Forschung Gute Kita – schlechte Kita? Wir forschen für höhere Qualität.

Das „Gute-Kita-Gesetz“, das erste große Gesetzesvorhaben von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, hat sich zur Aufgabe gemacht, die Qualität der Kinderbetreuung spürbar zu verbessern. Dafür will die Bundesregierung den Ländern bis 2021 insgesamt 3,5 Milliarden Euro bereitstellen. Aber was genau ist „besser“?

Wissenschaftler_innen der Alice Salomon Hochschule Berlin haben die gefragt, die sich auskennen: die Kita-Kinder selbst. Ein anderes Forschungsprojekt widmet sich der immer wichtiger werdenden Kindertagespflege: Wie steht es um die Qualität abseits von institutionalisierter Kindertagesbetreuung in Krippe und Kita?

Kinder sind für die Wissenschaft bisher in aller Regel nur Forschungsobjekte. Die Studie „Kita-Qualität aus Kindersicht“ geht hier neue Wege. In ihrem Rahmen besuchte das Team um Prof. Dr. Iris Nentwig-Gesemann, Professorin für Bildung im Kindesalter an der Alice Salomon Hochschule Berlin, sechs Kitas in Deutschland und befragte 79 Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren. Die innovativen Forschungsmethoden eröffneten den Kindern Freiräume, ausführlich von ihren Erfahrungen und Erlebnissen zu erzählen, die Wissenschaftler_innen in Gespräche zu verwickeln und ihre Sicht der Dinge zu erklären. Das Ergebnis: Jungen und Mädchen im Kita-Alter wünschen sich die richtige Balance zwischen verlässlichen Strukturen, Anerkennung ihrer Individualität und dem ungestörten Spiel mit anderen Kindern. Die Studie legt außerdem nahe, dass es selbstverständlich werden sollte, Kinder als Qualitätsexperten ihrer eigenen Kita einzubeziehen. Damit dies gelingt, bedarf es Pädagog_innen mit einer offenen Haltung, die Fragen stellen und neugierig auf die Antworten sind.

Doch nicht nur die Kindermeinung kommt häufig zu kurz. In Deutschland mangelt es bisher auch an wissenschaftlich abgesicherten Erkenntnissen zu Bildungs-, Gesundheits- und Qualitätsaspekten in der Kindertagespflege. Und das obwohl rund 15 Prozent aller Kinder in Deutschland von Tagesmüttern oder -vätern betreut werden. Hier setzt die Studie „GuT – Gute gesunde Kindertagespflege“ an. Neben dem Kindeswohl wird ein besonderes Augenmerk auf die psychischen und körperlichen Belastungen der Tagesmütter und Tagesväter gelegt. Wie werden die Rahmenbedingungen der Arbeit bewertet? Welche Qualifikationsangebote und Unterstützungsleistungen nehmen sie wahr? Wie gehen die Betreuenden mit den Themen Ernährung, Bewegung, Hygiene oder mit Unfallrisiken um? Die entsprechenden Daten werden in bundesweiten Onlinebefragungen – einerseits für Kindertagespflegepersonen, andererseits für Eltern – erhoben. Die Ergebnisse werden im Dezember veröffentlicht.

Mehr zur Studie „Kindertagesbetreuung aus Kindersicht“, durchgeführt im Rahmen des Bundesprogramms Qualität vor Ort, gefördert von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung: https://www.qualitaet-vor-ort.org/

Mehr zum Forschungsprojekt Gute gesunde Kindertagespflege (GuT):
http://www.gute-gesunde-kindertagespflege.de/

Mehr zum Bachelor-Studiengang „Erziehung und Bildung im Kindesalter“:
https://www.ash-berlin.eu/studium/