Forschung, Hochschulleben Pflegepraxiszentrum für geriatrische digitale Assistenz nimmt Arbeit auf

Das "PPZ Berlin" verfolgt das Ziel, digitale Assistenzsysteme sinnvoll und arbeitserleichternd in den pflegerischen Alltag zu integrieren

Insgesamt vier Pflegepraxiszentren in Hannover, Freiburg, Nürnberg und Berlin werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Förderlinie „Zukunft der Pflege“ in den kommenden Jahren gefördert. Zum Auftakt des bundesweiten Projekts im Januar 2018 betonte die damalige Bundesforschungsministerin Johanna Wanka die Chancen technischer Lösungen in der Pflege: „Wir wollen die Pflege in Deutschland verbessern. Pflegebedürftige Menschen brauchen mehr Unterstützung und die Forschung kann helfen, ihre Lebensqualität zu verbessern. Gleichzeitig möchten wir professionelle Pflegekräfte und pflegende Angehörige bei ihrer schweren Arbeit entlasten. Mit den Pflegepraxiszentren schaffen wir die Möglichkeit, gemeinsam im Pflegealltag neue Wege einzuschlagen. Dabei soll die Technik die Pflege unterstützen und wieder mehr Freiheiten im Umgang mit dem Patienten schaffen.“

Das PPZ Berlin, bestehend aus acht Verbundpartner_innen, wird durch das Evangelische Johannesstift Altenhilfe gGmbH koordiniert. Die Alice Salomon Hochschule Berlin verfolgt innerhalb des Verbunds unter der Projektleitung von Prof. Dr. Uwe Bettig und der wissenschaftlichen Mitarbeit von Franziska Scholz vom 1. März 2018 bis 28. Februar 2022 vor allem die Aufgabe der gesundheitsökonomischen Evaluation der getesteten digitalen Lösungen hinsichtlich einer langfristigen Finanzierbarkeit in den pflegerischen Settings (Klinik, stationäre Langzeitpflege, ambulante Pflege).  Das PPZ Berlin begleitet von Beginn an die Integration der technischen Anwendung in laufende Pflegeprozesse und stellt durch die aktive Einbindung von Pflegenden sicher, dass die Technik die Pflege sinnvoll unterstützt, statt sie zu dominieren. Somit soll sich langfristig ein Mehrwert für Pflegende und Patient_innen bieten. Die erste Arbeitsstufe betrachtet wichtige Pflegephänomene wie Verwirrtheit (Demenz), Sturz (Mobilität), Diabetes, Dekubitus und Vitaldaten. In weiteren Stufen können zusätzliche Bedarfe und Lösungen eingebunden sowie eine digitale Vernetzung von Stationen in der Akut- und Langzeitpflege aufgebaut werden.