Wie ist der Bedarf an klinischen SozialarbeiterInnen in Deutschland?
Hier muss zunächst betont werden: Klinische Sozialarbeit - verstanden als psycho-soziale Behandlung: Beratung, Therapie, Begleitung und Betreuung - wird von tausenden von Fachkräften in vielen Arbeitsbereichen betrieben. Das "klinische Feld" erstreckt sich von den verschiedensten Beratungsstellen und ambulanten Einrichtungen über Heilerziehungsheime und Einrichtungen der Resozialisierung bis zu Fach-, Akut- und Rehakrankenhäusern und Allgemeine Soziale Dienste, Jugendämter und Schulen.
Ihre spezifische Fort- und Weiterbildung für die in diesen Bereichen zu erfüllenden klinischen Aufgabenstellungen haben die sozialarbeiterischen/sozialpädagogischen Kolleginnen und Kollegen allerdings bisher häufig nur in "fachfremden" Angeboten gefunden, die nicht im notwendigen und möglichen Ausmaß auf das Profil einer Klinischen Sozialarbeit hin zugeschnitten waren (z.B. überwiegend psychotherapeutisch orientierten Angeboten). Ungefähr ein Drittel der sozialpädagogischen bzw. sozialarbeiterischen Arbeitsplätze erfordert von den Fachkräften aber fort- und weiterbildungsbasierte spezifisch sozialarbeiterische Beratungs-, Begleitungs-, Betreuungs-, Management- und Therapiekompetenz.
Der Bedarf an klinisch (beratend-behandelnd) arbeitenden Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern ist also schon immer hoch gewesen und wird weiterhin hoch bleiben. Allerdings wird es noch zu weiteren spezifischen Bedarfen kommen: Gemäß den Prognosen von Verbänden und Organisationen wird das Arbeitsfeld Gesundheit in den nächsten Jahren rasch expandieren und sich differenzieren. Dafür sprechen demographische Veränderungen und eine medizinisch-technische Entwicklung die dazu beiträgt, dass sich die Lebenszeit der Menschen verlängert. Oft ist dies sowohl mit beträchtlichen physischen und psychosozialen Einschränkungen als auch mit Behinderungen verbunden - bedeutsame Aufgabenstellungen für Klinische Sozialarbeiter/-innen. Denn für die Soziale Arbeit wird das bedeuten, dass ihre Leistungen im Bereich der ambulanten, teilstationären und stationären Gesundheitsdienste eine größere Bedeutung erhalten werden bzw. dass diese mehr nachgefragt werden.
Besondere Qualifikationen und berufliche Standards, wie unser Masterstudiengang sie vermittelt, sind dazu erforderlich. Mehr gesundheitsbezogene methodische Expertise wird im Sozialwesen benötigt, mehr soziale und sozialtherapeutische Kompetenz im Gesundheitswesen.
Verbleibstudien des Masterstudiengangs Klinische Sozialarbeit
Gegenwärtig läuft die Befragung der Absolventen und Absolventinnen der Jahrgänge 2001-2006 im Rahmen einer zweiten umfangreichen Verbleibsstudie.
Bereits im April 2008 lagen die Ergebnisse einer ersten kurzen Befragung der Absolventen/-innen aus den Jahrgängen 2001-2004 vor. Sie wurden zu den Feldern Berufserfolgt und Einlösung des angestrebten Studienziels, Kompetenzerwerb und Kompetenznutzung, Zufriedenheit mit der Lehre und dem Service sowie Vernetzung befragt.
Eine Zusammenfassung der Ergebnisse können Sie hier als PDF-Datei downloaden.