Wörterbuch der Theaterpädagogik


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Von "action theater" bis zu "ZuschauSpieler" & von Artaud, Antonin bis Zacharias, Wolfgang

Gerd Koch/Marianne Streisand (Hg.)

woerterbuch cover Für fast jedes Fachgebiet gibt es Fachlexika, Fachwörterbücher - weil sie der Praxis weiterhelfen, weil sie Theorie kompakt vermitteln und weil sie anzeigen, daß ein Fach, ein Thema, eine Tätigkeit zu einer Bedeutung gelangten, die nach einem Versuch der Zusammenfassung, nach einem Kompendium rufen. Ein Fach-Wörterbuch zeugt vom Selbstbewußtsein des Faches. Fach und Tätigkeitsfeld der Theaterpädagogik befinden sich gerade in den letzten Jahren in einem beachtlichen Aufschwung. Theaterpädagogik wird immer mehr als eigene Disziplin gewürdigt, in unterschiedlichen Organisationsweisen wahrgenommen und in Ausbildungsgängen nachgefragt.

Das Fachwörterbuch wendet sich an interessierte, fach-kollegiale Leserinnen und Leser und an Personen, die sich in einem argumentativen Kontext erst einmal einen informativen Zugang verschaffen wollen.

Das Wörterbuch der Theaterpädagogik gibt einen Überblick über die Vielfalt theaterpädagogischer Ansätze, Methoden, Verfahrensweisen, deren theoretischen Ausformulierungen und Geschichte(n). Es zeichnet Querverbindungen zu anderen Fächern, Disziplinen und Praxisfeldern und versucht von Fall zu Fall, unterschiedliche Entwicklungen in den ehemals beiden deutschen Staaten zu berücksichtigen. Zugleich sind Thematiken in Stichworten aufgenommen worden, die in internationalen Diskursen bedeutsam sind und die gewissermaßen zum allgemeinen theaterpädagogischen Wissensbestand gehören sollten, der sich jeweils spezifisch auf ,mutter-/national-sprachlicher' Ebene realisiert.

ExpertInnen = Wörterbuch-AutorInnen

Das erste deutschsprachige Wörterbuch der Theaterpädagogik umfaßt 299 Einträge, die sich in fachliche Stichworte und Kurz-Biographien von Personen, die für die Herausbildung der Theaterpädagogik wichtig sind, aufteilen. Geschrieben wurden die Stichwort-Beiträge von 140 Expertinnen und Experten der Theaterpädagogik, die Leserinnen und Lesern der KORRESPONDENZEN nicht ganz unbekannt sein dürften. Die Autorinnen und Autoren der Stichwort-Beiträge haben zumeist einen deutschen theaterpädagogischen Hintergrund. Es sind jedoch auch AutorInnen aus Belgien, Irland, Kanada, Österreich, der Schweiz, den USA vertreten. Die Herausgeberschaft haben Marianne Streisand und Gerd Koch übernommen. Unterstützt wurden sie von den weiteren Mitarbeiterinnen der "Arbeitsstelle Theaterpädagogik" an der Alice-Salomon-Fachhochchule Berlin: Frank König (Lektorat), Gabi Beier, Kathrin Meß, Gabriela Naumann, Anja Sczilinski.

Die Stichwort-Autorinnen und -Autoren entstammen unterschiedlichen Disziplinen. Das ist dem Gegenstand der Theaterpädagogik in Theorie und Praxis angemessen, die sich z.T. noch als eine Integrations-Disziplin, -Wissenschaft und -Praxis darstellt. Die Autorinnen und Autoren wählen den Zugang zur Gestaltung ihres Stichworts aus den Grundlagen ihres jeweiligen Faches; sie wahren dessen Eigenkraft und haben in der Regel zusätzlich ein dynamisches und weites Verständnis davon, so daß sie zwischen den Polen Theater und Pädagogik sowie den angrenzenden Disziplinen kompetent vermitteln können.

Aufbau des Wörterbuchs der Theaterpädagogik

Ein Wörterbuch unterscheidet sich vom Lexikon wie vom Handbuch bzw. einer Handreichung. Seine Schreibweise liegt gewissermaßen dazwischen. Will ein Lexikon kurz und knapp (vermeintlich) gesichertes Wissen definitorisch zu fassen versuchen, so will traditionell ein Handbuch/eine Handreichung der unmittelbaren Anwendung dienen. Ein Wörterbuch liegt etwa zwischen diesen beiden Ansätzen: Es will Fakten liefern, diese aber in einen historischen Ableitungszusammenhang stellen und Kontroversen (in Theorie und Praxis) skizzieren sowie Literatur zur eigenen weiteren Verständigung liefern. In der Regel sind alle Fachbeiträge des Wörterbuchs der Theaterpädagogik in dieser Weise abgefaßt worden. Gedanklicher Ausgangspunkt war immer die Aktualität des Phänomens; es ging aber auch darum, den gegenwärtigen Stand geschichtlich zu sehen.

