Mediation – prozessorientierte Konfliktbearbeitung

Nr A 31.18
Kursformat: Zertifikatkurs
Kursbeginn: 24.08.2018
Informationsveranstaltung: 22.02.2018: 18.00-20.00 Uhr, Praxis "AussichtsReich", Ackerstr. 12, 10115 Berlin
Seminarort: Praxis Lisa Hinrichsen "AussichtsReich", Ackerstr. 12, 10115 Berlin
Bewerbungsfrist: 29.06.2018
Teilnahmegebühr: 3.085,00 €, zahlbar in 8 Raten à 385,63 €
vom 01.09.2018 bis 01.04.2019

Kursbeschreibung

Mediation als kommunikatives Verfahren zur außergerichtlichen Vermittlung und Einigung in Konfliktfällen entspricht dem gesellschaftlichen Wandel zu immer mehr Diversität bei gleichzeitiger Entwicklung neuer Gemeinschaftsformen. Sie ist mittlerweile in den meisten Wirtschaftsbranchen, an Universitäten, Schulen, in der Verwaltung, in der Kulturarbeit, in Familien und Lebensgemeinschaften unterschiedlicher Größenordnung ein gängiges Beratungsformat, um nachhaltige Lösungen zu erarbeiten. Mediation will klären und einigen. Sie bearbeitet die Wurzeln des Konfliktes und legt das Potenzial für eine konstruktive Zukunftsgestaltung frei und ist damit für Einzelne wie auch für Gruppen oder Institutionen gleichermaßen attraktiv. Mediatives Handwerkszeug gehört zum Rüstzeug guter Führung in Organisationen.
Mediator_innen leiten das strukturierte Konfliktgespräch empathisch und im Sinne aller Konfliktparteien. Ihre Professionalität zeichnet sich aus durch die Fähigkeit zur Anteilnahme und Übersicht, ihre offene und flexible Haltung, durch ein ausgewogenes Nähe- und Distanzverhältnis zu den Streitparteien sowie die Fähigkeit, in festgefahrenen Situationen mit Hilfe konstruktiver Kommunikationstechniken herauszuarbeiten und zu „übersetzen“, was die Streitparteien brauchen und wo ihre Ressourcen liegen. Auf Basis der wirklichen Interessen und Bedürfnisse der Konfliktparteien führen sie diese über die Vorschlagsverhandlungen zu einem akzeptierten, bindenden Vertrag.
Die Weiterbildung legt besonderen Wert auf eine gut strukturierte und fundierte Grundausbildung, die den Teilnehmer_innen Methoden- und Handlungssicherheit vermittelt. Unser ganzheitlicher Lernansatz umfasst vier Ebenen des Lernens: Umfassende Wissensvermittlung, praktische Aneignung von Methoden und Techniken, Selbstreflexion und -erkenntnis sowie Haltungsschulung. Praxisnah vermitteln wir eine Übersicht über alle Bereiche der Mediation in ihren grundsätzlichen wie praktischen Möglichkeiten. Besondere Berücksichtigung finden kreative Interventionen in der Mediation sowie Grundzüge kultursensibler Mediation als Antwort auf die immer komplexer werdende Realität unserer multikulturellen Gesellschaft. Fragen nach Machtverhältnissen und geschlechtsspezifischen Rollenzuschreibungen in der Mediation werden fortlaufend unter dem Aspekt der Gender-, Queer- und Diversity-Perspektive sensibel behandelt und kritisch hinterfragt. Mit Methoden der Biografiearbeit unterstützen wir die Teilnehmer_innen in der Entwicklung eines persönlichen Mediator_innenprofils, das ihnen bei der Entscheidung ihres mediativen Arbeitsschwerpunktes hilft.
Die Module werden von hochqualifizierten Mediator_innen und Dozent_innen mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen (Jura, Sozialpädagogik, Psychologie, Theaterwissenschaften, Schauspiel, Coaching) geleitet. Eine Assistenz ist durchgängig zur Betreuung der Seminarblöcke unterstützend anwesend. Die in das Ausbildungskonzept preislich integrierten Supervisionsstunden werden von anerkannten externen Supervisor_innen und Ausbilder_innen durchgeführt. Mit dem Inkrafttreten der Rechtsverordnung zum Mediationsgesetz bieten wir nunmehr neben Gruppensupervision für jede Teilnehmer_in 1,5 Stunden Einzelfallsupervision an. Der angekündigte Zertifikatskurs ist der 31. Durchgang an der ASH. Er entspricht den Standards des BM und der BAFM, wurde als qualifizierte Ausbildung von der Stiftung Warentest anerkannt, ist als Weiterbildungslehrgang durch die Zentralstelle für Klinische Sozialarbeit (ZKS) geprüft und wird als Baustein zur Erlangung der Zertifizierung zum/zur "Fachsozialarbeiter/Fachsozialarbeiterin für Klinische Sozialarbeit (ZKS)" durch die ZKS in vollem Umfang anerkannt. (Weitere Informationen unter: www.klinische-sozialarbeit.de).

