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Netzwerk Kritische Männlichkeitenforschung weiterdenken

Das von der DFG geförderte Forschungsnetzwerk „Kritische Männlichkeitenforschung weiterdenken“ zielt darauf ab, den erkenntnistheoretischen Ertrag internationaler Debatten für die sozial- und kulturwissenschaftliche Männlichkeitenforschung im deutschsprachigen Raum herauszuarbeiten, ihre Perspektive strukturell zu stärken und ihr Potential für das Verständnis gegenwärtiger gesellschaftlicher Herausforderungen aufzuzeigen. Daran beteiligt sind Wissenschaftler*innen sozial- und kulturwissenschaftlicher Disziplinen wie Soziologie, Soziale Arbeit, Erziehungswissenschaften, Psychologie, Kulturanthropologie, Ethnologie, Politikwissenschaft, Medienwissenschaft und Geschichte, um gleichzeitig multidisziplinär, aber fokussiert aktuelle theoretische und method(olog)ische Fragen und gesellschaftliche Problemfelder diskutieren zu können. Die Arbeit des Netzwerkes beinhaltet eine aktuelle Positionsbestimmung einer sich als kritisch verstehenden Männlichkeitenforschung innerhalb sozialwissenschaftlicher Debatten, eine Reflexion und Weiterentwicklung von neuen theoretischen und methodologischen Impulsen sowie die Exploration von Männlichkeiten in aktuell bedeutsamen gesellschaftlichen Bereichen.

Im Rahmen der dreijährigen Laufzeit finden sechs Netzwerktreffen statt, bei denen die aktuellen Forschungsstände und Theorieentwicklungen diskutiert und ihre Potenziale hinsichtlich aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen herausgearbeitet werden.

  • Positionsbestimmung: Kritische Männlichkeitenforschung
  • Theoretische und methodologische Ansätze der Männlichkeitenforschung
  • Männlichkeiten im Kontext von Körper, Sexualität und Gewalt
  • Männlichkeiten im Kontext von Antifeminismus, Militär und Migration
  • Männlichkeiten im Kontext von (Erwerbs-)Arbeit, Technik und Natur
  • Die Zukunft kritischer Männlichkeitenforschung

Die sechs Arbeitstreffen des Netzwerkes finden im halbjährlichen Rhythmus an wechselnden Orten der beteiligten Institutionen statt. Übergeordnetes Ziel ist es, innovative Potentiale des Forschungsfeldes hinsichtlich aktueller und grundsätzlicher Problemstellungen zu eruieren und weiterzudenken. Zwischen den sechs Präsenztreffen vernetzen sich die Netzwerkmitglieder in kleinen thematischen Arbeitsgruppen digital, um eigene Texte und die geplanten Publikationen weiterzuentwickeln und gemeinsame Tagungsteilnahmen vorzubereiten.

 

Laufzeit: 01.10.2025 bis 30.09.2028

Mittelgeber*in: www.dfg.de/de/foerderung/foerdermoeglichkeiten/programme/einzelfoerderung/wissenschaftliche-netzwerke

Profx Dr. Mart Busche hat seit 2023 eine Professur für Allgemeine Pädagogik und Soziale Arbeit inne. Mart hat Politikwissenschaft in Marburg und Berlin studiert und an der Universität Kassel in Soziologie promoviert. Die Arbeitsschwerpunkte liegen neben der kritischen Männlichkeitenforschung in der Prävention von (sexualisierter) Gewalt sowie queerer und sexueller Bildung.

Prof.in Dr.in Brigitte Bargetz ist Professorin und Leiterin der Abteilung für Gesellschaftstheorie und Sozialanalysen sowie PI des FWF-Projekts "Neue Mitleidsökonomie und Affektive Staatlichkeit" (zs. mit  Markus Griesser) an der WU Wien. Aktuell beschäftigt sie sich mit gegenwärtigen Tendenzen der Autoritarisierung und Remaskulinisierung, freiwilligem Engagement im Kontext des wohlfahrtsstaatlichen Wandels, Affekt und Politik sowie affektiven Methodologien.