Die Herausgeber erhoffen sich mit diesem Wörterbuch, den begonnenen Dialog zwischen den Disziplinen, die das weite Feld Theaterpädagogik konstituieren bzw. in dieses hinein reichen, weiter zu fördern. Einige Phänomene sind jedoch noch so unsicher zwischen den beiden Polen Theater und Pädagogik angesiedelt, daß wir es für richtig angesehen haben, den Verfasserinnen und Verfassern zu empfehlen, einen mehr essayistischen, d. h. einen versuchenden(!), versuchsweisen Zugriff beim Abfassen ihres Stichworts zu wählen.

Innerhalb eines jeden Stichworts sind Verweise auf andere Stichwörter des Wörterbuchs mit > gekennzeichnet. Unter jeden Beitrag haben Herausgeber und Herausgeberin mögliche, die Thematik erweiternde Stichwort-Verweise angefügt, so daß ein integratives Lesen ermöglicht wird. Dem dreifachen Verständnis von Stichwort wird damit Genüge getan: Stichwörter sind Suchbegriffe in Nachschlagewerken; ein Stichwort ist das Wort, auf das hin eine Schauspielerin oder ein Schauspieler einsetzen muß; Stichwörter sind markierte Begriffe in der Rhetorik. Gemeinsam ist allen, daß sie sich in der Praxis bewähren müssen. Das Buch kann mit CD-Rom bestellt werden.

Die Kurz-Biographien von Personen, die uns für die Etablierung unseres Faches wichtig erscheinen, sind nicht separat plaziert, sondern in die alphabetische Reihenfolge aller Stichwörter integriert worden und haben auch im Text sowie im Anhang Verweise auf andere Beiträge des Wörterbuchs. Die Herausgeberin und der Herausgeber haben sich von dem Gedanken leiten lassen, daß BenutzerInnen sowohl einen biographisch-personellen wie einen fachlich-sytematischen Zugang zur Arbeit mit diesem Wörterbuch wählen können. Jede Kurz-Biographie gibt zuerst in wenigen Zeilen ein biographisches Gerüst der vorgestellten Person, es wird dann eine prägnante Formulierung ihrer theaterpädagogischen Position geliefert. Dann folgen Angaben von Publikationen der Person und daran anschließend Literatur über sie - immer in Bezug auf Theaterpädagogik. Um schwierigen Fragen einer Wertung der Bedeutung einzelner Persönlichkeiten für Geschichte und Gegenwart des Faches zu entgehen, wurden alle Kurz-Biographien in der Zeichenzahl strikt begrenzt. Hier besteht im übrigen noch eine Aufgabe für die Forschung: das Schreiben der Geschichte der Theaterpädagogik in den Tätigkeiten ihrer ProtagonistInnen.

Mit gewisser Vorsicht sind Herausgeberin und Herausgeber an die Aufnahme von punktuellen Arbeitsbereichen, Feldern und/oder Trägern von Theaterpädagogik herangegangen, da die sich häufig wandeln. Es wurde nur eine exemplarische Auswahl getroffen. Durch Überblicksartikel historischer und systematischer Art wurde dem Bedürfnis, hier mehr zu erfahren, nachgekommen.

Die den jeweiligen Stichwörtern angefügten Literaturhinweise sollen die Ausführungen in den Stichwörtern belegen und auch über sie hinaus weisen. In einigen Fällen sind Internet-Adressen zur Informationsbeschaffung eingefügt worden.

Bezugsmöglichkeiten

Das Wörterbuch der Theaterpädagogik (herausgegeben von Gerd Koch und Marianne Streisand) erschien 2003 im Schibri-Verlag, der auch die KORRESPONDENZEN verlegerisch betreut. Es ist im Buchhandel erhältlich (ISBN 3-928878-48-3).

Abonnentinnen und Abonnenten der KORRESPONDENZEN bekommen bei einer Bestellung über den Verlag (siehe Impressum der KORRESPONDENZEN) einen Subscriptionspreis für das Buch von 20,- Euro (Ladenpreis 25,- Euro). Buch mit CD sind erhältlich für 30,- Euro.

Information:
Tel.: 039753/22757
Fax: 039753/22583,
e-mail: Schibri-Verlag@t-online.de
http://www.schibri.de

Beitrag aus den KORRESPONDENZEN
Zeitschrift für Theaterpädagogik Heft 42, 19.Jg.


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