MiNa

Potenzialanalyse von Migrant/-innen zur Lösung der Nachfolgelücke im Mittelstand 

Projektlaufzeit: 01.06.2010 bis 31.12.2011

Projektleiterin: Prof. Dr. Birgit Felden (HWR Berlin)

Teilprojektleiter: Prof. Dr. Dariuš Zifonun (ASH Berlin)

Projektmitarbeiterin: Dipl.soz.tech. Lisa-Marian Schmidt

Partner: 
ECOVIS AG 
IHK Berlin

Zusammenfassung: 
Mittelständisches Unternehmertum ist die Basis und Zukunft der deutschen Volkswirtschaft. Daher stehen Übernehmer und Übernehmerinnen mittelständischer Betriebe seit längerem im Fokus des wirtschaftspolitischen Interesses. Doch jährlich suchen rund 70.000 Unternehmen einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin und immer weniger Kinder treten die Nachfolge im elterlichen Betrieb an (IfM Bonn 2008).
Auch mit Blick auf die erwartete demographische Entwicklung ist das "Verhältnis Mittelstand und Migranten" ein wirtschaftspolitisch interessantes Forschungsthema. Migrantinnen und Migranten könnten durchaus ein zusätzliches Potenzial insbesondere für die Unternehmensnachfolge darstellen. Dies insbesondere, weil Studien gezeigt haben, dass Bürger/innen mit Migrationshintergrund ein ausgeprägtes Gründerverhalten zeigen: Die Gruppe der Migranten macht zwar nur neun Prozent der Bevölkerung, aber elf Prozent aller Gründer aus (KfW 2007).Gründungsinteressierte mit Migrationshintergrund stellen jedoch ein noch weitgehend unerschlossenes Potenzial für die Nachfolge dar. Mittelständische Unternehmen haben dieses Potenzial noch nicht hinreichend für sich entdeckt. Das gilt insbesondere unter dem Aspekt der zunehmenden Globalisierung bislang regional tätiger Familienunternehmen. Aber auch Personen mit Migrationshintergrund entdecken den Mittelstand und die damit verbundenen Möglichkeiten nur zögerlich. Existenzgründungen in Form einer Unternehmensübernahme werden von Migrant/innen nur vereinzelt angestrebt und sind typischer Weise keine gängige Alternative zur Neugründung, sondern Ausbund individueller Gelegenheiten.Insbesondere in der Region Berlin/Brandenburg mit ihrem besonders hohen Anteil an Migrant/innen ist der Anwendungsbezug des Projekts offensichtlich und die Verwertbarkeit der Ergebnisse besonders bedeutsam. Über die Aktivitäten vor allem der Praxispartner sollen die Projektergebnisse nachhaltig zur Stärkung der Wirtschaftskraft in der Region beitragen.Forschungsaktivitäten zum - auch wirtschaftpolitischen wichtigen - Thema „Migrant/innen und Nachfolge“ gibt es (noch) nicht. Es handelt sich hier um ein innovatives Projekt mit einerseits großer wissenschaftlicher Bedeutung und andererseits hoher politischer und sozialer Wirksamkeit. Die Ergebnisse des Projekts werden in der Region aber auch bundesweit und international daher auf ein hohes Veröffentlichungsinteresse stoßen.Aus soziologischer Sicht stellt sich vor allem die Frage nach den wechselseitigen Wahrnehmungen der am Übernahmeprozess Beteiligten und nach den Bedingungen, Formen und Folgen von Interaktions- und Kommunikationsprozessen.

Mittelgeber: Institut für angewandte Forschung (IFAF Berlin)

Kontakt:  Prof. Dr. Dariuš Zifonun, zifonun@ avoid-unrequested-mailsash-berlin.eu