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20.06.2012 12:59

Studie

Macht die Kita Erzieherinnen krank?

Die Alice Salomon Hochschule Berlin führt gemeinsam mit der Unfallkasse NRW eine Studie zur Gesundheit von Erzieherinnen durch.

Kindertageseinrichtungen sind neben den Familien zur zweiten Säule kindlicher Entwicklungs- und Bildungsförderung geworden. Unter schwierigen Rahmenbedingungen leisten Erzieherinnen und Erzieher täglich wertvolle Bildungs- und Beziehungsarbeit. Dabei gehören sie zu den gesundheitlich stark belasteten Berufsgruppen. Fachkräfte berichten von häufigen Infekten, Rückenschmerzen oder psychischen Beeinträchtigungen bis hin zur völligen emotionalen Erschöpfung, dem Burnout.

In der für Nordrhein-Westfalen repräsentativen Befragung beantworteten über 2.500 Fach- und Leitungskräfte Fragen zu ihrer Qualifikation, den Rahmenbedingungen, unter denen sie ihre Arbeit leisten, dem Personalschlüssel und ihrer Teamzusammensetzung und Teamarbeit. Sie gaben Auskunft zu besonders belastenden und besonders unterstützenden Aspekten ihres Arbeitsalltags, zu ihrem gesundheitlichen Befinden, Beschwerden und Krankheiten, ihrer beruflichen Zufriedenheit als auch zu Ausgleichsmöglichkeiten, die sie in ihrer privaten Lebensführung haben.

Jede zehnte Kita in NRW nahm an der Untersuchung teil. Die 100 Einrichtungen, die sich als erste an der Studie beteiligt hatten, wurden nun von der Unfallkasse NRW mit Geldpreisen belohnt. Unter allen teilnehmenden Kitas wurden außerdem zehn weitere Geldpreise verlost.

„Mit der Beantwortung der Fragebögen unterstützen die teilnehmenden Kitas ein erfolgversprechendes Forschungsprojekt, das dazu beiträgt, die Sensibilität für die Belastungen des pädagogischen Personals zu erhöhen, aber auch bedarfsgerechte und qualifizierte Präventionsmaßnahmen daraus abzuleiten“, so Gabriele Pielsticker von der Hauptabteilung Prävention der Unfallkasse NRW.

„Es wird unglaublich viel von Kitas erwartet – nur dürfen wir nicht die Augen vor den Bedingungen verschließen, unter denen dies alles geleistet werden soll. Unter schlechten Rahmenbedingungen leidet nicht nur die pädagogische Arbeit, sondern auch die Gesundheit der Erzieherinnen“, so Prof. Dr. Susanne Viernickel von der Alice Salomon Hochschule Berlin, eine der Projektleiterinnen der Studie. Die Ziele der Studie liegen darin, „Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie es den Erzieherinnen tatsächlich in ihrer Arbeit geht und was gezielt getan werden kann und muss, um ihre Gesundheit zu erhalten und bestenfalls zu stärken“ erläutert Prof. Dr. Anja Voss, die das Projekt ebenfalls leitet.

Die Erkenntnisse münden in konkrete Empfehlungen für Konzepte zur betrieblichen Gesundheitsförderung in Kindertageseinrichtungen. Diese werden sowohl Maßnahmen beinhalten, die sich an die einzelne Fachkraft richten, als auch organisations- und managementbezogene Interventionsmöglichkeiten aufzeigen.

Das Forschungsprojekt „STEGE - Strukturqualität und ErzieherInnengesundheit“ wird von Oktober 2010 bis Dezember 2012 unter der Leitung von Prof. Dr. Susanne Viernickel und Prof. Dr. Anja Voss im Auftrag der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen und mit Unterstützung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung an der Alice Salomon Hochschule (ASH) in Berlin durchgeführt.

Nähere Informationen zur Studie finden Sie hier.

 

Weitere Informationen:

Dirk Neugebauer
Unfallkasse Nordrhein-Westfalen
E-Mail: d.neugebauer(at)unfallkasse-nrw.de
Tel.: 0251 2102 106

Prof. Dr. Anja Voss
Alice Salomon Hochschule Berlin
E-Mail:
anja.voss(at)ash-berlin.eu
Tel.: 030 99245 423