News, Hochschulleben Berliner Abgeordnetenhaus bewilligt 20,6 Mio. Euro für Erweiterungsbau der ASH Berlin

Bauprojekt am Kokoschkaplatz wird 2021 beginnen

Vergrößern: Modell des Erweiterungsbaus der ASH Berlin
© ASH Berlin

Der Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses hat in seiner heutigen Sitzung die Finanzierung des dritten Bauabschnitts zur Erweiterung der Alice Salomon Hochschule Berlin in Höhe von 20,6 Millionen Euro bewilligt. Damit kann die Hochschule nun am Kokoschkaplatz in Berlin-Hellersdorf in einem Zug bauen.

„Die Alice Salomon Hochschule hat bei ihrer engagierten Lehre und Forschung, etwa in den Bereichen Gesundheit, Erziehung und Soziale Arbeit, jede Unterstützung verdient. Die Coronakrise zeigt einmal mehr, wie wichtig diese erfolgreiche Fachhochschule für unsere Stadt und die Gesellschaft insgesamt ist. Wer gegen den eklatanten Fachkräftemangel im Sozial- und Gesundheitswesen angehen will, muss die Bildungsinstitutionen auch besser ausstatten und ihren notwendigen Ausbau ermöglichen. Deshalb freue ich mich sehr über die Hauptausschuss-Entscheidung, für das Neubau-Vorhaben der Alice Salomon Hochschule Berlin zusätzliche 20,6 Millionen Euro bereit zu stellen“, so Daniel Wesener, Bündnis 90/Die Grünen, Schriftführer im Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses von Berlin.

„Ich freue mich, dass wir nun der Alice Salomon Hochschule Berlin die notwendige finanzielle Unterstützung für ihre Entwicklung geben konnten. Dafür haben wir uns als Wissenschaftspolitik lange eingesetzt. Die Zukunft der sozialen Berufe in Berlin auf hohem akademischem Niveau ist damit gesichert. Gerade jetzt sehen wir, dass es in Feldern wie beispielsweise der Kindheitspädagogik oder der Pflege nicht nur um qualitativ hochwertige Ausbildung für viele junge Menschen geht, sondern auch um starke Forschung, um neue Herausforderungen zu bewältigen. Diese Forschungsstärke hat die ASH Berlin und dazu gratuliere ich herzlich“, so Ina Czyborra, wissenschaftspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus.

Dr. Manuela Schmidt, Die Linke, stellv. Schriftführerin im Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses von Berlin: „Die heutige Entscheidung trägt nicht nur den gestiegenen Studierendenzahlen insbesondere bei den Erzieher_innen und Sozialarbeiter_innen Rechnung. Für mich und auch für Herrn Ziller (Bündnis 90 / Die Grünen), ebenfalls Mitglied im Hauptausschuss und Abgeordneter aus Marzahn-Hellersdorf, bedeutet dies zugleich eine Wertschätzung der Arbeit der Alice Salomon Hochschule Berlin, die sich fest als zuverlässige und engagierte Partnerin in der Berliner Hochschul- und Wissenschaftslandschaft etabliert hat. Die bauliche Erweiterung der Hochschule bedeutet sowohl für die Dozentinnen und Dozenten als auch für die Studierenden die lang ersehnte Verbesserung der Lehr- und Studienbedingungen. Damit haben wir im Abgeordnetenhaus eine wichtige Voraussetzung dafür geschaffen, dass die Ausbildung auch weiter in der gewohnt hohen Qualität fortgesetzt werden kann, und wir danken dem gesamten Team der ASH Berlin und insbesondere der Rektorin, Frau Prof. Bettina Völter, für die Geduld und für unermüdliches Engagement.“

Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle begrüßt die Entscheidung des Berliner Abgeordnetenhauses: „Als Bezirksamt und auch als gesamter Bezirk freuen wir uns in Marzahn-Hellersdorf über diese Entscheidung, die wir auch als eine Standortentscheidung und eine wichtige Aufwertung der Hellen Mitte sehen.“

„Wir danken für die heutige Entscheidung des Hauptausschusses. Die Abgeordneten haben damit auch ein Zeichen für die gesellschaftliche Bedeutung unserer Studien- und Forschungsschwerpunkte Soziale Arbeit, Gesundheit und Kindheitspädagogik gesetzt. Wir denken derzeit intensiv über die Folgen und sozialen Nebenwirkungen der Corona-Pandemie nach. Die materielle Investition in unseren Hochschulneubau wird sich inhaltlich auszahlen, und zwar auf der Ebene von gesellschaftsrelevanter Wissensproduktion, Engagement und Bildung für die Belange vieler gefährdeter, strukturell benachteiligter und gesundheitlich zu fördernder Menschen“, so Prof. Dr. Bettina Völter, Rektorin der ASH Berlin.

Um dem Fachkräftemangel im Bereich der Pflege und der Gesundheitsberufe, der Kindheitspädagogik sowie der Sozialen Arbeit aktiv entgegen zu wirken baut die Hochschule in nur fünf Jahren ihre Kapazität um mehr als 40 Prozent landesseitig finanzierter Studienplätze aus. Damit wächst die Zahl der Studierenden insgesamt auf 5.000. Zu Beginn des Wintersemesters 2020/2021 starten gleich drei innovative und berufsfeldorientierte Studiengänge: der primärqualifizierende Bachelorstudiengang Pflege, der Bachelorstudiengang Interprofessionelle Gesundheitsversorgung – online sowie der Masterstudiengang Soziale Arbeit – Kritische Diversity und Community Studies.

Die Gesamtsumme der Baukosten beläuft sich auf rund 36,7 Millionen Euro. Darin enthalten sind ein Eigenanteil der ASH Berlin aus vorausschauender jahrelanger Rücklagenbildung von rund 10 Millionen Euro. Die Planung für den Neubau läuft seit 2010. Im Frühsommer kommenden Jahres soll mit dem Bau begonnen werden. Mit der Fertigstellung wird derzeit im Jahr 2024 gerechnet.

„Wir sind froh, dass die Senatskanzlei und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung den dritten Bauabschnitt schon in die Gesamtplanung aufgenommen haben. Nun kann ab 2021 kostensparend, effizient und aus einem Guss gebaut werden", so Völter weiter. „Was die hohen Mietkosten in der Zwischenzeit angeht, hat uns die Senatskanzlei bereits unterstützt. Vor dem Hintergrund der Kosten für die nötige Organisationsentwicklung unserer stark wachsenden Hochschule und der coronabedingt noch dringender gewordenen Innovationen, wie Digitalisierung, kann die Hochschule jedoch auch die verbleibenden Summen nicht alleine tragen“, so Bettina Völter.

Um die nötigen Kapazitäten für den Aufwuchs der ASH Berlin bereitstellen zu können, müssen bis zur Fertigstellung des Neubaus über 2.000 qm Fläche für Seminar- und Büroräume angemietet werden. Darin werden auch zwei speziell für den Bachelorstudiengang Pflege konzipierte "Skills Lab"-Räume ihren Ort finden. Das sind Räume, in denen am Bett und an dafür technisch ausgestatteten Puppen die Pflege von Patient_innen simuliert werden kann. Die Kosten für Anmietung, Herrichtung und Unterhalt der Übergangsflächen belaufen sich im Zeitraum des geltenden Hochschulvertrags (2018-2022) auf insgesamt rund 2,5 Millionen Euro. Davon müssen 1,8 Millionen Euro aus dem Globalhaushalt der ASH Berlin erbracht werden.