Deutschlandweit erste Konferenz zum Genozid an den Rohingya

Wissenschaftler_innen, Aktivist_innen und Politiker_innen kommen am 26. Februar 2018 in Berlin zusammen, um auf den Genozid in Myanmar aufmerksam zu machen. Sie fordern die EU und die Welt auf, das "Nie wieder!" Realität werden zu lassen.

Berlin, 22. Februar 2018. Wenn am kommenden Montag die EU-Außenminister über die derzeitige EU-Politik gegenüber Myanmar beraten, findet zur gleichen Zeit in Berlin die „Berlin Conference on Myanmar Genocide“ statt. An der deutschlandweit ersten Konferenz, die den Genozid an den Rohingya in Myanmar behandelt, werden zahlreiche prominente Menschenrechtsaktivist_innen, Genozid-Expert_innen und Völkerrechtler_innen teilnehmen.

Mitorganisatorin Prof. Dr. María do Mar Castro Varela, Professorin für Soziale Arbeit und Allgemeine Pädagogik an der Alice Salomon Hochschule Berlin, beschreibt das Anliegen der Konferenz wie folgt: „Mit dieser Veranstaltung wollen wir die deutsche Zivilgesellschaft und die europäische Öffentlichkeit über den andauernden Völkermord an Rohingya in Myanmar informieren. Wir hoffen, dass wir dazu beitragen können, dass die EU ihre gemeinsame politische und menschliche Verantwortung übernimmt, um den Ruf "Nie wieder!" Wirklichkeit werden zu lassen.“

Margarete Bause, MdB für Bündnis 90/Die Grünen und Vollmitglied der Bundestagskommission für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, stellt fest: „In Myanmar ereignet sich ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die muslimische Bevölkerungsgruppe der Rohingya wird bombardiert, vertrieben, vergewaltigt und ermordet. Opfer der Angriffe sind Kinder, Frauen und Männer gleichermaßen. Die Weltöffentlichkeit muss über das Ausmaß dieses anhaltenden Horrors und der schwersten Menschenrechtsverletzungen bis hin zum Völkermord informiert werden. Die Regierungen - auch die deutsche Bundesregierung - müssen unverzüglich zum Schutz der Rohingyas handeln. Ich begrüße und unterstütze die von Professorin Castro Varela organisierte Konferenz daher ausdrücklich und sichere zu, dass wir das Thema im Deutschen Bundestag auf die Tagesordnung setzen werden. Wir fordern den sofortigen Stopp des Verbrechens an den Rohingyas.“

Die Konferenz weist entschieden die Ansicht zurück, dass nur ein von der UNO autorisiertes Gericht entscheiden kann, wessen kollektive Leiden und welche Akte der Gewalt und Zerstörung Genozid bedeuten. Fünf unabhängige akademische und juristische Studien zu Myanmars Verfolgung und Elend der Rohingya - darunter das Ständige Volkstribunal in Myanmar, das Holocaust Memorial Museum der Vereinigten Staaten, die Internationale Menschenrechtsklinik Allard K. Lowenstein an der Yale Law School, die International State Crime Initiative von Queen Mary University of London und das Pacific Rim Law und Policy Journal der School of Law der University of Washington - sind zu der Schlussfolgerung gekommen, dass es immer mehr Beweise für einen Völkermord an den Rohingya gibt.

Ro Nay San Lwin, ein bekannter Rohingya-Blogger und Forscher, der nach Deutschland geflüchtet ist, ist dankbar, dass deutsche Wissenschaftler_innen und Politiker_innen sich für die Rohingya einsetzen, die die weltweit größte Bevölkerungsgruppe von sogenannten Staatenlosen bilden.

Professorin Gayatri Chakravorty Spivak, eine renommierte Intellektuelle der Columbia University in New York, wird die Abschluss-Keynote halten und weltweite Aktionen zur Beendigung des Genozids in Myanmar fordern.

Die Konferenz endet mit einer Prozession vom Brandenburger Tor bis zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas, wo Aktivist_innen gegen Genozide eine Mahnwache in Erinnerung an alle Opfer von Völkermorden, in der Vergangenheit und Gegenwart, halten werden. Zahlreiche renommierte akademische Zentren, die sich auf Recht, Geisteswissenschaften, Menschenrechte und Genozid-Studien spezialisiert haben, unterstützen die „Berlin Conference on Myanmar Genocide“.


Um Anmeldung zur Konferenz wird gebeten:
www.eventbrite.de/e/berlin-conference-on-myanmar-genocide-registration-43057746880

Das vollständige Konferenzprogramm finden Sie hier: www.scribd.com/document/371595010/PROGRAM-for-Berlin-Conference-on-Myanmar-Genocide-26-Feb-2018


Veranstaltungsort:
Saal W. M. Blumenthal Akademie
Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1
10969 Berlin
(gegenüber dem Jüdischen Museum Berlin)

Anfahrt:
U-Bahnhof Hallesches Tor (U1, U6) oder Kochstraße (U6)
Bushaltestellen Jüdisches Museum (Bus 248), Lindenstraße/Ecke Oranienstraße (M29) oder Zossener Brücke (M41)


Für weitere Informationen:
Alice Salomon Hochschule Berlin
Referat Hochschulkommunikation
Sandra Teuffel │ Susann Richert
Tel.: +49 (0)30 99 245-426
hochschulkommunikation@ avoid-unrequested-mailsash-berlin.eu

Alice Salomon Hochschule Berlin
Prof. Dr. María do Mar Castro Varela
Professorin für Soziale Arbeit und Allgemeine Pädagogik
Tel.: +49 (0)30 99 245-401
castrovarela@ avoid-unrequested-mailsposteo.de

Über die Alice Salomon Hochschule Berlin
Die Alice Salomon Hochschule Berlin bietet Bachelor- sowie Masterstudiengänge für Soziale Arbeit, den Gesundheitsbereich sowie Erziehung und Bildung im Kindesalter (SAGE) an. Derzeit studieren circa 3.700 Studierende an Deutschlands größter SAGE-Hochschule mit Sitz in Berlin-Hellersdorf.