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Beratung und Netzwerkarbeit im Kontext von Demokratiegefährdung und extrem rechten Orientierungen

Nr M 01.20
Kursformat: Zertifikatkurs
Kursbeginn: 11.11.2020
Informationsveranstaltung: 15.07.2020: 15 .30-18.00 Uhr Die Veranstaltung findet online statt. Bitte melden Sie sich unter eckloff@ash-berlin.eu an. Sie erhalten im Vorfeld einen Link zur Teilnahme. Sie benötigen für die Teilnahme ein Smartphone o.ä.
Seminarort: IG BCE – Landesbezirk Nordost Inselstraße 6 10179 Berlin
Bewerbungsfrist: 01.11.2020
Teilnahmegebühr: 2.720,00 €, zahlbar in 16 Raten à 170,00 €
vom 01.12.2020 bis 01.03.2022

Kursbeschreibung

Wenn Weiterbildung etwas im professionellen Handeln der Praxis verändern will, kann sie im systemischen Verständnis nicht weniger komplex sein als die zu verändernde Praxis, auf die sie sich bezieht. Es ist ein Anliegen der Anbieter_innen, die Entwicklung einer kritischen und menschenrechtsorientierten Beratungspraxis im Kontext von Demokratiegefährdung und Rechtsextremismus zu begleiten und anzuregen, indem eigene Erfahrungen und Wahrnehmungsweisen als Ausgangsbasis gewählt werden, um in einem systematischen Prozess andere Perspektiven für die eigene Beratungspraxis zu entwickeln.
Das Konzept dieser zertifizierten Weiterbildung orientiert sich an den vielfältigen Anforderungen der Sozialen Arbeit und Beratung im Kontext Rechtsextremismus und demokratiegefährdender gesellschaftlicher Entwicklungen. Dabei ist es ein grundlegendes Anliegen, ausgehend von den Erfahrungen der Teilnehmer_innen zu arbeiten und die subjekttheoretischen Perspektiven in die jeweiligen thematischen Einheiten einzubeziehen. Dies soll als fortwährender Prozess und zugleich mit unterschiedlichen didaktischen und methodischen Zugängen erfolgen. Ein zentraler konzeptioneller Bestandteil ist die kontinuierliche Verankerung von Fallarbeit in allen sechs Modulen, sodass Fallarbeit einen fortlaufenden Bestandteil des gesamten Zertifikatskurses bildet. Diese fallanalytische Perspektive orientiert sich ausschließlich an Fällen aus dem fachlichen Spektrum der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus sowie der Bildungs- und Jugendarbeit, der Arbeit von Streetworker_innen, der Familien- und Jugendberatung und der Stadtteil- bzw. Quartiers- oder Gemeinwesenarbeit und weiteren Arbeitsbereichen, die sich mit demokratiegefährdenden und extrem rechten Entwicklungen befassen. Da die Fallarbeit kontinuierlich einbezogen wird, erfolgen die Kurse im Teamteaching. Die Weiterbildung basiert auf einer Kooperation zwischen der ASH Berlin und dem Bundesverband Mobile Beratung e. V. (BMB) und richtet sich sowohl an einschlägige Fachberater_innen wie auch an Sozialarbeiter_innen, die in den oben genannten Arbeitsfeldern tätig sind und darin Beratungskompetenzen im Umgang mit demokratieherausfordernden und -gefährdenden Phänomenen im Kontext extrem rechter Orientierungen benötigen bzw. erwerben wollen. Die Weiterbildung will dazu anregen, sich mit eigenen Positionen, Erfahrungen, Positionierungen und Handlungsroutinen im professionellen Alltagshandeln auseinanderzusetzen und neue Perspektiven zu entwickeln, die professionelle Beratungsarbeit stärken können.

