Lernarchitekturen im Erweiterungsbau der ASH Berlin

Für Seminarräume und studentische Selbstlernflächen im Erweiterungsbau der ASH haben Urte Böhm und Franziska Müller (Qualitätsmanagement und -entwicklung in Studium und Lehre/QME SuL), in Kooperation mit anderen Akteur_innen der Hochschule, ein umfangreiches Konzept zu Lernarchitekturen entwickelt.

Was bedeutet Lernarchitektur?

Mit dem Begriff Lernarchitektur wird die Wechselbeziehung von Architektur und Pädagogik bezeichnet. Am Beispiel eines klassischen Hörsaals wird unmittelbar sichtbar, dass Raum und Lernen sich wechselseitig prägen. Ein Lernraum, der für frontale Wissensvermittlung konzipiert ist, bietet für Kollaboration und individuelles Lernen von Studierenden keinen Platz.
Es gilt, dem "Shift from Teaching to Learning" Raum zu verschaffen und diese Entwicklung von wissensbasierter Lehre hin zu lernenden- und kompetenzorientierter Lehre architektonisch zu unterstützen. In modernen Lernräumen können Lehrende und Studierende vielfältige Lernarrangements gestalten, die individuelle Lernprozesse fördern und sich an den Potenzialen der Akteurinnen und Akteure ausrichten.
Raumgestaltung ist daher ein wichtiges Entwicklungsfeld, um Innovationen in Lehre und Lernen jetzt und in Zukunft zu ermöglichen.

Ziele

  • Schaffung von innovativen Räumen zum Experimentieren, für Transfer, den Aufbau von Future Skills, Digital Literacy sowie KI Literacy
  • aktivierende und flexible Lernarrangements
  • studierendenzentrierte und partizipative Lernprozesse
  • selbstgesteuertes und eigenverantwortliches Lernen
  • kommunikative, ko-kreativen und kollaborative Lernprozesse
  • interaktive, projektorientierte und praxisnahe Lernformate
  • fluide Übergänge zwischen formellen und informellen sowie digitalen und analogen Lernorten und Formaten (vernetzter Campus)
  • Erweiterung des Lernraum-Portfolios: flexible und bedarfsorientierte Nutzungsmöglichkeiten der Räume, Experimentier- und Innovationsorte, Erhöhung der Aufenthaltsqualität, Ermöglichungsort für soziale Begegnungen, Räume für Learning-Communities, Räume für ein „sowohl-als-auch“ von Digitalität und Präsenz

Hochschuldidaktisches Begleitprogramm

Zur Einführung der Lernarchitekturen bieten die Arbeitsbereiche Hochschuldidaktik und Innovation, Digitale Barrierefreiheit in Studium und Lehre sowie Digitale Mediendidaktik im Sommersemester hochschuldidaktische Angebote zum Erkunden, Erproben und für den kollegialen Austausch.

 

Termin 1: Überblick über die verschiedenen Raumtypen und deren didaktischen PotentialeAngebot für Lehrende

Die Teilnehmenden lernen verschiedene Raumtypen kennen und erfahren, wodurch sich diese in Gestaltung, Funktion und Nutzung unterscheiden. Gemeinsam wird erkundet, welche Möglichkeiten die Räume für unterschiedliche Lehr- und Lernformate eröffnen und wie die räumliche Gestaltung Lehr- und Lernprozesse beeinflussen kann.

Urte Böhm (Hochschuldidaktik und Innovation) und Franziska Müller (Digitale Barrierefreiheit in Studium und Lehre)

Freitag, 10. April 2026 | 9:00 - 10:00 Uhr | Raum K1.03  

Termin 2: Einführung in die Medientechnik | Angebot für Lehrende

Dieser Termin der Veranstaltungsreihe stellt die Medientechnik im Erweiterungsbau in den Mittelpunkt. Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über die vorhandene technische Ausstattung und lernen zentrale Funktionen sowie Einsatzmöglichkeiten kennen.

Mareike Müller (Medientechnik) und Franziska Müller (Digitale Barrierefreiheit in Studium und Lehre)

Mittwoch, 22. April 2026 | 11:00 – 12:00 Uhr | Raum K0.02

Termin 3: Kollaborative Lernräume gestalten und nutzen | Angebot für Lehrende

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Räume so gestaltet und genutzt werden können, dass sie Zusammenarbeit, Austausch und gemeinsames Lernen unterstützen. Die Teilnehmenden bringen eigene Erfahrungen ein, lernen Beispiele für kollaborative Settings kennen und reflektieren, welche räumlichen, didaktischen und organisatorischen Bedingungen eine produktive Zusammenarbeit fördern.