Dr. phil. Simon Bohn hat Soziologie, Philosophie und kulturwissenschaftliche Medienforschung in Jena, Basel und Weimar studiert. Seine Schwerpunkte liegen in der Geschlechtersoziologie und Gleichstellungsarbeit, in der Politischen Soziologie, Technik- und Umweltsoziologie. Er arbeitet am Umweltbundesamt. 

Areti-Kristin Bouras ist Doktorandin und wissenschaftiche Mitarbeiterin am Institut für Methoden und methodologische Grundlagen der Sozialwissenschaften und am Studienfach Geschlechterforschung. In Ihrer Dissertation beschäftigt sie sich aus einer biografietheoretischen Perspektive mit der Konstruktion, Reproduktion und Transformation von Männlichkeit in Fußball-Ultragruppierungen.

Dr.in phil. Uta Fenske ist Historikerin. Sie koordiniert das Zentrum Gender Studies (Gestu_S) und ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Fachdidaktik Geschichte. Forschungsinteressen: Geschlechtergeschichte, Geschichte der Männlichkeiten, Filmgeschichte, Queer Studies, Kolonialismus in der Erinnerungskultur.

Tom Fixemer arbeitet in der Verbundforschung "DemoReg – Herausforderungen der Demokratie in Zeiten ihrer Regression" im Projekt "Jugend im Fokus" (HMWK gefördert). In einer Dissertation untersucht Tom, wie queer-migrantisierte junge Menschen Sexualität und Gewalt verhandeln. 

Dr.in Julia Gruhlich wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Geschlechterforschung an der Georg-August-Universität Göttingen. Bewegt sich an der Schnittstelle von Geschlechter-, Arbeits- und Organisationssoziologie. Befasst sich aus einer praxistheoretischen Perspektive mit Männlichkeit, Arbeit, Technik und Digitalisierung. Darunter auch dem Wandel von Männlichkeit am Beispiel des beruflichen Kürzertretens von Männern, sowie der Digitalisierung von Landwirtschaft und Gender & Care im Smart Home.

in Elternzeit bis voraussichtlich August 2026. 

Fabian Hennig arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der CAU Kiel. Für seine soziologische Dissertation (an der Goethe Universität Frankfurt sowie Universitätsmedizin Mainz) erforscht er die Zeugungsverhütungsmittelentwicklung am Beispiel thermischer und hormoneller Ansätze. Jenseits von "Pille für den Mann", "Hodenbaden" oder Verhütungsringen interessiert ihn: Männlichkeit und Körper; Sex, Geschlecht, Reproduktion; Reproduktionstechnologie, Bevölkerungspolitik, Rassismus; Biomedizin und Gesundheitsaktivismus; Qualitative Methoden und materialistische Theorien. Er ist als Referent, in der sexuellen Bildung und in der Weiterbildung von Mediziner*innen aktiv.

 

Dipl.-Psych.*in René_ Rain Hornstein, Pronomen em, im Genitiv ems. Hornstein forscht im Bereich Trans*, Inter* und nicht-binäre Studien und Trans*-Psychologie und promoviert zu internalisierter Trans*-Unterdrückung. Bisherige Publikationen beziehen sich auf Cis-Fragilität, TIN-klusive Hochschulen und Trans*-Verbündetenschaft. Derzeit ist Hornstein als geschäftsführende Person bei der TIN-Rechtshilfe e.V. im Bereich strategischer Prozessführung und rechtlicher Beratung von TIN Personen tätig.

Prof. Dr. Martin Lücke arbeitet als Hochschullehrer für Didaktik der Geschichte zu den Themenfeldern Queere Geschichte, Diversität und Intersetionalität sowie Antisemitimus. Er hat 2008 zur Geschichte der männlichen Prostitution in Kaiserreich und Weimarer Republik promoviert.

