Tagung Gender_Wissen in Forschungsfeldern der Sozialen Arbeit

Call for papers bis zum 6. November 2017

Gender_Wissen in Forschungsfeldern der Sozialen Arbeit

Alice Salomon Hochschule Berlin, Sektion Forschung und Fachgruppe Gender der DGSA

Call for papers

Sowohl innerhalb der gesellschaftspolitischen Debatten als auch innerhalb der Wissenschaften ist Gender als machtkritische Kategorie wie als Wissenskategorie nach wie vor umkämpft. Dabei wird Gender jedoch unterschiedlich konzeptualisiert. Dem dominanten Diskurs folgend wird Geschlecht zumeist auf die binäre Figur der Zweigeschlechtlichkeit (Frau - Mann) verkürzt aufgegriffen und die damit verbundene Dimension von Sexualität unreflektiert hetero-normativ reproduziert. Gender wird häufig auch als eine Dimension von Diversity und Intersektionalität positioniert und zunehmend im Kontext einer poststrukturell_queeren Per-spektive gerahmt. Soziale Arbeit, die sich als reflexive Theorie und Praxis versteht, ist daran interessiert, sich kritisch mit den unterschiedlichen Konzepten von Gender auseinander zu setzen.

Geschlecht als Wissenskategorie begleitet die Forschung der Sozialen Arbeit seit ihrem Entstehen. Im Rahmen der Tagung wollen wir uns dem Gender_Wissen in den verschiedenen Forschungsfeldern der Sozialen Arbeit widmen. Ausgehend von einem offenen Forschungs-verständnis, das Forschung in der Sozialen Arbeit nicht zwingend auf Anwendungsorientierung beschränkt, sondern vielmehr generell Empirie, Erkenntnis und Wissen produziert, wollen wir im Rahmen der Tagung folgende Fragen aufwerfen: Wie werden Geschlechterordnungen in der Sozialen Arbeit wissenschaftlich erforscht und durch Wissensbestände der Sozialen Arbeit und Gender Studies aufrechterhalten, hinterfragt und/oder neu konstituiert? Auf welches Genderwissen wird in welchen Forschungsfeldern zurückgegriffen? Welches Genderwissen wird mit welchen Forschungsmethoden produziert?

Im Fokus unseres Interesses stehen folgende Forschungsfelder der Sozialen Arbeit:

1. Die Erzeugung von Genderwissen

Auf Grundlage welcher Methodologien und mit welchen Forschungsverfahren wird welches Genderwissen in der Sozialen Arbeit erzeugt? Zu welchen Gegenständen wird es warum erzeugt und zu welchen auch nicht?

2. Der Theorie-Praxis-Dialog

Welchen Eingang hat welches theoretische Verständnis von Gender in die professio-nelle Praxis? Auf Basis welches Gender_Wissens arbeiten die Sozialarbeiter_innen in den Handlungsfeldern?

3. Das Verhältnis von Gender_Wissensproduktion in der Sozialen Arbeit und in ihren Bezugsdisziplinen

Wie sieht der Austausch von Forschungsbefunden zu Gender zwischen den Bezugsdisziplinen der Sozialen Arbeit und der Disziplin der Sozialen Arbeit aus? Inwiefern erfolgt eine gegenseitige Berücksichtigung von Genderwissen? Wo finden die Begegnungen statt?

4. Das Verhältnis von politischen Forschungskonjunkturen und Gender_Wissensproduktion in der Sozialen Arbeit

Welche genderbezogenen Fragestellungen und Gegenstände in der Sozialen Arbeit werden durch hochschul- und wissenschaftspolitische Forschungskonjunkturen (un)möglich gemacht? Welche Forschungsfelder können neu erschlossen werden und welche verlieren dadurch an Beachtung?

5. Die Sichtbarkeit und Sagbarkeit von Gender-Verständnissen der Adressat_innen Sozialer Arbeit

Welche Gender-Verständnisse haben Adressat_innen der Sozialen Arbeit? Mit welchen Forschungsmethoden der Sozialen Arbeit können welche Aspekte dieser Ver-ständnisse sichtbar gemacht werden? Welche Gender-Verständnisse artikulieren und produzieren Adressat_innen in der Zusammenarbeit mit professioneller Hilfe?

Die hier benannten Forschungsfelder und Fragestellungen können auch um weitere anschlussfähige Themen ergänzt werden. Wir freuen uns sowohl auf empirische, theoretische und anwendungsorientierte Beiträge als auch auf Praxisberichte aus den Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit. Nachwuchswissenschaftler_innen sind ausdrücklich eingeladen, Ergebnisse ihrer Forschung zu präsentieren.

Es können sowohl Vorschläge für Einzelbeiträge als auch für Panels eingereicht werden. Hierfür erbitten wir Ihre Abstracts (ca. 2.500 Zeichen) bis zum 06. November 2017 an Anna Kasten an die folgende Emailadresse: kasten@ash-berlin.eu.

Veranstaltet wird die Tagung von der Alice Salomon Hochschule Berlin, der Sektion Forschung und der Fachgruppe Gender in der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit.

Organisation:

Anna Kasten (Alice Salomon Hochschule Berlin, Sektion Forschung der DGSA)
Prof. Dr. Michaela Köttig (Frankfurt University of Applied Sciences, Sektion Forschung der DGSA)
Prof. Dr. Lotte Rose (Frankfurt University of Applied Sciences, Fachgruppe Gender der DGSA)

Beirat & Unterstützung der Alice Salomon Hochschule Berlin:
Prof. Dr. Jutta Hartmann
Prof. Dr. Bettina Völter