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Rundmail: AG Tipps + Infos
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Buchempfehlungen - Sachbücher
Arndt, Susan (Hg.): Afrikabilder. Studien zu Rassismus in Deutschland.
Unrast. 2001.
Eine kritische Auseinandersetzung mit dem deutschen Rassismus, der hierbei
die rassistische Diskriminierung und die (neo)kolonialen Verbrechen an Menschen
schwarzer Hautfarbe in die aktuelle Diskussion um Rassismus einfügt.
Bathke, P./Spindler, S. (Hrsg.): Neoliberalismus und Rechtsextremismus in Europa.
Karl Dietz. 2006. (Reihe: Texte/Rosa-Luxemburg-Stiftung; Band 29)
Politik- und SozialwissenschaftlerInnen setzen sich mit der Anschlussfähigkeit rechts-
extremen Gedankenguts an Profitlogik und Standortnationalismus auseinander. Anhand
von Beispielen aus Europa wird das Aufkommen von Rechtspopulismus und
rechtsextremen Gesellschaftsentwürfen in Zeiten sozialer Verunsicherung analysiert.
Außerdem werden Strategien gegen rechtes Denken und Handeln aufgezeigt.
Gerstner, W./Kniffki, J./Reutlinger, C./Zychlinski, J. (Hrsg.): Deutschland als
Entwicklungsland. Transnationale Perspektivensozialräumlichen Arbeitens.
Lambertus. 2007.
Nach der Jahrhundertflut 2002 an der Elbe wurden Entwicklungshilfe-Konzepte aus
den internationalen Erfahrungen von Caritas International übernommen und an
den Kontext in der Region angepasst. Es entstanden Pilotprojekte sozialräumlichen
Arbeitens. Die Autoren plädieren für einen Perspektivenwechsel in der Sozialen Arbeit:
von der Problemorientierung zur sozialen Entwicklung. Hier finden sich innovative
Ansätze, wie Menschen die Entwicklung ihres sozialen Umfeldes selbst gestalten
können.
Melter, Claus: Rassismuserfahrungen in der Jugendhilfe. Eine empirische Studie
zu Kommunikationspraxen in der Sozialen Arbeit.
Waxmann: (Münster/New York/Berlin/München). 2006.
In der Migrations-, Rassismus- und Jugendhilfeforschung sind die Erfahrungen der
Menschen, die von Rassismus und Rechtsextremismus betroffen sind, bisher nur
kaum thematisiert empirisch untersucht worden. Mit dieser Arbeit legt Claus Melter
erste empirisch gesicherte Befunde über Interaktionen in der ambulanten Jugendhilfe
vor, sowie darüber, wie die Opfer rassistischer Diskriminierungen und Gewalt mit
ihren Erfahrungen umgehen, welche Bewältigungsstrategien sie entwickelt haben und
wie die Fachkräfte der ambulanten Jugendhilfe diese Erfahrungen mit Rassismus bei
ihren Beratungskonzepten (nicht) berücksichtigen.
Nuscheler, Franz: Internationale Migration. Flucht und Asyl. Verlag für
Sozialwissenschaften. 2004.
Das Buch liefert in gut strukturierter Form Daten, Fakten, nationale Gesetze
und Rechtsprechungen, übernationale und internationale Maßnahmenpakete
und Abkommen zum Thema Migration. Der Autor stellt dar, dass Migrationsbewegungen
häufig falsch bzw. verzerrt dargestellt und wahrgenommen werden
(?Invasion der Armen?, ?globaler Marsch? etc.) und dass sich das ?internationale
Migrationsgeschehen? weiterhin größtenteils innerhalb und zwischen
Ländern der ?Dritten Welt? abspielt.
Oestreich, Heide: Der Kopftuch-Streit. Brandes& Aspel. 2004.
Jenseits vorurteilsbeladener Spaltungen und überheblicher Entwertungen macht
das Buch den Kopf frei für ein differenziertes Urteil in diesem aktuellen Gesellschaftskonflikt.
Eine sehr gelungene Dokumentation der Kopftuch-Debatte!
Riegel, Enja: Schule kann gelingen! Wie unsere Kinder wirklich fürs Leben lernen.
Fischer. 2004.
?Schule kann gelingen?, sagt Enja Riegel. Sie war Direktorin der Helene-Lange-Schule
in Wiesbaden, die beim PISA-Test mit großem Abstand als beste deutsche Schule
abgeschnitten hat. Mit innovativen Methoden, viel Kreativität und Ausdauer hat
Enja Riegel ein ungewöhnliches Modell für die Schule von morgen verwirklicht: Sie erzählt
davon, wie sie es geschafft hat, dass ihre SchülerInnen mit viel Spaß und Freude
wirklich ?für das Leben lernen?. Qualität von Schule und Bildung ist die Grundlage
der Gesellschaft von morgen.
Rommelspacher, Birgit: Dominanzkultur. Texte zu Fremdheit und Macht.
Orlanda. 1995.
Birgit Rommelspacher spannt in ihren gesellschaftskritischen Texten den
Bogen von Rassismen in der westlichen Gesellschaft über die Psychologie
der Dominanz bis hin zur Frage des ?Deutsch-Seins?. Sie zeigt politische
Handlungsmöglichkeiten auf, die vor allem eines beinhalten: den konsequenten
Verzicht der Mächtig(er)en auf einen Teil ihrer Macht.