Urte Böhm (Hochschuldidaktik und Innovation) und Franziska Müller (Digitale Barrierefreiheit in Studium und Lehre)

Donnerstag, 7. Mai 2026 | 14:30 – 15:30 Uhr | Raum K0.03

Termin 4: Erstellung und didaktische Gestaltung multimodaler Lernmaterialen | Angebot für Lehrende

Im Mittelpunkt des Workshops stehen die technischen und didaktischen Aspekte der Produktion, Gestaltung und Bereitstellung multimodaler Lehr- / Lernmaterialien. Dabei werden die Teilnehmenden auch mit den Möglichkeiten vertraut gemacht, die der neu eingerichtete Mediendidaktikraum zur schnellen und qualitativ hochwertigen Realisierung derartiger Projekte/Materalien bietet.

Daniel Klenke (Digitale Mediendidaktik)

Montag, 18. Mai 2026 | 13:00 - 15:30 Uhr | Raum K2.24

Termin 5: Inklusive Lernräume gestalten – Teilhabe ermöglichen | Angebot für Lehrende

Die Teilnehmenden können gemeinsam erkunden, welche Möglichkeiten zur Umsetzung von inklusiver Lehre die Räume im Erweiterungsbau bieten. Dabei schauen wir auf die Einrichtung, die technische Ausstattung und welche zusätzlichen Möglichkeiten genutzt werden können, um Teilhabe erhöhen.

Franziska Müller (Digitale Barrierefreiheit in Studium und Lehre)

Montag, 15. Juni 2026 | 14:00 - 15:00 Uhr | Raum K2.01

Termin 6: Mediendidaktikraum: Technik stärkt digitale Barrierefreiheit | Angebot für Lehrende

Welche Hilfsmittel können genutzt werden, um die digitale Barrierefreiheit und so auch die inklusive Lehre zu stärken? Der Termin wird sich dieser Fragestellung widmen, indem verschiedene freie Softwaretools - die u.a. im Mediendidaktikraum für Lehrende zur Verfügung stehen - vorgestellt und demonstriert werden.

Daniel Klenke (Digitale Mediendidaktik) und Franziska Müller (Digitale Barrierefreiheit in Studium und Lehre)

Dienstag, 16. Juni 2026 | 14:00 - 15:00 Uhr | Raum K2.27 (Mediendidaktikraum)

Termin 7: Selbstlernflächen und Community Spaces bewusst in die Lehre integrieren | Angebot für Lehrende

In diesem Termin entdecken wir Selbstlernflächen und Community Spaces im Erweiterungsbau. Gemeinsam tauschen wir uns über Lernstrategien aus und entwickeln Ideen, wie sich formelle und informelle Lernorte verzahnen lassen. Zudem geht es darum, wie Lehrveranstaltungen Selbstlernprozesse gezielt fördern können.

Urte Böhm (Hochschuldidaktik und Innovation) und Franziska Müller (Digitale Barrierefreiheit in Studium und Lehre)

Donnerstag, 25. Juni 2026 | 9:00 – 10:00 Uhr | Raum K0.01

Termin 8: Maker Space als Innovationsraum – Experimentelles Lernen ermöglichen | Angebot für Lehrende

Ein Maker Space als innovativer Lernort eröffnet neue Möglichkeiten für experimentelles und praxisnahes Lernen. Gemeinsam entwickeln und visualisieren wir mit kreativen Methoden Ideen für einen Maker Space, in dem ausprobiert, gestaltet und kollaborativ gearbeitet werden kann.  

Urte Böhm (Hochschuldidaktik und Innovation) und Franziska Müller (Digitale Barrierefreiheit in Studium und Lehre)

Donnerstag, 2. Juli 2026 | 14:00 – 15:30 Uhr | Raum K0.02

 

Konzept: Welche Räume waren in den Lernarchitekturen ursprünglich geplant?

Kategorie groß & flexibel

Die 10 Räume der Kategorie "groß & flexibel" sind laut Konzept folgendermaßen geplant:

  • im 1. bis 4. OG zu finden,
  • zwischen 89 m2 und 112 m2 groß,
  • mit leichten, meist rollbaren Möbeln ausgestattet, um flexible Lernarrangements zu ermöglichen.

In zwei Räumen soll zusätzlich verbaute Technik die Nutzung für hybride Lehre erlauben.

Nach Konzept ist diese Variante für die Räume K1.09 und K1.11 vorgesehen. Beide Räume befinden sich im 1.OG.

Geplant ist eine Möblierung mit Einzeltischen in Fünfeck-Form, die miteinander kombiniert werden können, um Gruppenarbeit zu ermöglichen. Die Tische sind in zwei verschiedenen Größen vorhanden. Als Sitzmöbel sind rollbare, höhenverstellbare Drehstühle und stabile Vierbeinstühle geplant.

Zusätzlich zu den beiden Präsentationsbildschirmen an der kurzen Raumseite, sind zwei weitere Bildschirme an der langen Seite des Raumes geplant.

