Soziale Arbeit mit Geflüchteten Möglichkeiten und Grenzen professionellen Handelns

Nr E 03.18
Kursformat: Zertifikatkurs
Kursbeginn: 19.10.2018
Informationsveranstaltung: 06.07.2018: 15.00-17.00 Uhr
Seminarort: Alice Salomon Hochschule
Bewerbungsfrist: 24.08.2018
Teilnahmegebühr: 2.032,00 €, zahlbar in 8 Raten à 254,00 €
vom 01.11.2018 bis 01.06.2019

Kursbeschreibung

Sozialarbeiter_innen, die mit geflüchteten Menschen arbeiten, sind in einem Feld tätig, das stark durch nicht erfüllte Bedürfnisse der Klient_innen, durch Menschenrechtsverletzungen (vor, während und nach der Flucht) sowie durch (rechtliche) Unsicherheit geprägt ist. Soziale Arbeit mit Geflüchteten findet damit in einem Feld statt, das Fachkräfte regelmäßig an ihre Grenzen bringt – nicht zuletzt auch durch die oft sehr prekären Arbeitsverhältnisse. Erschwerend kommt hinzu, dass Sozialarbeiter_innen in diesem Feld vielerorts in Tätigkeiten verwickelt werden, die nicht dem Aufgabenspektrum der Profession entsprechen, oft sogar mandatswidrig sind und damit Sozialarbeiter_innen in Widersprüche zu ihrem beruflichen Ethos bringen. Eine professionelle Arbeit in diesem Feld setzt daher neben vielseitiger Fachkenntnis eine professionsbasierte Reflexionsfähigkeit voraus.
Ziel der Weiterbildung ist es, zum einen Sozialarbeitende in der Praxis in ihrem professionellen Selbstverständnis zu stärken, ihnen zum anderen aber durch anwendungsorientierte Beispiele auch Handlungsoptionen in diesem Feld zu vermitteln. Da sowohl das notwendige Fachwissen als auch die erforderliche Reflexionsfähigkeit sich neben der Expertise aus der Sozialen Arbeit aus verschiedenen Disziplinen, vor allem Psychologie und Politikwissenschaften, sowie verschiedenen Rechtsgebieten (insbesondere Asylrecht bzw. das Asylbewerberleistungsgesetz) speisen, setzt sich der Zertifikatskurs interdisziplinär zusammen. Neben theoretischem Wissen und Fachkenntnissen soll die Arbeit an Fallbeispielen und Praxiserfahrungen mit Selbstreflexion einen wichtigen Stellenwert einnehmen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf der Analyse von Dilemmata bzw. dem Umgang damit. Je ein Fall aus dieser Dokumentation soll im Rahmen des Abschlusskolloquiums vorgestellt werden.

Die Teilnehmer_innen:

- erlangen ein Verständnis von Menschenrechtsverletzungen, denen geflüchtete Menschen in Deutschland ausgesetzt sind.
- erkennen, wenn von ihnen mandatswidrige Handlungen gefordert werden, und können diesen professionsethisch begegnen.
- können Dilemmata in der Sozialen Arbeit mit Geflüchteten professionsbasiert thematisieren und hieraus eine Handlungsoption ableiten.
- können ihre Rolle als Sozialarbeitende machttheoretisch analysieren und sind in der Lage, kritische Handlungsoptionen hieraus abzuleiten.
- erhalten einen Einblick in das Asylrecht, können wichtige Eckpfeiler des Asylverfahrens erkennen und verstehen es, Klient_innen zu begleiten, die dieses durchleben.
- setzen sich mit der Realität des Lebens in totalen Einrichtungen auseinander und erkennen Möglichkeiten und Grenzen professionellen Handelns in diesem restriktiven Rahmen.
- erhalten einen Einblick in das Asylbewerberleistungsgesetz und können einschätzen, wann sich welche Interventionen ableiten.
- sind in der Lage, Traumata zu erkennen, wissen, wohin sie traumatisierte Geflüchtete vermitteln können, und erkennen die Notwendigkeit des Schutzes vor Sekundärtraumatisierung.
- sind in der Lage zu erkennen, welche Geflüchteten als besonders schutzbedürftig gelten, und wissen, welche Intervention sich daran knüpft.
- erkennen die spezifischen (strukturellen) Vulnerabilitäten von geflüchteten Menschen und haben Wissen über präventive Maßnahmen erlangt.

