News Barbara Köhlers Gedicht auf Südfassade der Alice Salomon Hochschule Berlin

Die Hochschule freut sich über die Fertigstellung der Arbeiten an ihrer Südfassade.

Vergrößern: Detailaufnahme des Gedichtes von Frau Köhler an der Fassade
Detailaufnahme des Gedichtes (Foto: ASH Berlin)

Gestaltet wurde sie von der aktuellen Preisträgerin des Alice Salomon Poetik Preises Barbara Köhler mit einem eigens für die Hochschule geschriebenen Text. Einzelne Buchstaben von „avenidas“, dem Gedicht von Eugen Gomringer, das vorher auf der Fassade zu sehen war, sind als Auslassungen in die Buchstaben des neuen Gedichtes verwoben.

Barbara Köhler hatte im Juli der Hochschulöffentlichkeit ihre bisherigen künstlerischen Arbeiten vorgestellt und anschließend ihre Vorschläge für die Südfassade präsentiert. Gespräch und Resonanz der Veranstaltung bezog sie in die Weiterbearbeitung der Fassadengestaltung ein.

Ihre Gestaltungsentscheidungen erörtert sie auf einer Edelstahl-Tafel im Sockelbereich:  „Ein  Gedicht  mit Vorgeschichte: ein Gedicht  an  einem Ort, an  dem davor ein anderes Gedicht stand, um das eine Geschichte entstand, die sehr verschieden erzählt wurde – als öffentliche Debatte. Was eigentlich passt, weil auch der Ort ein öffentlicher ist. Das neue Gedicht ist ein Teil dieser Geschichte, es macht nicht Schluss damit, nur eine weitere Schicht: aus dem Gedicht davor ist ein Gedicht dahinter geworden. Durch die Schrift lässt sich in die Zeit sehen: das Aktuelle erinnert das Vorherige, nimmt es auf, löscht es nicht aus. An einem Ort, sagt das Gedicht so, kann's mehr als eines geben oder einen; möglich ist vieles – Wohin erinnern Sie sich? Wofür und wem geben Sie Raum? Und wer, sagen Sie, hätte nichts zu sagen? Das Gedicht wendet sich an die Öffentlichkeit, an die Vielen, die den Ort täglich passieren: es begrüßt sie ausdrücklich, es gäbe ihnen gern Verschiedenes zu denken. Und sollte Ihnen daran etwas Spanisch vorkommen und so nicht korrekt, könnte es sich vielleicht auch um eine andere Sprache handeln – Katalanisch z. B.?“

Im Sockelbereich der Fassade wurde außerdem das vormals die Fassade zierende Gedicht „avenidas“ auf einer 1 x 1,4 Meter großen Edelstahl-Tafel angebracht. Daneben findet sich ein von Eugen Gomringer geschriebener Kommentar sowie ein Hinweis auf die Dokumentation zentraler Beiträge der Fassadendebatte auf der Website der Alice Salomon Hochschule Berlin.

 „Die neue Fassadengestaltung wird uns nun im Alltag begleiten“, so Rektorin Bettina Völter. „Sie hat viel mit den Inhalten der Hochschule zu tun, z. B. mit der Frage, wer eigentlich im Berufsalltag des Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesens, im Seminar oder in der Gesellschaft bewundert, bezweifelt, entscheidet, oder mit der Erfahrung, vor Menschen zu stehen, deren Sprache man nicht spricht. Der Text thematisiert – wie alle SAGE-Studiengänge an der ASH Berlin – indirekt auch die Gleichzeitigkeit von mehreren Perspektiven auf die Welt. Die Gestaltung von Barbara Köhler lädt dazu ein, sich ihr jeden Tag mit neuem Blick zu nähern.“

 

 

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