Hochschulleben, Studium Mitbestimmung bei der (Neu-)Gestaltung der Südfassade

Die Linkliste mit Presseberichten und weitere Informationen zur Fassadendebatte finden Sie hier.

Vergrößern: Foto von der Südfassade der ASH Berlin mit dem Gedicht "avenidas" von Eugen Gomringer
© Alice Salomon Hochschule Berlin

Druckfähiges Foto der ASH-Fassade zum Download (Copyright: Alice Salomon Hochschule Berlin).

Vom 15. - 29. November 2017 konnten alle Hochschulangehörigen zwei Wochen online mit einem Votum für ihren bevorzugten Vorschlag für die (Neu-)Gestaltung der Südfassade stimmen. Weitere Informationen dazu finden Sie in der u.s. Pressemitteilung.

Die beiden Vorschläge, welche die meisten Stimmen auf sich vereinigen konnten, werden dem Akademischen Senat gemeinsam mit einem dritten Vorschlag, den die Hochschulleitung sich vorbehält, am 12. Dezember 2017 intern zur Diskussion gestellt. Am 23. Januar 2018 wird in einer weiteren Sitzung des Akademischen Senats dann darüber abgestimmt, welcher der Vorschläge Grundlage für die (Neu-)Gestaltung sein soll.

Die Umsetzung der (Neu-)Gestaltung wird im Zuge einer notwendigen Fassadenrenovierung voraussichtlich 2018 erfolgen.

Nach der umfangreichen medialen Berichterstattung zur (Neu-)Gestaltung der Südfassade hat das Referat Hochschulkommunikation der ASH Berlin eine Linkliste mit allen verfügbaren Artikeln, Blogbeiträgen und dem Statement von Prof. Dr. Bettina Völter, Prorektorin der ASH Berlin, erstellt.

 

Aktuelle Pressemitteilung vom 15. November 2017

Alice Salomon Hochschule Berlin stimmt ab heute intern über eingegangene Vorschläge zur (Neu-)Gestaltung der Fassade ab

Am heutigen Mittwoch (15.11.2017) beginnt an der Alice Salomon Hochschule (ASH) Berlin die Online-Abstimmung für die eingesendeten Vorschläge zur (Neu-)Gestaltung ihrer Südfassade.

Insgesamt wurden 44 Beiträge eingereicht, davon 32 Vorschläge von Hochschulangehörigen. Die Ausschreibung behielt das Vorschlagsrecht Hochschulangehörigen vor. Gestaltungsideen von externen Personen konnten aber über Mitglieder der Hochschule eingereicht werden. Weitere Kriterien für die Zulassung zur Online-Abstimmung waren u.a. die Wahrung des Urheberrechts, eine einfarbige Druckvorlage und der Bezug zur Alice Salomon Hochschule Berlin. Unter Berücksichtigung aller Kriterien wurden insgesamt 20 Gestaltungsvorschläge für die Online-Abstimmung zugelassen.

Die Vorschläge reichen von Zitaten und Bildern Alice Salomons und anderer Persönlichkeiten über Zitate aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte bis hin zu Gedichten von bekannten Lyriker_innen. Auch Texte und Wandgemälde von Hochschulmitgliedern sind dabei. Außerdem wurden die Wort-/Bildmarke der Hochschule, eine „Willkommen“-Wand in den 28 Sprachen der über 90 Partneruniversitäten der ASH Berlin sowie technische Installationen für wechselnde Inhalte als Ideen eingereicht. Der Vorschlag, das Gedicht "avenidas" von Eugen Gomringer bei der in jedem Fall anstehenden Renovierung der Fassade wieder genauso anzubringen wie bisher, ist ebenso eingegangen wie die Idee, das Gedicht mittels seines Entstehungsdatums sowie der lebendigen Debatte rund um das Gedicht zu kontextualisieren.

