Hochschulleben, Internationales Equal Pay Day – Tag der Lohngleichheit am 18. März

Die Equal-Pay-Day-Fahne wurde vor der ASH Berlin gehisst

Vergrößern: Die Equal-Pay-Day-Fahne weht vor dem Gebäude der ASH Berlin
Die Equal-Pay-Day-Fahne weht am 18. März vor dem Gebäude der ASH Berlin © ASH Berlin

Am 18. März weht symbolisch die Equal-Pay-Day-Fahne vor der Alice Salomon Hochschule Berlin, um auf die immer noch bestehende Lohnungleichheit von Frauen* und Männern* aufmerksam zu machen. Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle hisste die Fahne vor dem Hellersdorfer Rathaus auf dem Alice-Salomon-Platz.

Laut Statistischem Bundesamt beträgt der geschlechtsspezifische Entgeltunterschied in Deutschland aktuell 21%. Damit liegen wir weit über dem Durchschnitt der Europäischen Union (16 %). Rechnet man den Prozentwert in Tage um, ergeben sich 77 Tage, die Frauen* in Deutschland umsonst arbeiten – also von Jahresanfang bis zum 18. März, dem Equal Pay Day. Und das, obwohl Frauen* heute – statistisch gesehen – besser ausgebildet sind als Männer*.

Ursachen sind vor allem folgende ineinandergreifende, strukturelle Gründe:

  • Ehemalige 'Frauenberufe' - wie z.B. (Soziale Arbeit, Pflege, Erziehung) erfahren weiterhin weniger Anerkennung und das schlägt sich in der Bezahlung nieder
  • Geschlechtsbezogene Rollenstereotype beeinflussen nach wie vor die Berufswahl  
  • Frauen* fehlen in bestimmten Berufen und Branchen
  • Frauen* arbeiten seltener in Führungspositionen
  • Frauen* arbeiten häufiger in Teilzeit oder in Minijobs
  • Frauen* unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit familienbedingt durch z.B. Elternzeit oder Pflege von Angehörigen häufiger und länger als Männer*

Doch selbst, wenn diese Faktoren herausgerechnet werden und Menschen miteinander verglichen werden, die in der gleichen Branche und gleichen Position gleich viel arbeiten, dann ergibt sich in Deutschland immer noch eine Lohnlücke von sechs Prozent.

Ein Grund ist geschlechtsbezogene Diskriminierung bei der Bezahlung. Hier soll das neue Entgelttransparenzgesetz das Recht auf gleiches Entgelt für gleiche und gleichwertige Arbeit in der Praxis stärken und besser durchsetzbar machen. 

Auch werden Frauen* oft nicht darin gestärkt, ihre Interessen durchzusetzen – etwa bei Gehaltsverhandlungen. Hier können z.B. Coaching, Mentoring und Fortbildungen in Rhetorik, Selbstbehauptung und Verhandlungsführung unterstützen. Diese Themen finden sich regelmäßig im Bildungsprogramm der Frauen*beauftragten an der ASH Berlin.

Die Lohnlücke hat lange Auswirkungen, die sich bis in die Rentenphase niederschlägt. Altersarmut ist ein besonderes Problem für Frauen*.

Somit ist die Lohnlücke ein Thema der ASH Berlin, nicht nur im Hinblick auf die eigenen Beschäftigten, sondern auch im Hinblick auf unsere Bestrebungen, die Berufsfelder der Sozialen Arbeit, Gesundheit und Erziehung aufzuwerten (u.a. durch die Akademisierung) und damit die Lebensumstände und den Ressourcenzugang unserer Studierenden zu verbessern.

Leider entfällt der Equal Pay Day 2019 auf den gleichen Tag wie letztes Jahr. Das heißt, der “Gender pay gap” - die geschlechtsspezifische Lohnlücke - ist nicht kleiner geworden. Mit dem Equal Pay Day soll ein Bewusstsein für die Gründe der Lohnunterschiede geschaffen werden, so dass Entscheidungsträger_innen zur Schließung der Lücke beitragen.

Heute gibt es in Berlin anlässlich des Equal Pay Days mehrere Aktionen, z.B.

  • ein "Frauenticket" bei der BVG: Das Tagesticket für Frauen* kostet heute 5,50 Euro - rund 21 Prozent weniger als das normale Tagesticket

Mehr Infos:

Informationen zum Equal Pay Day

Aktionen in Berlin am 18. März

Statistiken zur Lohngleichheit in Deutschland

Information des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zum Entgelttransparenzgesetz