Die Teilnehmer_innen:

- kennen sich in den unterschiedlichen Verfahren des Konfliktmanagements aus.
- beherrschen die Methodenvielfalt der Mediation.
- sind geübt in den mediativen Handlungsabläufen.
- sind befähigt zur Beratung mit mediativen Elementen.
- verfügen über Soziale Kompetenz/Selbstkompetenz/Ethische Kompetenz/Interkulturelle Kompetenz/Gender-Kompetenz/Medienkompetenz/Methodenkompetenz.

Insgesamt 300 Stunden:
- 192 Stunden Präsenzzeit
- 30 Stunden Supervision
- 32 Stunden Kleingruppenarbeit (Intervision, Übungen, Projektarbeit)
- 1,5 Stunden Einzelsupervision nach Kursende
- 44,5 Stunden Selbstlernzeit (Vorbereitung, Nacharbeit)

A 31.18.01 - Basismodul: Kennenlernen der Mediation, der Mediator_innenrolle, der Gesprächsstruktur, Prozessführung

Termin:24.-28.08.2018
Beschreibung:- Grundlagen der Konflikttheorie
- Überblick über die aktuelle Mediationslandschaft
- Phasenmodell der Mediation
- Mediatorenpersönlichkeit
- Rolle und Haltung der Mediatorin/ des Mediators
- Einführung in die Methode des Rollenspiels
- Kontaktaufnahme und Setting der Mediation: Raum, Rolle, Regeln
- Konfliktdarstellung durch die Konfliktparteien
- Kommunikationstechnik : Spiegeln und Aktives Zuhören
- Kreative Wahrnehmungsübungen
- Beispiele und Anwendungen zur Phase 1 und 3
- Kernstück der Mediation: Phase 3
- Empathische, wertschätzende Gesprächs- und Prozessführung
- Umgang mit Gefühlen und Emotionen in der Mediation
- Herausarbeiten der Interessen und Bedürfnisse
- Wertfreie Kommunikation
- Empathie und Neutralität / Allparteilichkeit erlernen und üben
- Prozessführung in der Mediation: Folgen und Führen
- Die Idee der Gewaltfreien Kommunikation nutzen

A 31.18.02 - Basismodul: Lösungssuche & Vorschlagsverhandlung

Termin:21.-22.09.2018
Beschreibung:- Die Kunst zu fragen
- Grundlagen des Brainstorming
- Verhandlungsführung
- Entscheidungskriterien sammeln, Akzeptanz herstellen
- Überprüfung der Umsetzbarkeit
- Visualisierungs- und Moderationsmethoden
- Abschlussvereinbarung
- Standortbestimmung und Orientierung
- Protokollieren
- Zwischenvereinbarungen
- Die Idee der lösungsfokussierten Mediation verstehen

A 31.18.03 - Basismodul: Abrundung der Grundlagen & rechtliche Verortung

Termin:19.-20.10.2018
Beschreibung:- Das Phasenmodell im Rollenspiel wiederholen
- Co-Mediation
- Abgrenzung der Mediation zu Supervision, Coaching, Therapie, Rechtsberatung
- Rechtliche Einordnung des Vermittlungsauftrags
- Eigene Vertragsgestaltung
- Einsatz von Rechtsberaterinnen im Mediationsverfahren
- Grenzen der Mediation
- Den Grundgedanken des Harvard-Modells anwenden

A 31.18.04 - Basismodul: Heftige Emotionen & Blockaden

Termin:23.-24.11.2018
Beschreibung:- Methodenpoolerweiterung: Doppeln, Dialogisieren, Reflecting Team
- Hocheskalierte Konflikte
- Einzelgespräch und gemischtes Doppel
- Professionelle Nähe und Distanz zu den Streitparteien
- Kreative Interventionen bei Blockaden
- Die besondere Form der Klärungshilfe nutzen

A 31.18.05 - Spezialisierungsmodul: Kultursensible Mediation

Termin:25.-26.01.2019
Beschreibung:- Bedeutung von Kultur und interkultureller Verständigung für die Mediation
- Kulturelle Prägung und Identität
- Menschenbild und Ethik
- Möglichkeiten und Nutzen kreativer Methoden und Ansätze in die Mediation ( z.B. Storytelling, szenische Darstellung, Malen...)