Im Rahmen der Podiumsdiskussion "Kunst und die Macht der Worte", die in Kooperation mit dem Haus für Poesie am 7. November 2017 an der ASH Berlin stattfand, bot die aktuelle Alice Salomon Poetik Preisträgerin Barbara Köhler an, der Hochschule eines ihrer Gedichte zu schenken. Sie schlug vor, dieses mit den Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden der Hochschule zu diskutieren und es nach spätestens sieben Jahren durch das Gedicht eines anderen Preisträgers oder einer anderen Preisträgerin zu ersetzen. Der Vorschlag steht als künstlerischer Impuls eigenständig neben den Einreichungen für den Wettbewerb. Die Hochschulleitung bedankte sich bei Barbara Köhler für ihren Vorschlag, den die Hochschulleitung als „Zeichen der Verbundenheit der Preisträgerin mit der Alice Salomon Hochschule und als pro-aktiven Beitrag in der Debatte um die Südfassade der ASH Berlin“ versteht. „Wir freuen uns über Barbara Köhlers Angebot zur dialogischen Auseinandersetzung. Wir sind zugleich sehr gespannt auf die Ergebnisse des Wettbewerbs und die begleitenden Diskussionen im und außerhalb des Akademischen Senats. Alles zusammen erweitert die Möglichkeiten des gemeinsamen Nachdenkens und der Entscheidungsfindung der Alice Salomon Hochschule“, so die Hochschulleitung der ASH Berlin. Neben den zwei Vorschlägen mit den meisten Stimmen im Wettbewerb wird dem Akademischen Senat ein Vorschlag der Hochschulleitung zur Abstimmung vorgelegt. Dieser ist frei, eine Kombination der Vorschläge vorzunehmen und der Hochschulleitung zu empfehlen.

Die Online-Abstimmung läuft insgesamt zwei Wochen. Am 12. Dezember findet eine erste Beratungssitzung des Akademischen Senats statt, die Auswahlsitzung ist für Januar 2018 geplant. Die Umsetzung wird voraussichtlich im Sommer 2018 erfolgen.


Zum Hintergrund:
Nachdem Eugen Gomringer im Januar 2011 den Alice Salomon Poetik Preis erhalten hatte und der ASH ein Gedicht für ihre Fassade schenkte, entschied sich die damalige Hochschulleitung, Gomringers spanischsprachiges Gedicht "avenidas" gegen Zahlung einer Lizenzgebühr von 1000 Euro an der Südfassade der Hellersdorfer Hochschule anzubringen.
Bereits nach dem Anbringen des Gedichts im Sommer 2011 gab es kritische Rückfragen und Unmut im Akademischen Senat. In den folgenden Jahren wurde immer wieder gefragt, wie es dazu kommen konnte, dass genau dieses Gedicht repräsentativ für die Hochschule an der Fassade stehe.
Im Frühjahr 2016 machten Vertreter_innen des Allgemeinen Studierenden Ausschusses (AStA) dann von ihrem Rede- und Antragsrecht Gebrauch und fragten zunächst an, wer die Entscheidung im Akademischen Senat getroffen habe. Sie trugen eine feministische Interpretation im Akademischen Senat vor und baten darum zu prüfen, ob es möglich wäre, eine neue Fassadengestaltung vorzunehmen. Der Akademischen Senat sah mehrheitlich kritisch, dass die Hochschule und ihre Gremien bei der Auswahl des Gedichtes im Jahr 2011 nicht einbezogen wurden und es kein transparentes Verfahren gab, das festlegte, was auf eine für die ASH Berlin repräsentative Außenfassade als Text angebracht wird. Der Akademische Senat griff die Idee auf, im Zuge der nächsten Fassadenrenovierung einen Wettbewerb unter allen Hochschulangehörigen auszuschreiben und auf dieser Basis dann - unter Einbeziehung eines Vorschlags durch die Hochschulleitung - die (Neu-)Gestaltung der Fassade zu entscheiden. Nach dieser Empfehlung des Akademischen Senats erarbeitete die Hochschulleitung im Sommersemester 2017 ein partizipatives Wettbewerbsverfahren, in dem Vorschläge von Hochschulmitgliedern zur Gestaltung der Fassade eingebracht werden konnten, darunter auch der Vorschlag, die Wand nach der Renovierung wieder so herzustellen, wie sie seit 2011 gestaltet ist.
Der Akademische Senat beschloss, dass die Ergebnisse des Wettbewerbs die Grundlage für einen AS-Beschluss zur Südfassade werden sollten: die beiden Vorschläge mit den meisten Stimmen sowie ein Vorschlag der Hochschulleitung wurden dem Akademischen Senat am 12.12.2017 zur Diskussion und am 23.1.2018 zur Entscheidung vorgelegt.

Hier finden Sie den ausführlichen Beschluss des Akademischen Senats zur Neugestaltung der Südfassade vom 23. Januar 2018 und die Begründung der Hochschulleitung für ihren Vorschlag.

Die Ausschreibung zur (Neu-)Gestaltung der Südfassade erzielte eine hohe Medienresonanz und wurde kontrovers diskutiert. Für einen Überblick haben wir unter www.ash-berlin.eu/fassadendebatte die Presseartikel zur Fassade als Linksammlung für Sie zusammengestellt.