Matthias Luterbach promoviert an der Universität Basel zu involvierter Väterlichkeit und Transformation von Männlichkeit als veränderte Kultur der Sorge aus einer gesellschafts- und geschlechtertheoretischen Perspektive. Seine Forschungsschwerpunkte sind Familie und Geschlecht, Sorge und Macht, Persistenz und Wandel der Geschlechterverhältnisse sowie Perspektiven auf Transformation von Männlichkeiten. Daneben arbeitet er als Co-Leiter der Fachstelle für Chancengleichheit an der Universität Luzern. 

Dr.in Maike Messerschmidt ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Politikwissenschaft/Kulturwissenschaft an der Universität der Bundeswehr München. Sie promovierte an der Universität Tübingen zu Interaktionen zwischen Sicherheitssektorreform, Militarisierung und Genderbeziehungen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Männlichkeiten und Genderbeziehungen in und nach bewaffneten Konflikten, kritische und postkoloinale Sicherheitsforschung sowie Konfliktmanagement in Afrika südlich der Sahara. 

Prof.in Dr.in Bianca Prietl ist Professorin für Geschlechterforschung mit Schwerpunkt Digitalisierung an der Universität Basel und Co-Leiterin des Basler Zentrum Gender Studies (ZGS). Ihre Forschungsinteressen entfalten sich an der Schnittstelle von Frauen-, Geschlechter- und kritischer Männlichkeitenforschung einerseits und Wissenschafts- und Technikforschung andererseis.

Prof.in Dr. Birgit Sauer war bis zu ihrer Pensionierung Professorin für Politikwissenschaft am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien.Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen feministisch-materialistische Staats- und Demokratietheorie; Politik, Maskulinismus, Affekte und Emotionen; autoritär-rechte Organisationen und Geschlecht.

Mag.a Elli Scambor ist Leiterin des Instituts für Männer- und Geschlechterforschung (www.genderforschung.at) und stv. Vorsitzende  im Dachverband Männerarbeit Österreich. Sie koordinierte zahlreiche Studien mit den Forschungsschwerpunkten Caring Masculinities (Men in Care), Men & Gender Equality (The Role of Men in Gender Equality), Care und Gewaltprävention (Gender Equality and Quality of Life Study Austria, 2022-2025) und war an Studien zur Aufdeckung und Prävention von sexualisierter Geewalt an Jungen* sowie an der Entwicklung von gendersensiblen & gewaltpräventiven Ansätze in der  (digitalen) Arbeit mit Jungen* (z. B. Caring Masculinities in Action) und Männern* beteiligt.

Assoc. Prof. Dr. Paul Scheibelhofer arbeitet im Forschungsbereich Kritische Geschlechterforschung am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Innsbruck. In Lehre und Forschung befasst er sich mit verschiedenen Aspekten von Männlichkeiten - etwa im Zusammenhang mit Gewalt, Sexualität oder Vaterschaft, sowie im Kontext von Migration, Flucht und Rassismus. Daneben befasst er sich mit der Geschichte und Aktualität Sexueller Bildung sowie Geschlechterverhältnissen im ländlichen Raum.

Dr. phil. Matthias Schneider am Institut für Soziologie der Freien Universität Berlin. Seine Forschung fokussiert Männlichkeiten im Kontext von Flucht und Migration. Im Zentrum stehen Analysen der Verschränkung von Gewalt, Fürsorge, Gesundheit, postkolonialen Machtverhältnissen und biographischen Verläufen. Theoretisch arbeitet er zu multiplen Konfigurationen von Männlichkeiten und deren Einbettung in soziale Ungleichheits- und Herrschaftsverhältnisse.

Prof.in Dr. Kathleen Starck arbeitet am Institut für fremdsprachliche Philologien, Fach Anglistik/Cultural Studies der RPTU Kaiserslautern-Landau. Forschungsschwerpunkte sind: "politische Männlichkeiten", Populärkultur, Theorien und Konzepte der kritischen Männlichkeitsforschung.

