Forschung, News Demokratieferne Einstellungen in einer Kommune am Beispiel Marzahn-Hellersdorf

Forschungsteam der ASH Berlin stellt zentrale Ergebnisse des Forschungsprojekts DEFA vor

Vergrößern: bunte Bleistifte die die Meinungsvielfalt symbolisieren
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Am Dienstag, 02.04.2019 von 10 bis 11 Uhr, lädt die Alice Salomon Hochschule Berlin zum Pressegespräch im Kastanientreff (ehemals Café Interfix) in Berlin-Hellersdorf ein. Prof. Dr. Heinz Stapf-Finé und Andrea Metzner vom Forschungsteam der Hochschule stellen die zentralen Ergebnisse des Projekts „Demokratieferne Einstellungen in einer Kommune. Das Beispiel Marzahn-Hellersdorf (DEFA)“ vor. Stefan Komoß, ehemaliger Bürgermeister des Bezirks Marzahn-Hellersdorf, wird anschließend die Handlungsempfehlungen des Teams für Politik und Zivilgesellschaft präsentieren.

Im Rahmen des Forschungsprojekts wurde im Zeitraum von März 2017 bis Dezember 2018 das Verhältnis der Bewohner_innen des Bezirks Marzahn-Hellersdorf zur Demokratie untersucht. In einer repräsentativen Studie wurden Fragen zum Demokratieideal, zur konkreten Umsetzung der Demokratie in der Bundesrepublik und im Bezirk, zum Engagement der Bürger_innen des Bezirks, zum Image des Bezirks und zu Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeiten gestellt. Es hat sich gezeigt, dass die Bürger_innen trotz der nicht immer positiven Reputation des Bezirks gerne in Marzahn-Hellersdorf leben. Sie haben durchaus ein hohes Interesse an Politik, auch wenn sie häufig Hürden wahrnehmen, die sie daran hindern, sich selbst zu engagieren.  

„Allein der sehr hohe Rücklauf unserer Umfrage verdeutlicht das Interesse der Menschen an Demokratie und Politik. Insgesamt haben sich 363 Marzahn-Hellersdorfer_innen an unserer Umfrage beteiligt. Diese Menschen haben ein großes Bedürfnis, gehört zu werden“, betont Prof. Dr. Heinz Stapf-Finé. Im Anschluss an diese quantitative Studie erklärten sich knapp sechzig Bürger_innen dazu bereit, mit dem Forschungsteam vertiefende Interviews zu führen. 30 narrative Interviews für die qualitative Dimension der Studie wurden letztendlich durchgeführt.

Basierend auf den Forschungsergebnissen hat das Team zielgruppenspezifische Handlungsempfehlungen für die Politik, aber auch die Zivilgesellschaft entwickelt. Diese sollen vor allem dazu beitragen, demokratiedistanzierten und -feindlichen Haltungen entgegenzuwirken und ein inklusives Gemeinwesen zu schaffen, an dem sich alle Bürger_innen beteiligen können.

Das Projekt wurde von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin gefördert und von Prof. Dr. Heinz Stapf-Finé und Prof. Dr. Michael Brodowski von der ASH Berlin geleitet.

Veranstaltungsort
Kastanientreff
Stollberger Str. 63
12627 Berlin