Forschung Traumatisierte minderjährige Geflüchtete unterstützen – mithilfe Künstlicher Intelligenz

Neues Forschungsprojekt zu Digitalisierung, psychosozialer Diagnostik und Gesundheitsförderung

TraM – „Traumatisierte minderjährige Geflüchtete verstehen und unterstützen: Entwicklung eines niedrigschwelligen Screening- und Unterstützungs-Portals als Grundlage eines umfassenden psychosozialen Diagnostikmodells“ – so heißt das neue dreijährige Verbundforschungsprojekt, das Anfang September an der ASH gestartet ist.

Im Zentrum der Forschung stehen minderjährige Geflüchtete, die als besonders vulnerable Gruppe häufig mit sehr schwierigen Lebensereignissen oder Traumata konfrontiert waren und sind. Die Traumata der Vergangenheit und speziellen Belastungen in der aktuellen Lebenssituation bleiben jedoch oft unerkannt. Für diese besonderen Anforderungen bedarf es adäquater Unterstützungsleistungen und Ressourcen, die  – bei gelungener Hilfe zur Selbsthilfe – zu einer erfolgreichen Integration beitragen. Bislang existieren jedoch zu wenige unterstützende Strukturen, die die Anforderungen besonders schutzbedürftiger Geflüchteter berücksichtigen und eine sorgfältige und frühzeitige Identifizierung von Hinweisen auf Traumatisierungen oder Verhaltensauffälligkeiten sowie eine qualifizierte Intervention und Weiterleitung der Betroffenen an entsprechende Anlaufstellen erlauben.

Ziel des Projektes ist deshalb die innovative Entwicklung eines niedrigschwelligen und dennoch tragfähigen Screening-, Unterstützungs- und Diagnostikkonzepts, um die Versorgungssituation von Geflüchteten in sozialen Problemlagen zu verbessern. Insbesondere im Rahmen von aktuellen Hightech-Strategien soll erforscht werden, in welcher Weise digitale Technologie hierfür unterstützend eingesetzt werden kann.  Dabei kommen diagnostische Verfahren zum Einsatz sowie eine videochatbasierte Peerberatung, welche den Weg zu entsprechenden Unterstützungsmöglichkeiten ebnen soll.

Angekommen in der psychosozialen Versorgungslandschaft wird das Modell durch die Erstellung eines biopsychosozialen „Best-practice-Modells“ komplettiert, welches psychische, soziale, physische und alltagssituativen Dimensionen ausleuchtet und somit zu einer adäquaten Unterstützungsleistung beiträgt.

Geleitet wird das ASH-Teilprojekt von Prof. Dr. Luzi Beyer und Prof. Dr. Silke Birgitta Gahleitner. Gemeinsam mit der Rheinischen Fachhochschule Köln, der Hochschule Niederrhein und der Hochschule für Medien Kommunikation und Wirtschaft soll ein dreistufiges Diagnostik- und Unterstützungsmodell entstehen. Gefördert wird das Forschungsprojekt vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung (FH-Sozial).