Insgesamt 300 Stunden:
- 153 Stunden Präsenzzeit
- 147 Sunden Selbstlernzeit (Vor- und Nachbereitung der Module, Erstellen einer Abschlussarbeit)

E 03.18.01 - Einführung in den Zertifikatskurs

Termin:19.-21.10.2018
Beschreibung:- Persönliches Kennenlernen
- Menschenrechtsbasierte Soziale Arbeit mit Geflüchteten: Spannungsfeld zwischen legalem und legitimen Handeln
- Herausforderungen einer professionelle Sozialen Arbeit mit Geflüchteten
- Möglichkeiten und Grenzen Sozialarbeiterischer Interventionen im Rahmen Mandatswidriger Forderungen
- Vorstellung des Positionspapiers

E 03.18.02 - Einführung in Asylrecht für Sozialarbeitende

Termin:16.-18.11.2018
Beschreibung:- Einführung in Asylrecht für Sozialarbeitende
- Das Asylverfahren:
Implikation von Dublin II, Versch. Aufenthaltsstati, Die Rolle des BAMF, Erfolgsaussichten
- Interventionsmöglichkeiten von Sozialarbeitenden

E 03.18.03 - Leben unter dem Asylbewerberleistungsgesetz

Termin:14.-16.12.2018
Beschreibung:- Umgang Gesundheitsleistungen
- Das Recht auf adäquate Unterbringung auch für Geflüchtete
- Mindeststandards in Unterbringungen
- Wohnungssuche

E 03.18.04 - Soziale Arbeit mit traumatisierten Geflüchteten

Termin:18.-20.01.2019
Beschreibung:- Was ist Trauma?
- Trauma erkennen
- Umgang mit traumatisierten Klient_innen
- Spagat zwischen Selbstschutz und professionellem Handeln (Schutz vor Sekundärtraumatisierung

E 03.18.05 - Besonders Schutzbedürftige Geflüchtete

Termin:15.-17.02.2019
Beschreibung:- Die Richtlinie und ihre Implikationen: Menschen(rechtliche) Vorgaben und Umsetzungen
- Gewaltschutz in Gemeinschaftsunterkünften?
- Unbegleitete minderjährige Geflüchtete
- Kindswohlgefährdungen

E 03.18.06 - Vorbereitung Abschlussarbeit und Zwischenevaluierung, Besonders Schutzbedürftige Geflüchtete

Termin:15.-17.03.2019
Beschreibung:- Besonders Schutzbedürftige Geflüchtete:
Drogenkonsumierende und HIV Positive, LGBTI, Geflüchtete Menschen als Betroffene von Menschenhandel, Menschen mit Behinderung

E 03.18.07 - Möglichkeiten und Grenzen des Lebens in Gemeinschaftsunterkünften (GUs)

Termin:12.-14.04.2019
Beschreibung:- GUs als "totale" Einrichtungen
- Möglichkeiten und Grenzen der Implementierung von Standards Sozialer Arbeit in GUs (Partizipation, Selbstbestimmung, Inklusion)

E 03.18.08 - Fluchtursachen aus postkolonialer Perspektive

Termin:17.-19.05.2019
Beschreibung:- Fluchtursachen aus postkolonialer Perspektive
- Das Leben nach der Asylanerkennung (gesellschaftliche Inklusion)

E 03.18.09 - Offene Rechtliche Fragen/Abschlusskolloquium

Termin:05.-07.07.2019
Beschreibung:- Offene Rechtliche Fragen
- Integriertes Abschluss-Kolloquium und Abschied
Wissenschaftliche Leitung Prof. Dr. Nivedita Prasad Hochschullehrerin ASH Berlin, Dipl. Sozialpädagogin
Kursleitung Silvia Oitner Wissenschaftliche Mitarbeiterin ASH, Politikwissenschaftlerin (B. A.), Mag. Soziale Arbeit, Intercultural Conflict Management (M. A.)
Lehr- und Lernmethoden Vorträge, Arbeit an Fallbeispielen, Selbstreflexion
Seminarzeiten Fr: 15.00-20.00 Uhr, Sa: 10.00-18.00 Uhr, So: 10.00-14.00 Uhr
Teilnahmevoraussetzungen 1. Hochschulabschluss, insbesondere in den Bereichen Soziale Arbeit, Gesundheit, Erziehung und Bildung und Psychologie
2. In der Regel Praxiserfahrung in sozialen und/oder gesundheitlichen Bereichen
3. Zulassung nach Einzelfallprüfung möglich
Abschluss Die ASH vergibt das Hochschulzertifikat „Fachkraft für Soziale Arbeit mit Geflüchteten“, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:
- Teilnahme an allen Terminen
- Erstellung einer Abschlussarbeit
ECTS-Credits Der erfolgreiche Abschluss dieses Zertifikatskurses entspricht 10 ECTS-Credits. Deren mögliche Anrechenbarkeit auf einen postgradualen Studiengang ist an den Nachweis eines Hochschulabschlusses gebunden.
Bewerbung Bitte bewerben Sie sich schriftlich mit dem Bewerbungsformular
Ansprechpartner_in Magda Malyga
malyga@ash-berlin.eu
Tel.: 030/99 245 - 353

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