INDIKA

Indikationsspezifische regional koordinierte nachstationäre Langzeitversorgung von Menschen mit Schlaganfall und Menschen mit Demenz nach Schlaganfall in Berlin-Pankow

Projektlaufzeit: 01.05.2013 bis 30.04.2016

Projektleiterin: Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann (ASH Berlin)

Projektmitarbeiter: Johannes Gräske, Dipl. Pflegewirt (FH), Steve Strupeit, MScN 

Projektnehmer: Qualitätsverbund Netzwerk im Alter - Pankow e.V. (QVNIA)

Wissenschaftlicher Kooperationspartner: Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Medizinische Soziologie                               

Zusammenfassung:
INDIKA hat zum Ziel, nachstationär die pflegerische Versorgungs- und Beratungsqualität von Menschen mit Schlaganfall und Menschen mit Demenz nach Schlaganfall (MmS/D) und ihrer Angehörigen regional, wohnortnah und qualitätsgesichert zu vernetzten und damit zu verbessern. Aufbauend auf den bereits bestehenden Strukturen des Qualitätsverbundes Netzwerk im Alter – Pankow e.V. (QVNIA e.V.) im Bereich Gesundheit und Pflege erfolgt innerhalb eines regionalen Gesundheits- und Versorgungsnetzes die Entwicklung und Umsetzung eines transsektoralen pflegerischen Versorgungspfades. Dies erfolgt sektoren- und professionsübergreifend mit den für die Zielgruppe relevanten Akteuren des Gesundheits- und Versorgungsnetzes. Dazu gehören niedergelassene Ärzte und Ärztinnen, Rehabilitationseinrichtungen, Kliniken, Pflegestützpunkte, kommunale Ämter und Selbsthilfeorganisationen.

Das zentrale Handlungsfeld des Projektes ist die Etablierung eines transsektoralen pflegerischen Versorgungspfades zur Umsetzung einer verbindlichen, qualitätsgesicherten koordinierten Langzeitversorgung in verschiedenen ausgewählten nachstationären pflegerischen Versorgungssettings:

  • Selbstpflege durch den Klienten/die Klientin ohne pflegerische Beteiligung von Bezugspersonen bzw. professioneller Pflege
  • "Laienpflege", d.h. Klienten/innen werden in der Selbstversorgung durch Bezugspersonen pflegerisch unterstützt
  • ambulante pflegerische Versorgung durch Einbindung von ambulanten Pflegediensten
  • teilstationäre pflegerische Versorgung durch Einbindung von Einrichtungen der Tagespflege
  • vollstationäre pflegerische Versorgung durch Einbindung von Kurzzeitpflege bzw. Versorgung in vollstationären Pflegeeinrichtungen.

Es werden indikationsspezifische Qualitätsanforderungen an pflegerelevante Versorgungsprozesse erprobt und evaluiert. Diese stehen der Pflege zukünftig als wissenschaftlich fundierte Qualitätsindikatoren und verbindliche Handlungsrichtlinien in der vernetzten Versorgung von Menschen mit Schlaganfall und Menschen mit Demenz nach Schlaganfall zur Verfügung.

Ziel der wissenschaftlichen Evaluation
Die systematische und unabhängige Evaluation soll die Möglichkeit eröffnen, einzelne Konzeptelemente, die im Modellprogramm erprobt werden, als besonders wirksam zu identifizieren und für den späteren Transfer in die weitere Praxis nutzbar zu machen.

Seitens der ASH werden folgende Forschungsfragen im Rahmen einer Längsschnittstudie untersucht:

  • Welche Versorgungsstrukturen werden hauptsächlich von Menschen mit einer Schlaganfallerkrankung und/oder Demenz in Anspruch genommen?
  • Wie verändern sich Versorgungsoutcomes und Versorgungsverläufe von Menschen mit einer Schlaganfallerkrankung und/oder Demenz durch eine vernetzte Versorgung?
  • Wie verändern sich gesundheitsbezogene Outcomes von Angehörigen von Menschen mit einer Schlaganfallerkrankung und/oder Demenz durch eine vernetzte Versorgung?

Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Versorgungssituation älterer Menschen mit Pflegebedarf nach einer Schlaganfallerkrankung und/oder Demenz. Durch die vernetzte Versorgung werden zudem Einsparungen im pflegerisch/medizinischen Versorgungsbereich möglich, da Folgen wie z. B. Krankenhauseinweisungen vermindert werden können. Die erzielten Ergebnisse können zudem für spätere, darauf aufbauende Forschungs- und Entwicklungsansätze genutzt werden und die Grundlage für eine bundesweite Generalisierbarkeit von indikationsspezifischen Versorgungsstrukturen darstellen. Das Projekt trägt damit entscheidend zur Erforschung der Versorgungssituation von pflegebedürftigen Menschen und nachhaltig zur Verbesserung ihrer gesundheitlichen Versorgung bei.

Mittelgeber: GKV-Spitzenverband Modellprojekt nach §8 Abs. 3 SGB XI

Kontakt:
Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann, wolf-ostermann@ avoid-unrequested-mailsash-berlin.eu  
Johannes Gräske, graeske@ avoid-unrequested-mailsash-berlin.eu  
Steve Strupeit, strupeit@ avoid-unrequested-mailsash-berlin.eu