Forschung, Gesundheit Wie können ehemalige Pflegefachkräfte ermutigt werden in Zeiten von Fachkräftemangel und Pandemie in ihren Beruf zurückzukehren?

Veröffentlichung der wiss. Studie „Zurück in die Pflege“ von Prof. Dr. Dr. Hürrem Tezcan-Güntekin // #FraueninderWissenschaft #WomanInScience

Vergrößern: Blutabnahme an einem Patienten
© CC BY-NC 2.0 flickr / Geir Mogen NTNU

Im Zuge der Sars-CoV-2-Pandemie verstärkt sich der Fachkräftemangel. Ehemalige Pflegefachkräfte werden aufgerufen, an der Versorgung mitzuwirken. Welche Beweggründe spielen eigentlich für die Rückkehr eine Rolle?

Dieser Frage ist ein Forschungsteam um Prof. Dr. Dr. Hürrem Tezcan-Güntekin von der ASH Berlin nachgegangen und hat zu diesem Zweck die qualitativ-empirische Studie „Zurück in die Pflege" entwickelt und 15 Expert_inneninterviews mit Pflegefachpersonen durchgeführt und analysiert.

Die Studie „Zurück in die Pflege: Zwischen „Sollen“, „Wollen“ und „Können“ – Berufsidentitäten von Pflegefachkräften in Krisensituationen am Beispiel der Sars-CoV-2-Pandemie“ analysiert, wie berufliche Anforderungen wahrgenommen, die berufliche Motivation sowie Kompetenzen durch die befragten Pflegefachkräfte eingeschätzt werden und welche Erkenntnisse sich daraus für Berufsidentitäten von Pflegefachkräften in Krisensituationen ableiten lassen. 

Die Ergebnisse der Studie zeigen auf, dass sich Pflegefachkräfte, die beabsichtigen in den Pflegeberuf zurückzukehren, in Zwiespälten befinden, die sich in Kontinuen zwischen Pflichtgefühl, kollegialer Hilfsbereitschaft, Fürsorge und Selbstfürsorge bewegen.

Um Pflegefachkräften den Wiedereinstieg in den Pflegeberuf zu erleichtern und um eine Rückkehrentscheidung zu begünstigen bedarf es:  
•    transparenter Kommunikation von Zugängen und Verfügbarkeit von Schutzkleidung
•    einer Verringerung von Barrieren
•    wertschätzenden Umgang
•    Möglichkeiten der Mitgestaltung von Arbeitsbedingungen
•    Flexibilität in der Vertragsgestaltung

Durchgeführt wurde die Studie von der Alice Salomon Hochschule (ASH) Berlin und der Berlin School of Public Health (ASH Berlin, Charité – Universitätsmedizin Berlin, TU Berlin). Zum Forschungsteam um Prof. Dr. Dr. Hürrem Tezcan-Güntekin zählen auch Ilknur Özer-Erdogdu und Julia Margarethe Schmidt.

Eine Veröffentlichung der Studie in der Fachzeitschrift "Das Gesundheitswesen" erfolgt in Kürze.

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Am 11. Februar ist der Internationale Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft. #FraueninderWissenschaft  #WomanInScience