Forschung, Hochschulleben Tagung „Vielfältige geschlechtliche und sexuelle Lebensweisen in der Bildungsarbeit (nicht nur) im Museum“

Expert_innen diskutierten über theoretische Fundierungen, geeignete Vermittlungsformate und Orientierungslinien für die Praxis

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Diskussion: Mart Busche, Ellen Roters, Ute Koop, Uli Streib-Brzič, Jutta Hartmann, Tobias Nettke © Marco Ruhlig

Die Vielfalt geschlechtlicher und sexueller Lebensweisen und die Frage, wie diese Vielfalt in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen thematisiert und aufgegriffen werden kann, sind zu einem ebenso populären wie kontrovers diskutierten Thema in den Medien geworden. Wie können Pädagog_innen und Kunstvermittler_innen das Themengebiet angemessen bearbeiten? Welche Rahmenbedingungen brauchen sie? Darüber diskutierten am Freitag, 19. Januar 2018, Expert_innen und Fachpublikum aus Museum, Bildungsarbeit und Wissenschaft.

Bei der Tagung wurden Ergebnisse des interdisziplinären Praxisforschungsprojekts „VieL*Bar: Vielfältige geschlechtliche und sexuelle Lebensweisen in der Bildungsarbeit - Didaktische Potentiale und Herausforderungen museumspädagogischer Zugänge“ vorgestellt, das seit April 2016 an der Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH Berlin) und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) durchgeführt wird. Dabei wurden Ausstellungsexponate und pädagogische Handlungsweisen auf ihr Potenzial analysiert, vielfältige geschlechtliche und sexuelle Lebensweisen in der praktischen Bildungsarbeit zu vermitteln, ohne geschlechtliche und sexuelle Stereotypisierungen und Engführungen zu bedienen. Interaktionale und intersektionale Lernmaterialien und Herangehensweisen stehen dabei im Vordergrund, um die Zielgruppen in ihrer Vielfältigkeit angemessen adressieren zu können. In Workshops der Kooperationspartner_innen des Projekts konnten sich die Teilnehmenden entlang verschiedener Aspekte der Vermittlungsarbeit selber einbringen. Es waren auch Expert_innen des Victoria and Albert Museum London sowie des British Museum London geladen, die auf inspirierende Weise darstellten, welche Objekte, Bildungsformate und Zugänge sie zum Thema queerer Lebensweisen bereits erprobt haben.

In den Feedbacks zur Tagung zeigte sich die gelungene Kooperationen von Prof. Dr. Jutta Hartmann (ASH Berlin) und Prof. Dr. Tobias Nettke (HTW Berlin) sowie den wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen Mart Busche (ASH Berlin) und Uli Streib-Brzič (HTW Berlin) mit dem Jugend Museum Schöneberg, dem Schwulen Museum*, dem ifgg – Institut für genderreflektierte Gewaltprävention sowie der Bildungsinitiative QUEERFORMAT.

Die Fachtagung fand in den Räumen der HTW Berlin statt und wurde im Rahmen des Projekts „VieL*Bar“ vom Institut für angewandte Forschung Berlin (IFAF Berlin) gefördert.