Hochschulleben Alice Salomon Hochschule Berlin saniert ihre Südfassade

Nach der Sanierung wird ein Gedicht der aktuellen Poetik Preisträgerin, Barbara Köhler angebracht. Das Werk hat die Schriftstellerin eigens für die Hochschule geschrieben.

Vergrößern: Fotomontage: Das Gedicht von Barbara Köhler nach der Fassadensanierung an der ASH Berlin
Fotomontage: Das Gedicht von Barbara Köhler nach der Fassadensanierung an der ASH Berlin © Copyright: ASH Berlin

Die Alice Salomon Hochschule Berlin nimmt ab Mitte September 2018 eine aus baulichen Gründen inzwischen überfällige Komplettsanierung ihrer Südfassade vor. Im Frühjahr waren aufgrund von Rissbildungen Bruchstücke der seit 1998 bestehenden Fassade auf den Gehweg gefallen. Aufgetragen wird nach der Sanierung die Fassadengestaltung der aktuellen Preisträgerin des Alice Salomon Poetik Preises Barbara Köhler mit einem eigens für die Hochschule geschriebenen Text.

Das Gedicht „avenidas“ von Eugen Gomringer wird auf einer 1 x 1,4 Meter großen Edelstahl-Tafel im Sockelbereich neu angebracht. Daneben findet sich ein von Eugen Gomringer geschriebener Kommentar sowie ein Hinweis auf die Dokumentation zentraler Beiträge der Fassadendebatte auf der Website der ASH Berlin.

Uwe   Bettig,   Rektor   der   Alice   Salomon   Hochschule   Berlin:   „Mit   der Neugestaltung der Fassade setzen wir nun den Beschluss des Akademischen Senats vom 23. Januar   2018   weiter um.   Demnach   stellt   die   Hochschule   den   Alice   Salomon   Poetik Preisträger_innen   die   Südfassade   alle   fünf   Jahre   für   die   Darstellung   ihrer   Kunst   zur Verfügung. Barbara Köhlers Gedicht wird sicherlich neue, spannende Impulse für die weitere Debatte geben.“

Das Gedicht von Barbara Köhler nimmt die Debatte um die Neugestaltung der Fassade inhaltlich auf. Auch sind einzelne Buchstaben von „avenidas“ als Auslassungen in die Buchstaben des neuen Gedichtes verwoben. Barbara Köhler hatte im Juli der Hochschulöffentlichkeit ihre bisherigen künstlerischen Arbeiten im öffentlichen Raum anschaulich gemacht und anschließend ihre Vorschläge für die Südfassade vorgestellt. Gespräch und Resonanz der Veranstaltung bezog sie in die Weiterbearbeitung der Fassadengestaltung ein. Die Entscheidung für die Gestaltung oblag jedoch allein der Künstlerin. Sie schreibt dazu:

„Ein  Gedicht  mit Vorgeschichte: ein Gedicht  an  einem Ort, an  dem davor ein anderes Gedicht stand, um das eine Geschichte entstand, die sehr verschieden erzählt wurde – als öffentliche Debatte. Was eigentlich passt, weil auch der Ort ein öffentlicher ist. Das neue Gedicht ist ein Teil dieser Geschichte, es macht nicht Schluss damit, nur eine weitere Schicht: aus dem Gedicht davor ist ein Gedicht dahinter geworden. Durch die Schrift lässt sich in die Zeit sehen: das Aktuelle erinnert das Vorherige, nimmt es auf, löscht es nicht aus. An einem Ort, sagt das Gedicht so, kann's mehr als eines geben oder einen; möglich ist vieles – Wohin erinnern Sie sich? Wofür und wem geben Sie Raum? Und wer, sagen Sie, hätte nichts zu sagen? Das Gedicht wendet sich an die Öffentlichkeit, an die Vielen, die den Ort täglich passieren: es begrüßt sie ausdrücklich, es gäbe ihnen gern Verschiedenes zu denken. Und sollte Ihnen daran etwas Spanisch vorkommen und so nicht korrekt, könnte es sich vielleicht auch um eine andere Sprache handeln – Katalanisch z.B.?“

Bettina Völter, Prorektorin der ASH Berlin: „Wir danken Barbara Köhler für ihre konsequent künstlerische Auseinandersetzung mit der „avenidas-Debatte“. Ihr kreatives und produktives Umgehen mit dem Gesamtprozess an der Hochschule zeigt, dass nur das Zusammenspiel von Freiheit der Kunst und Autonomie der Hochschule wegweisend ist. Die neue Fassadengestaltung hat viel mit den Inhalten der Hochschule zu tun, u.a. mit deren Eintreten für die Gleichwertigkeit von unterschiedlichen Wahrnehmungen der Welt. Sie lädt dazu ein, sich dem Werk jeden Tag mit neuem Blick zu nähern.“

Weitere Informationen finden Sie unter: www.ash-berlin.eu/fassadendebatte

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