ASH Berlin / Weiterbildung / Weiterbildungsabend 2016

Informationsabend zur Entwicklung des Zentrums für Weiterbildung und zur Präsentation der neuen Angebote

Prof. Dr. Nils Lehmann-Franßen
Prof. Dr. Brigitte Geißler-Piltz, Prof. Dr. Heinz Cornel, Prof. Dr. Helmut Möller, Caroline Meinke (von links nach rechts)
Prof. Dr. Nivedita Prasad
Prof. Dr. Brigitte Geißler-Piltz
Nicola Kriesel und Claudia Hering
Roland Büchner und Stefan Fischer
Prof. em. Dr. Ortfried Schäffter

Heinz Cornel, Annett Eckloff, Magdalena Malyga, Karin Schwarz

Es war ein Experiment: Zum 1. Mal haben wir zu einem Weiterbildungsabend eingeladen. Wir waren neugierig und gespannt, wie der Abend verlaufen würde.

Mehr als 80 Dozierende und Weiterbildungsinteressierte trafen sich am 27. Januar 2016 im Audimax der ASH, um etwas über die Entwicklung der Weiterbildung an der ASH zu erfahren, das neue Programm kennen zu lernen und über Entwicklungsperspektiven zu sprechen.

Der Prorektor Prof. Dr. Nils Lehmann-Franßen eröffnete die Veranstaltung, wies auf die besondere Bedeutung der Weiterbildung seit dem Prozess von Bologna hin, lobte das abwechslungsreiche neue Programm, freute sich über mehr als 1000 Teilnehmende an den Weiterbildungsveranstaltungen der Alice Salomon Hochschule und bedankte sich beim Team des Zentrums für Weiterbildung.

Im Anschluss daran gab es ein Podiumsgespräch zwischen 4 (ehemaligen) Hochschulmitgliedern, die in den letzten 30 Jahren Verantwortung für die Weiterbildung der ASH trugen und tragen.

Prof. Dr. Brigitte Geißler-Piltz, langjährige Hochschullehrerin und Prorektorin von 2000 – 2006 erzählte von den Anfängen der Weiterbildung an der damaligen Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik Berlin in den siebziger Jahren.

Caroline Meincke, die das Zentrum für Weiterbildung und das Praxisamt in den 90er Jahren leitete, wies darauf hin, dass damals der Kontakt zwischen den Hochschullehrer_innen und dem Zentrum für Weiterbildung nicht sehr intensiv war. Es gab kaum Verbindungen zwischen der grundständigen Lehre und den Inhalten der Weiterbildungen .

Frau Meinke erwähnte die ständigen Probleme mit fehlenden Räumlichkeiten. Trotz Umzug nach Hellersdorf, mehreren Bauerweiterungen ist dieses Problem angesichts der Verdreifachung der Studierendenzahlen und der starken Ausweitung der Weiterbildungsangebote geblieben bzw. wieder aktuell.

Prof. Dr. Helmut Möller war in den neunziger Jahren Weiterbildungsbeauftragter der Hochschule und berichtete, wie er als junger Arzt mit dem Thema Weiterbildung konfrontiert wurde - der Praxisbezug war das, was in damals und später reizte. Er berichtete vor allem vom 1988 eingeführten Weiterbildungsstudiengang ‚Psychosoziale Arbeit‘ (WBS), der nach der Bolognareform 2005 eingestellt wurde, weil er nicht mehr zu den Anrechnungsmöglichkeiten beruflich erworbener Kompetenzen passte. Dieser Studiengang richtete sich an die Praktiker_innen der Sozialen Arbeit. Der WBS lief über jeweils 4 Semester und hatte pro Durchgang 2 Arbeitsfeldschwerpunkte (z.B. Metodisches Arbeiten, Anwalt der Kindes. Er betonte, dass er nicht nur Lehrer war, sondern auch viel von den Teilnehmer_innen gelernt hat. Prof. Dr. Heinz Cornel leitete seit 2006 zunächst als Prorektor die Weiterbildung und wurde seit 2010 von den späteren Rektoraten immer wieder mit der wissenschaftlichen Leitung beauftragt. Er berichtete von den neueren Entwicklungen, von den installierten regelmäßigen Evaluationen aller Veranstaltungen, von Bedarfsanalysen bezüglich Weiterbildungsthemen, von der Ausweitung der Angebote über die Soziale Arbeit hinaus für Pflege, Gesundheit, Erziehung und Bildung und von der Implementierung der Winterakademie für alle Hochschulangehörigen. Er betonte, dass die Verankerung der Weiterbildung im Leitbild der Alice Salomon Hochschule von hohem Wert ist und sich auf das wissenschaftliche Niveau und die Aktualität des Themenangebots sehr positiv auswirkt. So konnte beispielsweise über die schon im Jahresprogramm für 2016 angekündigten Angebote hinaus in den letzten Monaten 28 weitere Seminare und Kurse zu den Themen Flucht, Migration und Asyl entwickelt werden, die wir entsprechend dem Bedarf und unseren Kapazitäten möglichst bald anbieten wollen. Hier geht es beispielsweise um Flüchtlingskinder in Kindertageseinrichtungen, Traumafolgen und Traumafolgestörungen, Konflikte in Unterkünften und transkulturelles Konfliktmanagement, Familiennachzug, geschlechtersensible Arbeit mit jungen Flüchtlingen, interkulturelle Kompetenzen in der Kita, pädagogische Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, vorurteilsbewusste Sprache, Rechtsgrundlagen im Kontext von Flucht und Asyl, Umgang mit Fremdenfeindlichkeit und Angebote für ehrenamtliche Helfer_innen.

