Hochschulleben Alice Salomon Poetik Preis für Christoph Szalay | Festakt und Lesung

Im Rahmen ihres Neujahrsempfangs am 19. Januar 2019 verlieh die Alice Salomon Hochschule Berlin den Poetik Preis an Christoph Szalay

Vergrößern: Programmkarte Alice Salomon Poetik Preis
© ASH Berlin

"Konsequent interdisziplinär, außerordentlich facettenreich und vielseitig kollaborativ", so würdigte die Jury den diesjährigen Preisträger Christoph Szalay. Der Alice Salomon Poetik Preis wurde im Rahmen des Neujahrsempfangs der Hochschule am 19.01.2019 in der Berlinischen Galerie verliehen. Neben einer Autorenlesung standen die Neujahrsansprache der Rektorin der ASH Berlin, Prof. Dr. Bettina Völter, die Jurybegründung des Literaturkritikers Angelo Algieri, die Laudatio der Autorin Natascha Gangl sowie Musik von Golden Diskó Ship auf dem Programm des Festaktes.

„Es ist mir ein Fest heute hier über Dich sprechen zu dürfen“, so Laudatorin Natascha Gangl. „Deine Art zu schreiben, Deine Art zu lesen, Du als Performer, als Herausgeber, als Kurator, und besonders auch Du als Wertschätzer, als Wahrnehmer, als Beobachter - ich kenne kaum jemanden der so Anteil nimmt an den Denkwegen der Kolleg*innen, leidenschaftlich mitfiebert und mit Aufmerksamkeit und Anwesenheit beschenkt.“

In seiner Dankesrede unterstrich Szalay, dass sich der Preis vor allem an interdisziplinäres Schaffen richtet:
„Ich freue mich, einen Preis entgegennehmen zu dürfen,
der ein Dazwischen formuliert,
Räume und Orte, in denen sich Begrifflichkeiten auflösen,
die sich hybride und nicht normativ lesen lassen,
Räume und Orte, in denen nicht mehr klar ist, was davon ist
Lyrik und was Installation,
was davon gehört in ein Buch, was in eine Galerie, eine
Wand,
auf Stoff,
einen Screen,
einen Körper,
etc.“

Der Preisträger Christoph Szalay ist 1987 in Graz geboren. Er absolvierte das Studium der Germanistik an der Universität Graz sowie Kunst im Kontext an der Universität der Künste in Berlin. Er ist Lyriker, Künstler und Kurator sowie seit 2017 Literaturbeauftragter des Forum Stadtpark in Graz. Neben den Publikationen „Asbury Park, NJ“,  „flimmern“ sowie „stadt / land / fluss“ sind seine Werke in verschiedenen Literaturzeitschriften (etwa in LICHTUNGEN), Anthologien (z.B. „Lyrik von Jetzt 3“) und im Rundfunk erschienen.

Die Begründung der Jury

Die Jury des Alice Salomon Poetik Preises würdigte Szalay als „einen Autor, der seit Beginn seines Schaffens konsequent interdisziplinär arbeitet: Sei es in der Lyrik, Performance oder Erstellung von Installationen.“ Hervorgehoben wurde dabei der „außerordentliche Facettenreichtum Szalays, der auf meisterliche Art Zitate aus Kunst, Literatur, Rock-Musik und Hip Hop, Alltagssprache und Social Media gleichwertig verwendet, sie in einen neuen Kontext setzt, den Leser irritiert.“ Schließlich beschreibt die Jury Szalay als lyrischen „Grenzgänger“, der gemeinsam mit unterschiedlichen Kunstschaffenden – u.a. Performance- und Klangkünstlern, Bühnenbildnern sowie Illustratoren – Werke realisiert. Besonders unterstrichen wurde sein Schaffen als Kurator und Herausgeber: „Mit seiner Auswahl bezieht er auch außerhalb seiner Werke politisch Position.“  

Zum Poetik Preis

Mit dem Alice Salomon Poetik Preis zeichnet die Alice Salomon Hochschule Berlin Künstlerinnen und Künstler aus, die durch ihre besondere Formensprache und Vielfalt zur Weiterentwicklung der literarischen, visuellen sowie akustischen Künste beitragen und dabei immer interdisziplinär arbeiten und wirken. Er ist mit einem Preisgeld in Höhe von 6.000,00 Euro verbunden. Darüber hinaus erhalten die Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeit, ihre literarische Arbeitsweise im Rahmen einer Vorlesung darzulegen und die Südfassade der Hochschule zu gestalten. Die Berliner Hochschule für Soziale Arbeit, Gesundheit sowie Erziehung und Bildung im Kindesalter führte 2006 den Masterstudiengang „Biografisches und Kreatives Schreiben“ ein – im Zuge dessen wurde der Alice Salomon Poetik Preis erstmalig 2007 vergeben. Neben Szalay erhielten bisher elf Künstlerinnen und Künstler den Preis: Gerhard Rühm, Michael Roes, Rebecca Horn, Valeri Scherstjanoi, Eugen Gomringer, Emine Sevgi Özdamar, Andreas Steinhöfel, Franz Hohler, Volker Ludwig, Elfriede Czurda und Barbara Köhler.

„Unser Hochschulparlament hat sich genau vor einem Jahr entschlossen, die Fassade, auf der von Sommer 2011 bis Dezember 2018 ein Gedicht des Preisträgers Eugen Gomringer stand, weiterhin den Preisträger_innen zur Verfügung zu stellen“, erläutert die Rektorin der Alice Salomon Hochschule Bettina Völter. „Seit Ende Dezember können wir eine Arbeit von Barbara Köhler an der Fassade sehen. Sie hat sie eigens für die ASH Berlin gestaltet, in Reflexion der Fassadendebatte aber auch bezugnehmend auf unseren inhaltlichen Auftrag einer Hochschule für Soziale Arbeit, Gesundheit und Erziehung und Bildung. Eine Intention unseres Beschlusses war, den Alice Salomon Poetik Preis noch deutlicher mit dem Hochschulleben und dem Profil der ASH Berlin zu verbinden. Insofern freuten wir uns besonders auf die Begegnung mit Christoph Szalay.“