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Quer Nr. 15/2008: Gender und Herrschaftsverhältnisse

 

Editorial

Liebe Leser_innen!

Sie halten nun also die QUER 15 in der Hand, der ob der laufenden Nummer ihre Besonderheit auf den ersten Blick nicht anzumerken ist - nämlich die, dass es für mich die Erste ist. Die Nummer 1 als neue Redaktionsverantwortliche für die QUER.

Bevor ich Ihnen von meiner kleinen Abenteuerreise zur Entstehung dieser Ausgabe erzähle, möchte ich mich kurz vorstellen. Mein Name ist Tanja Abou, ich bin Studierende der Sozialen Arbeit an der ASFH und seit Dezember 2007 Tutorin für die QUER im Büro der Frauenbeauftragten. Dort habe ich mich zu Beginn meines Studiums - auf einen Aushang zur Redaktionssitzung - eilends hin begeben. Um mich auszutauschen - zu genderspezifischen Themen, zur Gleichstellungssituation an der ASFH, und um -  ja, ich muss es zugeben - über meine Backlash-Erscheinungen zu jammern. Ich habe offene Ohren und viel Wohlwollen vorgefunden und damit perfekte Unterstützung zum Ankommen in der ASFH. Als die Tutorinnenstelle für die Redaktionsverantwortung ausgeschrieben wurde, war für mich sofort klar: Das will ich machen! Und ich freue mich immer noch sehr, dass ich unter den Bewerberinnen ausgewählt wurde.

Ich hatte mir anfangs vorgestellt, dass ab der ersten Redaktionssitzung bis zur Herausgabe des Heftes viel weniger Zeit verstreichen würde - habe in der Redaktion und im Büro der Frauenbeauftragten viel diskutiert, verworfen, Altes überarbeitet, Neues herein genommen, gezweifelt und Striche gezogen. Und die treuen Leser_innen der QUER werden merken, dass wir einiges verändert haben.

Zunächst haben wir die Rubriken überarbeitet - ASFH-Alltag und ASFH-Geflüster sind jetzt "ASFH", die Rubrik "Frauen im Ausland" wird ab der nächsten Ausgabe wieder erscheinen unter dem Titel "Internationales" und die Metropolizahlen müssern der Oberkategorie "Zahlen"weichen. Die wichtigste und inhaltsschwerste Neuerung stellt aber die Schaffung des neuen Punktes "Standpunkte" dar. Neben der Rubrik "Schwerpunkte", in der in erster Linie Artikel vertreten sind, die einer betimmten Vorstellung von Wissenschaftlichkeit entsprechen sollen, möchten wir das Experiment wagen, Artikel mit in die QUER zu nehmen, die in unterschiedlichen Textformen Meinungen in einem Spektrum von Standpunkten darstellen sollen. Wir wünschen uns eine Austausch und hoffen, dass unsere Leser_innen kontrovers mitdiskutieren.

Das nun vorliegende Heft beschäftigt sich mit Gender und Herrschaftsverhältnissen - ein Thema, das sich so vielfältig behandeln lässt, dass der Fokus in dieser Ausgabe nicht auf einem Aspekt von Herrschaft liegt, sondern unterschiedliche Verknüpfungen herstellt.

Im ersten Schwerpunktartikel geht Kirsten Freimann in Bezug auf die US-amerikanische Psychoanalytikerin Jessica Benjamin der Frage nach, welche Meschanismen zur Errichtung geschlechtsspezifischer Herrschaft führen; Dr. Sigrid Arnade dokumentiert die Situation der Unsichtbarmachung und Mehrfachdiskriminierung von Frauen mit Behinderung.

Mit der Bewältigung von sexualisierter Gewalt bei Frauen und Männern beschäftigt sich Silke Brigitta Gahleitner. Es wird dargestellt, welche Faktoren eine möglichst positive Verarbeitung von sexualisierter Gewalt begünstigen, inwiefern geschlechtsspezifische Aspekte dabei eine Rolle spielen und wie diese Erkenntnisse in der Praxis berücksichtigt werden können.

Wer bin ich? Und wer sagt das? fragt Maria do Mar Castro Varela in ihrem Artikel "Migrantinnen und die Zumutungen alltäglicher Zuschreibungen". Sie beschreibt die diskursive Gewalt, der Migrantinnen durch hegemoniale Zuschreibungen ausgesetzt sind und zeigt eine mögliche Handlungsperspektive auf.

In der neuen Rubrik "Standpunkte" beschäftigt sich Antonia Herrscher und Josephine Koller aus unterschiedlichen Perspektiven mit der (Be-)Deutung des Kopftuches; Mike Laufenberg stellt in den Rezensionen "Die männliche Herrschaft" von Bourdieu vor und Ellen Wesemüller bringt uns die Pop-Anthologie "Hot Topic" näher.

Unter ASFH erfahren wir Näheres zur Antidiskriminierungskommission und zum Gender-Mainstreaming am Bau. Meine Kollegin Josephine Koller stellt sich als neue Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit im Büro der Frauenbeauftragten vor und erläutert ihre Position, die sie in ihrem - in der Redaktion stark polarisierenden - Standpunktartikel vertritt. Ebenfalls unter ASFH hat Leah Czollek eine Hommage an die im Wintersemester 2007/2008 emeritierte Birgit Rommelspacher verfasst.

Antje Kirschning hat für uns interessante geschlechterspezifische Statistiken unter "Zahlen" zusammen gefasst und Leah Czollek gibt uns Surftipps zum Schwerpunktthema.

Last but not least möchte ich mich bei Andreas Schäfler vom Kunstmann Verlag für die Abdruckgenehmigung eines Comics der feministischen Karikaturistin Marie Marcks bedanken.

Ich wünsche Ihnen, lieber Leser_innen, viel Vergnügen und anregende Unterhaltung beim Lesen der "Neuen" QUER. Reaktionen undFeedback sind eindeutig gewünscht.

Ihre Tanja Abou

 

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quer15_V10.pdf

 

 

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