewaltverhältnissen“ hat uns viele spannende Artikel beschert, die die Weiterentwicklung der verschiedenen Themen dokumentieren. Parallel zur Arbeit an diesem Heft läuft die Vorbereitung zu dem Fachhochschultag zum selben Thema am 30./31.10.2001, über dessen Besuch wir uns sehr freuen würden. Das Programm haben wir in der Rubrik „Veranstaltungen“ abgedruckt, und einige der AutorInnen können Sie dort wieder treffen.
Silke Gahleitner beschreibt die Entwicklungen in der Diskussion um sexuelle Gewalt an Mädchen und Jungen, die nach wie vor von großer Unsicherheit, aber auch zunehmender Professionalisierung gekennzeichnet ist.
Die spezifischen Bedingungen von Migrantinnen in Frauenhäusern und die notwendigen Interventionen stellt Nadja Lehmann vor.
Die „Kampagne gegen MännerGewalt“ hat einen provokanten Namen. Heike Radvan stellt die Kampagne vor und begründet die Benennung der Täter an herausragender Stelle.
Die Brücke zum Lesben-Schwerpunkt des letzten Hefts schlägt Claudia Jarzebowski von Amnesty International mit ihrem Artikel über Gewalt und Diskriminierung, denen Lesben in verschiedenen Ländern ausgesetzt sind.
Der Spruch „Sag mir wo die Männer sind...“ gilt in der Täterarbeit nach wie vor. Wir haben gleich von zweien dieser raren Männer Artikel im Heft:
Gerhard Hafner beschreibt die Positionen, die verschiedene Projekte als Ausgangspunkt ihrer Arbeit nehmen, und die daraus resultierenden Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit.
Heinz Cornel diskutiert von einem kriminalpolitischen Standpunkt aus ein neu entwickeltes Fortbildungsprogramm für Gruppenleiterinnen von Täterprogrammen, das ab 2002 an der ASFH angeboten wird. Zur weiteren fachlichen Diskussion bietet sich die Fachtagung zum Thema „Interventionen gegen häusliche Gewalt“ an, die am 25.09.2001 hier an der Fachhochschule stattfindet – weitere höchst spannende Auseinandersetzungen sind dort bestimmt zu erwarten.
Ans Herz legen möchte ich Ihnen auch die verschiedenen Projektbeschreibungen, die den theoretischen Diskussionen die praktischen Gegebenheiten beisteuern.
Besonders froh sind wir über die Zusammenarbeit mit Projekten aus Marzahn-Hellersdorf, die zur langsamen Verwurzelung der Fachhochschule im neuen Großbezirk beitragen. In diesem Heft beschreiben A. Höhne und R. Bahr die Arbeit in der Zufluchtswohnung des Frauenzentrums Matilde, und Carmen Weber stellt den Arbeitskreis Marzahn-Hellersdorf gegen häusliche Gewalt vor.
Susanne Gerull beschreibt die Arbeit des Gesamtberliner Projektes BIG (Berliner Initiative gegen Gewalt gegen Frauen) und faßt die Evaluation der BIG-Hotline zusammen.
Innerhalb der Fachhochschule scheint eine Diskussion über die Bedeutung und Zukunft der Frauenprojekte in Gang zu kommen. Auf den Artikel von Edith Bauer, Brigitte Geißler-Piltz und den Studentinnen eines Frauenprojekts im letzten Heft antworten Leah Czollek und Gudrun Perko in dem Artikel "Zwischen „Wahrheit“, „Kaffeekränzchen“ und Nichts?“. Sie stellen die unterschiedliche Bedeutung von Frauenforschung, Gender Studies und feministischer Theorie in Bezug auf Lehre und Forschung zur Diskussion.
Auch einen Leserinnenbrief zu diesem Thema drucken wir ab.
Wir sind also stolz, dieses inhaltlich vollgepackte Heft vorlegen zu können. Bei allen Autorinnen bedanken wir uns ganz herzlich für die engagierte und prompte Zusammenarbeit.
Das nächste Heft Nr. 5 wird nun endlich, wie lange angekündigt, unter dem Schwerpunkt „Pflege“ (Arbeitstitel) stehen. Falls Sie Interesse an der Mitarbeit haben, freuen wir uns über Post oder Anrufe.
Ingrid Neunhöffer
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Czollek_Perko_Zwischen_Wahrheit_Kaffeekraenzchen_imd_Nichts.pdf |
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