Janet-Lynn Holz arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Fulda. In ihrer Promotion an der Friedrich-Schiller-Universität Jena forscht sie zu Männlichkeitskonstruktionen im Kontext von Schwangerschaften. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Geschlechter- und Männlichkeitsforschung, in der qualitativen Sozialforschung, Careforschung, reproduktiver Gesundheit und Familienplanung und Intersektionalität.

Affiliiertes Mitglied des Netzwerks

Aaron Korn promoviert an der Friedrich-Schiller-Universität zu Männlichkeit, Adoleszenz und Subjektivierung aus einer affekttheoretischen Perspektive. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Geschlechterforschung, insbesondere qualitative Männlichkeits- und Jungenforschung, Subjektivierungsforschung, Affect Studies, reproduktive Gesundheit und Careforschung. 

Affiliiertes Mitglied des Netzwerks 

Riikka Prattes ist Postdoctoral Research Fellow in Gender, Sexuality and Critical Diversity Research an der Universitetet i Bergen. Riikka promovierte in Social and Political Thought am Institute for Social Justice der Australian Catholic University in Sydney zu Männlichkeiten im Kontext globaler Fürsorgeketten. In ihrer interdisziplinären Arbeit verschränkt sie feministische Theorie mit qualitativer Sozialforschung. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen Sorgearbeit und feministische Sorgeethik, dekoloniale Theorie, sowie kritischen Ansätzen aus der feministischen Epistemologie. 

Affiliiertes Mitglied des Netzwerks 

Das erste interne Netzwerktreffen sowie der erste Fachtag finden am 19. und 20. März an der Alice Salomon Hochschule in Berlin statt. 

Die Tagung bringt aktuelle Debatten der kritischen Männlichkeitenforschung miteinander ins Gespräch. Im Mittelpunkt stehen gegenwärtige theoretische Entwicklungen, politische Dynamiken und (nicht nur für die Soziale Arbeit) praxisrelevante Fragen rund um Geschlecht, Gewalt, Migration und Feminismus.

PROGRAMM (vorläufig): 

ab 9:30 Ankommen

10:00 Begrüßung 

10:15 Keynote Prof. Dr. Sylka Scholz (Friedrich-Schiller-Universität Jena): Aktuelle Trends in der kritischen Männlichkeitenforschung 

11:00 Keynote Prof. Dr. Lucas Gottzén (Universität Stockholm): Between contemplation and remasculinization - Masculinity as individual and political project (online) 

12:15 Pause

13:30 Workshops

  • Prävention sexualisierter Gewalt an Jungen* (Hilfe für Jungs, angefragt)
  • Männer*gruppen aus aktivistischer Perspektive - Stand (pro)feministischer Vernetzung (Orga Profeministischer Kongress 2025, angefragt)
  • Geschlechterreflektierte Jungen*arbeit in der Migrationsgesellschaft (N.N.)
  • Vertiefung: Was kritisiert die Kritische Männlichkeitenforschung? (Dr. Simon Bohn, DFG-Netzwerk "Kritische Männlichkeitenforschung Weiterdenken) 

15:00-16:00 Snack + Gallery Walk + Get Together

16:00 Schluss

 

Informationen zu Barrieren: 

  • Der Veranstaltungsort (Audimax) ist über einen Aufzug stufenfrei zu erreichen.
  • Die Hochschule verfügt über  rollstuhlgerechteToiletten. Auf jeder Etage befinden sich außerdem All-Gender-Toiletten.
  • Es gibt einen Ruhe- und Gebetsraum (Raum 119), der Studierenden und Teilnehmer*innen als Rückzugsort offen steht.
  • Eine Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache (DGS) ist möglich, wir bitten hierfür um eine Anmeldung bis zum 1.3.26.

Für Verdolmetschung oder andere Barrierefreiheitsbedarfe und -fragen schicken Sie gerne eine Email an  wendtm@ash-berlin.eu

 

Der 2. Fachtag findet vom 16.-18.9.26 an der Freien Universität Berlin statt. 

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