News, Hochschulleben Alice Salomon Award für Heike Radvan

Auf dem Neujahrsempfang ehrte die ASH Berlin die Professorin für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Antifeminismus

Vergrößern: Rektorin Bettina Völter überreicht den Preis an Heike Radvan
Rektorin Bettina Völter überreicht den Alice Salomon Award an Heike Radvan © ASH Berlin

Die ASH Berlin hat die Erziehungswissenschaftlerin und Pädagogin Heike Radvan mit dem Alice Salomon Award 2020 ausgezeichnet. Auf dem Neujahrsempfang der Hochschule am Samstag, 11. Januar 2020, in der Berlinischen Galerie nahm die Professorin der Brandenburgisch-Technischen Universität (BTU) Cottbus den mit 6.000 Euro dotierten Preis entgegen. Mit dem Preis ehrt die ASH Berlin Persönlichkeiten, die zur Emanzipation der Frauen und der Entwicklung der Sozialen Arbeit Herausragendes beigetragen haben und im übertragenen Sinn das Werk Alice Salomons weiterführen. Der Alice Salomon Award wird im jährlichen Wechsel mit dem Alice Salomon Poetik Preis im Rahmen des festlichen Neujahrsempfangs der Hochschule verliehen.

"Heike Radvan ist unbequem"

 

Die Jury des Alice Salomon Awards würdigt Radvan als eine „außerordentlich engagierte, mutige und innovative Wissenschaftlerin.“ Uta Walter, Sprecherin der Jury, ergänzte auf dem Neujahrsempfang: "Heike Radvan ist unbequem (...). Sie setzt Zeichen für eine offene Gesellschaft, eine wehrhafte Demokratie und für eine streitbare Soziale Arbeit."

Heike Radvan freute sich über den Alice Salomon Award und bedankte sich neben Familie und Freund_innen vor allem bei ihren Kolleg_innen der BTU Cottbus und bei ihren ehemaligen Kolleg_innen der Amadeu Antonio Stiftung, bei der sie 15 Jahre lang tätig war. Einen Teil des Preisgelds stiftet sie an die Organisation Jugendliche ohne Grenzen und den Verein Andersartig e.V., der bis Ende 2019 die Koordinierungsstelle LesBiSchwule & Trans* Belange des Landes Brandenburg verantwortete.

Herausforderungen für die Hochschule

 

Rektorin Bettina Völter würdigte die Preisträgerin als "Persönlichkeit, die sich nicht scheut, Spannungsfelder unserer Gesellschaft öffentlich und sichtbar zu machen." In ihrer Neujahrsansprache ging sie weiterhin auf die Herausforderungen ein, die das aktuelle Wachstum und damit die Organisationsentwicklung der Hochschule für die Mitarbeitenden und Lehrenden bedeutet. Völter würdigte die Anstrengungen der Hochschulangehörigen und dankte ihnen für ihren "riesengroßen Einsatz". Sie betonte: "Wir setzen die Organisationsentwicklung fort und legen dabei besonderen Wert darauf, dass unsere Hochschule sich in den Bereichen Diversität, Nachhaltigkeit und Gesundheit weiterentwickelt."

Zudem hob die Rektorin die gesellschaftliche Verantwortung hervor, die die ASH Berlin als größte staatliche SAGE-Hochschule (Soziale Arbeit, Gesundheit, Erziehung und Bildung) Deutschlands trage. "Die SAGE-Professionen wirken dabei mit, Antworten auf die gesellschaftlichen Megatrends unserer Gesellschaft zu geben (...). Mit Megatrends meine ich den demographischen Wandel, die zunehmende soziale Ungleichheit, den Klimawandel, Folgen der Globalisierung, von Flucht und Migration, aber auch steigende Multimorbidität und psychosoziale Belastungen (...)." Mit wissenschaftlichem Sachverstand und sozialen Innovationen könne sich die ASH Berlin als "SAGEnhafte Hochschule" für mehr Inklusion, Chancengerechtigkeit und die Förderung von Demokratie und Partizipation einsetzen.