In einem zweiten Block der Veranstaltung wurden ausgewählte berufsbegleitende Zertifikatskurse vorgestellt:

  • Frau Prof. Dr. Nivedita Prasad stellte Angebote zur Flüchtlingsberatung vor und lobte das spontane und flexible Engagement der Mitarbeiterinnen des Zentrums für Weiterbildung. Prof. Dr. Prasad kündigte anschließend an, dass gegenwärtig ein berufsbegleitender Zertifikatskurs zur „Flüchtlingsberatung“ unter ihrer Leitung konzipiert wird, den das Zentrum für Weiterbildung ab dem kommenden Jahr ins Angebot aufnehmen wird.
  • Frau Prof. Dr. Geißler-Piltz stellte den Zertifikatskurs ‚Supervision und Coaching in der sozialen Arbeit, Bildung und Gesundheit‘ vor, den sie gemeinsam mit Frau Dr. Monika Klinkhammer anbietet. Dieser sehr intensive, über drei Jahre laufende Kurs, akkreditiert von der Deutschen Gesellschaft für Supervision, wird 2017 wieder neu angeboten werden.
  • Frau Nicola Kriesel und Frau Claudia Hering stellten den 2016 erstmals angebotenen Zertifikatskurs ‚Fundraiser_in. Fördermittelakquise – Wie geht es richtig?‘ vor, in dem es nicht nur um die Grundlagen des Fundraisings gehen wird, sondern auch um Projektentwicklung, Projektmanagement, Budgetplanung, Fördermittelrecherche, formale und inhaltliche Konzeption von Förderanträgen, Sozialmarketing, steuerrechtliche Fragen und Spendenkampagnen für soziale Zwecke. Der Kurs startet im Juni unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Günter Thiele.
  • Roland Büchner und Stefan Fischer präsentierten den Zertifikatskurs ‚Pädagogik für Vermittlung sozialer Kompetenzen und Gewaltprävention‘, der in bisher 13 Durchgängen bereits von mehr als 200 erfolgreichen Absolvent_innen abgeschlossen wurde. Wissenschaftlicher Leiter dieses Kurses ist Prof. Dr. Heinz Cornel. Der Kurs wurde immer wieder weiterentwickelt und wird am 27. Mai 2016 erneut starten.
  • Abschließend wurde in diesem Block eine Videobotschaft von Herrn Dr. Mohammad Heidari aus Köln präsentiert, der ab dem 3. Juni 2016 den neuen Zertifikatskurs ‚Trainer_in für diversitätsbewusste Bildungsarbeit im interkulturellen Kontext‘ anbieten wird. Die wissenschaftliche Leitung wird hier von Prof. Johannes Kniffki wahrgenommen.

In einem dritten abschließenden Block referierte Herr Prof. em. Dr. Ortfried Schäffter zum Thema ‚Wissenschaftliche Weiterbildung an Hochschulen - mögliche Entwicklungsperspektiven und aktuelle Entwicklungserfordernisse. Ausgehend von seinen persönlichen Erfahrungen als langjähriger Mitarbeiter des Referats für Erwachsenenbildung an der Freien Universität Berlin und späterer Professor für Theorie der Weiterbildung an der Humboldt-Universität zu Berlin legte er da, warum Bildung eine öffentliche Aufgabe ist und prognostizierte, dass man die Entwicklung, die dazu geführt habe, dass man Bildung wie eine Ware auf dem Markt behandele, wieder zurückdrehen werde. Am Beispiel der geflüchteten Personen führte er aus, dass alle Teilnehmenden von Bildungsveranstaltungen für ihre Teilnahme nichts bezahlen sollten, sondern bezahlt werden sollten. Er lobte das umfangreiche Weiterbildungsprogramm der ASH und deren Praxisnähe. Vieles konnte er in 30 Minuten Redezeit nur anschneiden, weshalb wir eine Fortsetzung dieses sehr inspirierenden Kontaktes verabredeten.

Bei einem kleinen Büfett mit Snacks und Getränken gab es dann vielfältige Gelegenheiten zur Begegnung und zum Austausch. Neue Projekte wurden besprochen, Fragen zu den neuen Kursen beantwortet und neue Kontakte hergestellt. Nach mehr als 3 Stunden endete ein sehr erfolgreicher Abend.

Hier können Sie das Programm vom Weiterbilungsabend ansehen.