A 31.18.06 - Spezialisierungsmodul: Mediation in Gruppen und Teams - Basiseinführung

Termin:22.-23.02.2019
Beschreibung:- Gruppendynamik
- Rollen und ihre Wirkung in Gruppen
- Strukturierende und kreative Methoden der Gruppen-, und Team-Mediation
- Moderationstechniken
- Protokollieren von Ergebnissen

A 31.18.07 - Anwendungsfelder der Mediation: Mediation in Organisationen

Termin:22.-23.03.2019
Beschreibung:- Mediation in kleinen und mittleren Institutionen und Projekten
- Arbeitsrechtliche Aspekte
- Interne und externe Mediation
- Teamentwicklung
- Auftragsverhandlung
- Macht in der Mediation
- Das Modell der Klärungshilfe vertiefen

A 31.18.08 - Anwendungsfelder der Mediation: Familienmediation

Termin:12.-13.04.2019
Beschreibung:- Verarbeitung der Trennungskrise und ihre Phasen
- Prinzipien des Systemischen Denkens
- Verschiedene Trennungskonstellationen und ihre Bedeutung für Kinder
- Entwicklungsgesetze von Kindern und Störbilder von Trennungskindern
- Einbeziehen von Kindern und Jugendlichen in der Mediation
- Übersicht über rechtliche Grundlagen in Familienmediationen
- Formfragen, z.B. notarielle Beurkundung

A 31.18.09 - Vertiefungsmodul: Abrundung und Start in die Praxis

Termin:06.-10.05.2019
Beschreibung:Der letzte Schliff:
- Einblick in weitere Anwendungsfelder der Mediation, wie Nachbarschaft, Schulmediation, Erbschaft, Unternehmensnachfolge, Telefonmediation
- Abgabe und Besprechung der Fall Dokumentationen
- Einzelsupervisionen der eingereichten Fälle
- Marketing, Akquise, Vernetzung, Berufsverbände
- Sicherung der Kompetenzen (Supervision, kollegiale Intervision)
- Abschlussrollenspiele, Video-Feedback
- Selbstpräsentation, Mediatorinnenprofil
- Teilnahmebescheinigungen, Zertifikate/feierlicher Abschluss
Wissenschaftliche Leitung Prof. Dr. Susanne Benner Hochschullehrerin ASH Berlin, Juristin, Mediatorin
Kursleitung Lisa Hinrichsen Volljuristin, Ausbilderin für Mediation (BM), Mediatorin (BM)
Weitere Dozent_innen u. a. Michael Cramer, Annette Kurz Supervisorinnen: Rita Wawrzinek, Beate Schmidt
Lehr- und Lernmethoden Input, Diskurse, Übungen, Kleingruppenarbeit, Intervision, Projektarbeit, Präsentation, Selbststudium, Rollenspiele
Seminarzeiten Fr: 13.00-20.00 Uhr, Sa: 10.00-19.00 Uhr 1. Termin: Fr-Di 10.00-18.00 Uhr 9. Termin: Mo-Fr 10.00-18.00 Uhr
Teilnahmevoraussetzungen 1. Hochschulabschluss, insbesondere in den Bereichen Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung, Gesundheit, Psychologie oder Jura
2. In der Regel berufspraktische Erfahrungen in psychosozialer/klient_innenbezogener Beratung
3. Darüber hinaus Zulassungen nach Einzelfallprüfungen möglich
Abschluss Die ASH vergibt das Hochschulzertifikat „Mediator_in“, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:
- Teilnahme an allen Terminen
- Durchführung und Dokumentation eines Mediationsprozesses
- Abschlusspräsentation des eigenen Mediator_innen-Profils
ECTS-Credits Der erfolgreiche Abschluss dieses Zertifikatskurses entspricht 10 ECTS-Credits. Deren mögliche Anrechenbarkeit auf einen postgradualen Studiengang ist an den Nachweis eines Hochschulabschlusses gebunden.
Bewerbung Bitte bewerben Sie sich schriftlich mit dem Bewerbungsformular
Ansprechpartner_in Magda Malyga
malyga@ash-berlin.eu
Tel.: 030/99 245 - 353

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