Die Teilnehmer_innen:
- verfügen über vertieftes Wissen im Bereich von Rechtsextremismusforschung und haben sich mit unterschiedlichen beratungswissenschaftlichen Ansätzen vertraut gemacht. Sie sind in der Lage, die Begrifflichkeiten mit ihren Besonderheiten und Grenzen, Perspektiven und Abgrenzungen zum Alltagswissen und medialer Aufbereitung zu definieren und zu interpretieren.
- können ihr Wissen und Verstehen als Grundlage für die Entwicklung und/oder Anwendung neuer Konzepte verwenden. Sie verfügen über ein breites, kritisches und intersektionales Verständnis von Beratung im Kontext Rechtsextremismus/Rechtspopulismus.
- verfügen über ein vertieftes Wissen zur Fallanalyse und -bearbeitung sowie der ressourcenorientierten und machtsensiblen Analyse sozialer Räume.
- haben einen Überblick zu aktuellen nationalen und internationalen Themen im Bereich Beratung im Kontext Rechtsextremismus/Rechtspopulismus.
- können auf der Grundlage unvollständiger oder begrenzter und auch verzerrter Informationen wissenschaftlich fundierte fachliche Entscheidungen fällen und dabei gesellschaftliche, wissenschaftliche und ethische Erkenntnisse und Normalitätsvorstellungen berücksichtigen, die sich aus der Anwendung ihres Wissens und aus ihren Entscheidungen ergeben.
- haben die Fähigkeit, eigenständig Fall-Forschung zu betreiben und dabei lebensweltliche Perspektiven der Adressat_innen und sozialräumliche Kontexte in die Fallanalyse und Aktionsplanung einzubeziehen.
- können ihre eigenen und fremden Forschungsergebnisse kritisch analysieren und bewerten und verfügen über Know-how zur aktivierenden Einbeziehung lokaler Akteur_innen in die Fallanalyse und -bearbeitung.
- können für neue, unklare und multiperspektivische Aufgabenstellungen oder Praxissituationen geeignete Lösungs- oder Handlungsansätze finden.
- verfügen über Kenntnisse und Fertigkeiten, komplexe Lösungen für neue unbekannte Aufgabenstellungen auf der Basis wissenschaftlicher Methodik und aktueller Forschungsergebnisse zu entwickeln, zu reflektieren und gegenüber relevanten Zielgruppen zu vertreten.
- können weitgehend selbstgesteuert und/oder autonom eigenständige forschungs- oder anwendungsorientierte Projekte durchführen und verfügen über ausreichende Methodenkenntnisse zur partizipativen Einbeziehung der Perspektiven und Ressourcen von Adressat_innen in die Beratungs- und Projektarbeit.
- können ihr Wissen und Verstehen sowie ihre Fähigkeiten zur Problemlösung auch in neuen und unvertrauten Situationen anzuwenden, die in einem breiteren oder multidisziplinären Zusammenhang mit ihrem Studienfach stehen.
- können auf dem aktuellen Stand von Forschung und Anwendung Fachvertreter_innen, Vertreter_innen von Zivilgesellschaft und NGOs, Mitarbeiter_innen von Behörden und Kommunen und Politiker_innen ihre Schlussfolgerungen und die diesen zugrunde liegenden Informationen und Beweggründe in klarer und eindeutiger Weise vermitteln.
- können durch ihre im Kurs vertiefte Fähigkeit zur (Selbst-)Reflexion und Selbstsorge wichtige innovative Prozesse im Team initiieren.
- können in einem heterogenen und interdisziplinären Team menschenrechtsorientiert sowie gender- und rassismuskritisch agieren und ggf. Leitungsaufgaben wahrnehmen.
- haben die Fähigkeit, in nationalen und internationalen Kontexten in Bereich von Beratung im Kontext von Rechtsextremismus/Rechtspopulismus zu arbeiten und zu forschen.

Insgesamt 300 Stunden:
- 138 Stunden Präsenzzeit
- 162 Stunden Selbstlernzeit

M 01.20.01 - Einstieg – Arbeitsweise – Fallanalyse. Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung: soziale Positionierungen und Verunsicherungen

Termin:11.11.-14.11.2020
Beschreibung:Einführung in die Arbeitsweise der Weiterbildung und der methodischen Arbeit der Fallanalyse (methodisch, didaktische Verankerung der Fallanalyse)
Beratung als Haltung, Gestaltung von Beratungsprozessen, Parteilichkeitsanforderungen in der Beratungspraxis, Ressourcenaktivierende Beratung, Empowerment-Strategien als Beratungsprozess

M 01.20.02 - Aktuelle Entwicklungen: Demokratiegefährdung und extrem rechte Orientierungen – Wirkungen im urbanen und ländlichen Raum

