manDAAD

Manuelle Fertigkeiten: Digitalisiertes Assessment, Analyse und Dokumentation

Projektlaufzeit: 01.04.2018 bis 31.03.2020

Projektleitung: Prof. Dr. Elke Kraus (ASH Berlin), Prof. Dr. Peter Hufnagl (HTW Berlin)

Kooperationspartner_innen: 

Zusammenfassung:
Evidenzbasierte Praxis und Effizienznachweise sind aktuell von größter Bedeutung in den Gesundheitsberufen. Dafür sind valide und zuverlässige Testinstrumente unabdingbar. Nicht nur bietet eine effiziente und präzise Befunderhebung das Fundament für eine gezielte Intervention, sondern es ermöglicht auch Wirksamkeitsnachweise. Assessments der manuellen Fertigkeiten werden vor allem im Kindesalter in Bezug auf den Entwicklungsstand von unterschiedlicher Seite her eingesetzt. Umso verwunderlicher erscheint die Tatsache, dass Durchführung und Interpretation der Tests bis heute fast ausschließlich ohne IT-Unterstützung erfolgen und anhand von subjektiv anfälligen Kriterien eingeschätzt wird, wodurch Reproduzierbarkeit und Vergleichbarkeit der Ergebnisse erheblich vermindert werden. Gleiches gilt für die Durchführung von klinischen Tests, sowie Diagnostik und Kontrolle der Therapie von Erkrankungen wie Dystonie, ADHS oder Parkinson.

Im IFAF-Projekt dig-TEMA wurde ein digitalisiertes Dokumentations- und Auswertungssystem für ein standardisiertes motorisches Assessment, das Händigkeitsprofil, entwickelt, um die Zuverlässigkeit des Instruments (PC-Tablet mit Stift) beispielhaft zu optimieren. Die entstandene Software digitalisiert die Daten des regulär durchgeführten Händigkeitsprofils und wertet die einscannten Nachspur- und Punktiertests digital aus. Obgleich diese Digitalisierung der Dokumentation und Auswertung einen erheblichen Beitrag zu einer verbesserten Zuverlässigkeit dieses Assessments macht, beruhen wichtige qualitative Aspekte immer noch auf der subjektiven Einschätzung der Testdurchführer_innen (z.B. die Bewegungsqualität mit Geschwindigkeit und Genauigkeit). Diese motorischen Qualitätsmerkmale werden meist nach wie vor anhand von ordinalen Skalen (z.B. „sehr gut, gut, grenzwertig und auffällig“) ungenügend sowie schwer reproduzierbar und vergleichbar beschrieben. Außerdem zeigte sich, dass ein PC-Tablet nicht für Kinder mit auffälliger Motorik geeignet ist. Mit dem nun von Stabilo zur Verfügung stehenden Digipen lassen sich die Nachteile des bisherigen Ansatzes überwinden, Anwendungsbreite und -tiefe des Ansatzes wesentlich verbessern und ganz neue Anwendungen ermöglichen. Im Projekt manDAAD sollen folgende Ziele erreicht werden:

  1. Ersetzung des Tablets durch den universeller nutzbaren Stabilo-Digipen
  2. Umstellung der Software auf eine einfach zu installierende App
  3. Nutzung einer Gesundheitsakte, um z.B. Benchmarkings zu ermöglichen
  4. Deep Learning Verfahren für die Erkennung von Symptomen einsetzen
  5. Neurologische und psychiatrische Anwendungen ermöglichen

Mittelgeber_in: Institut für angewandte Forschung Berlin (IFAF Berlin) 

Schlagworte: individualisierte Diagnostik und Therapie, digitalisierte Tests und Assessments manueller und motorischer Fertigkeiten, Bewegungen erfassender elektronischer Stift und Deep Learning, digitalisierte Dokumentation und Auswertung in einer Gesundheitsakte, App-Entwicklung

 Kontakt:

Prof. Dr. Elke Kraus

Professorin für Ergotherapie

Raum 427

Sprechzeiten Di 14-15 Uhr nach Absprache

T +49 30 99245-420