Rommelspacher, Birgit: Der Hass hat uns geeint. Junge Rechtsextreme und ihr
Ausstieg aus der Szene. Campus. 2006.
Birgit Rommelspacher schildert anhand von Interviews und Biographien, wie Jugendliche
in die rechte Szene hineingeraten, was sie dort suchen ? und wie sie sich später, als
junge Erwachsene, in einem langen inneren Prozess aus der Ideologie und dem Umfeld
lösen. Sie zeigt so ein Geflecht an Ursachen für die Ausbreitung des Rechtsextremismus
und entsprechende Möglichkeiten, ihm gegenzusteuern.
Steininger, Rolf: Der Nahostkonflikt. Fischer. 2003.
Steininger liefert Grundlagenwissen über diesen seit Jahrzehnten andauernden und
stets allgegenwärtigen Konflikt. Er schlüsselt das komplexe Thema leicht verständlich
auf und bietet mit Themenschwerpunkten, Glossaren und graphischen Karten einen
perfekten Einstieg in die Materie.
Youssef, Houda (Hg): Abschied vom Harem? Selbstbilder - Fremdbilder
muslimischer Frauen. Orlanda. 2004.
Die meisten Autorinnen dieses Sammelbands sind muslimisch sozialisiert bzw.
stammen aus Ländern mit muslimischen Mehrheiten oder starken muslimischen
Minderheiten. Sie setzen sich in ihren Texten u.a. mit der Stereotypisierung
der muslimischen Frau, der Sexualität im Islam, dem Feminismus, dem Leben
in westlichen Gesellschaften und dem Kriegsalltag auseinander.
Buchempfehlungen - Romane
Chang, Jung: Wilde Schwäne DROEMER/KNAUR. Erw. Neuausg. 2004.
Jung Chang erzählt die Geschichte von drei Generationen ? die ihrer Großmutter,
ihrer Mutter und ihre eigene Geschichte. Von der Kaiserzeit bis zur allmächtigen
Herrschaft der chinesischen Partei erlebt Jung Changs Familie die
rücksichtslose Umsetzung politischer Ideen, die Millionen von Menschen das
Leben gekostet hat und die Jung Chang und ihre Familie nur unter großem Leid
überleben konnten.
Hosseini, Khaled: Drachenläufer. Berlin Verlag. 2003.
Die dramatische Geschichte einer Freundschaft, eine Geschichte von Liebe
und Verrat, Trennung und Wiedergutmachung vor dem Hintergrund der
jüngsten Vergangenheit Afghanistans.
Lahiri, Jhumpa: Der Namensvetter. btb. 2003 (Dt. 2005).
Die Pulitzerpreisträgerin Lahiri hat einen poetischen Roman über eine Einwandererfamilie
geschrieben, den man nicht mehr aus der Hand legen will. Meisterhaft schildert
sie ihre Personen, deren Konflikte, Wünsche und Hoffnungen. Die amerikanische
wie die bengalische Welt werden lebendig, die Unterschiede, aber auch das, was verbindet.
Buchempfehlungen - Comic
Nakazawa, Keiji: Barfuss durch Hiroshima (4 Bände) Carlsen. 2005.
?Barfuß durch Hiroshima? ist eine autobiographische Bildgeschichte gegen den
Krieg.
Mit grausam und fesselnden, stark beeindruckenden Bildern beschreibt der
Autor seine Erlebnisse, das Leben und Sterben in Hiroshima. Keiji Nakazawa
prangert in seiner Schilderung nicht nur die Ausmaße der nuklearen Katastrophe
an, sondern kritisiert öffentlich das System des kaiserlich geschützten Militarismus
und zeigt auf, was es im damaligen Japan für die kleinen Leute bedeutete,
unterdrückt und zu einem fanatischen Nationalsozialismus gepresst zu werden.
Satrapi, Marjane: Persepolis - Eine Kindheit im Iran. (Bd. 1) Persepolis - Bd. 2.
Carl Ueberreuter Gesellschaft m.b.H. 2001 (Dt. 2006).
Marjane Satrapi erzählt in Persepolis ihre Familiengeschichte. Der erste Band umfasst
ihre persönlichen Erlebnisse während der islamischen Revolution von 1979 im Iran
und den Krieg mit dem Irak. Am Ende des ersten Bandes wird sie, noch ein Kind, von
ihren Eltern nach Wien geschickt, um dem iranisch- irakischen Krieg zu entkommen.
Nach vier Jahren Zerrissenheit zwischen Heimweh und europäischer Jugendkultur
kehrt sie nach Teheran zurück, nachdem sie die letzten drei Monate in Wien als Obdachlose
verbracht hatte. Doch im Iran gilt sie nun als dekadent und wird mit den täglichen
Schikanen des islamischen Regimes konfrontiert. So beschloß sie, nachdem sie
Kunst studiert hatte und verheiratet gewesen war, Mann und Land zu verlassen, und
zog 1994 wieder nach Europa. Die Comic-Verfilmung des Buches hat den ?Preis der
Jury? bei den Filmfestspielen in Cannes gewonnen.