Termin:25.03.-27.03.2021
Beschreibung:Neue Rechte und ihre Organisierung im urbanen und ländlichen Raum, Identitäre Bewegung, völkische Siedler*innen, Sozialraumorientierung in der Beratungsarbeit

M 01.20.03 - Rechtsextremismus und Familie, rechtsextreme Frauen

Termin:10.06.-12.06.2021
Beschreibung:Genderreflektierte Ansätze in der Beratungsarbeit,
Konzept der hegemonialen Männlichkeit nach Connell,
Rolle und Strategien von Frauen im Rechtsextremismus

M 01.20.04 - Zivilgesellschaft und Gemeinwesenorientierung in der Beratung

Termin:21.10.-23.10.2021
Beschreibung:Sozialräumliche Handlungsstrategien und Techniken, sozialräumlich-partizipative Strategiebildung, Parteilichkeit und Konfliktorientierung in der Gemeinwesenorientierung

M 01.20.05 - Arbeitsbedingungen, Selbstsorge und Umgang mit herausfordernden Situationen

Termin:02.02.-05.02.2022
Beschreibung:Umgang mit herausfordernden Situation, Methoden und Techniken der Stressreduktion und Selbstsorge, Bearbeitungsstrategien belastender und hochbelastender Ereignisse, Basics der Psychotraumatologie, Reflexion eigener Arbeitsverhältnisse und –situationen

M 01.20.06 - Praxisforschung: Von der Überprüfung der bestehenden Beratungskonzepte zu einer theoriebewussten Praxis – Abschlussevaluation

Termin:April/Mai 2022
Beschreibung:Praxisforschungsansätze und Konzeptentwicklung,
„aktivierende Befragung“ im Gemeinwesen,
Ansätze zur Analyse aktueller Herausforderungen,
Präsentation von Abschlussprojekten,
Evaluation der Weiterbildung
Wissenschaftliche Leitung Prof. Dr. Marion Mayer Hochschullehrerin ASH Berlin, Dipl. Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin
Wissenschaftliche Leitung Prof. Dr. Esther Lehnert Hochschullehrerin ASH Berlin, Dipl. Pädagogin
Kursleitung Friedemann Bringt Dipl. Sozialarbeiter
Kooperationspartner Bundesverband Mobile Beratung e. V.
Lehr- und Lernmethoden Fallarbeit, theoretische Inputs, Literaturstudium, Kleingruppen-Arbeit, Inter- und Supervision, praktische Übungen, selbstständige Lerngruppen, ethnografische Feldstudien, multimediale Lernformen
Seminarzeiten 1. und 6. Modul: Mi: 13.00-19.00 Uhr, Do/Fr: 09.00–18.00 Uhr, Sa: 09.00–14.00 Uhr 2. bis 5. Modul: Do: 13.00–19.00 Uhr, Fr: 09.00–18.00 Uhr, Sa: 09.00–14.00 Uhr
Zielgruppe 1. Hochschulabschluss, insbesondere in den Bereichen Soziale Arbeit, Sozial- und Erziehungswissenschaften, Psychologie, Politologie
2. Aktuelle Berufstätigkeit in Tätigkeits- und Beratungsfeldern der Sozialen Arbeit, insbesondere der Jugendarbeit, Streetwork, Stadtteilarbeit, Familienberatung o. ä.
3. Darüber hinaus Zulassungen nach Einzelfallprüfungen möglich
Abschluss Die ASH vergibt in Kooperation mit dem Bundesverband Mobile Beratung e. V. das Hochschulzertifikat „Fachberater_in Demokratiegefährdung und extrem rechte Orientierungen“,
wenn folgende Kriterien erfüllt sind:
- Teilnahme an allen Terminen
- Mind. drei Fallskizzen
- Teilnahme an Regionalgruppen
- Abschlussarbeit
ECTS-Credits Der erfolgreiche Abschluss dieses Zertifikatskurses entspricht 10 ECTS-Credits. Deren mögliche Anrechenbarkeit auf einen postgradualen Studiengang ist an den Nachweis eines Hochschulabschlusses gebunden.
Bewerbung Bitte bewerben Sie sich schriftlich mit dem Bewerbungsformular
Ansprechpartner_in Annett Eckloff
eckloff@ash-berlin.eu
Tel.: 030/99 245 - 319

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