Für die hybride Lehre sollen zwei Deckenbildschirmpaare, Kameras und ein Raummikrofon zur Verfügung stehen.

Die Ausstattung "Standard Mix" ist laut Konzept für insgesamt 6 Räume geplant.

Das sind die Räume K1.03, K2.03, K3.03 und K4.03 in der 1. bis 4. Etage und zwei weitere Räume in der 4. Etage - K4.14 und K4.15.

 

Neben der Standard-Möblierung, bestehend aus miteinander kombinierbaren Einzeltischen in Fünfeck-Form sowie rollbaren, höhenverstellbaren Drehstühle und stabilen Vierbeinstühlen, sind hier zusätzlich rollbare, höhenverstellbare Drehstühle mit Tablar geplant.

 

Ergänzend zu den beiden Präsentationsbildschirmen an der kurzen Raumseite, ist jeweils ein weiterer Bildschirm an der langen Seite des Raumes geplant, damit die frontale Ausrichtung  aufgelöst werden kann.

 

In der 2. und 4. Etage befinden sich die Räume K2.24 und K4.16, die fast ausschließlich mit rollbaren, höhenverstellbaren Drehstühlen mit Tablar möbliert sein sollen. Im Sinne der Inklusion sind jedoch auch einige Stühle ohne Tablar, die mit kleinen rollbaren Einzeltischen ergänzt werden können, geplant.

Das Konzept sieht vor, dass durch einen zusätzlichen Bildschirm an den Längsseiten der Räume eine flexible Nutzung ermöglicht wird.

Kategorie klein & hybrid

Die 4 Räume der Kategorie “klein & hybrid” sind laut Konzept folgendermaßen geplant:

  • im 1. bis 4. OG zu finden,
  • jeweils 68 m2 groß,
  • mit leichten, meist rollbaren Möbeln ausgestattet, um flexible Lernarrangements zu ermöglichen.

In allen 4 Räumen soll zusätzlich verbaute Technik die Nutzung für hybride Lehre erlauben.

Geplant ist eine Möblierung mit Fünfecktischen, die einzeln, aber auch in unterschiedlichsten Kombinationen miteinander, genutzt werden können.

Das Konzept sieht vor, dass die Räume mit einem Wandmonitor, zwei Kameras und einem Deckenmikrofon ausgestattet werden sollen, damit die Nutzung für hybride Lehre möglich ist. 

Kategorie Multi Use

Die 4 Räume der Kategorie "Multi Use" sind laut Konzept folgendermaßen geplant:

  • im 2. bis 4. OG zu finden,
  • jeweils ca. 48 m2groß,
  • mit leichten, meist rollbaren Möbeln ausgestattet, um flexible Lernarrangements zu ermöglichen.

 

Für die Möblierung ist eine Kombination aus Fünfecktischen mit rollbaren und nicht rollbaren Stühlen geplant. Tische und Stühle können einzeln, aber auch in unterschiedlichsten Kombinationen miteinander, genutzt werden. Ergänzend dazu sind 8 Stück rollbare, höhenverstellbare Drehstühle mit Tablar  geplant, so dass möglichst viele unterschiedliche Lernszenarien umgesetzt werden können.

Neben einem höhenverstellbaren Touch-Screen ist in jedem Raum auch ein höhenverstellbares Whiteboard vorgesehen.

Kategorie Future

Die 4 Räume der Kategorie "Future" sind laut Konzept folgendermaßen geplant:

  • ein Maker Space - K1.12,
  • ein Future Skills Workspace - K1.02,
  • 2 "Windmühlen-Räume" - K3.10 und K4.10,
  • Räume, die innovative Lernformate ermöglichen.

 

Der Raum K1.12 ist als Maker Space konzipiert. Er soll als Ort des gemeinsamen, kreativen Arbeitens genutzt werden können - im Rahmen von Lehrveranstaltungen, aber auch von allen anderen Mitarbeitenden der Hochschule. Die Möblierung ist vielfältig geplant. Es soll unterschiedliche Tische und Stühle, Sitzsäcke und ein Sofa geben. Eine lange Whiteboardwand sowie mehrere kleinere Stellwände können für Visualisierungen genutzt werden. Die Ausstattung mit Kreativmaterial und -technik soll nach und nach ergänzt werden.


Raum K1.02, der "Future Skills Workspace", soll für extracurriculae Angebote zur Verfügung stehen. Hier sollen mit Studierenden Future Skills, wie Digital und Data Literacy, kollaboratives Arbeiten, unternehmerisches Denken und agile Lern- und Arbeitsmethoden, entwickelt werden.


Die beiden "Windmühlen-Räume", K3.10 und K4.10 haben ihren Namen durch die Aufstellung der Tische und Stühle erhalten. In beiden Räumen sollen jeweils 5 Gruppentische für 8 Personen wie Windmühlenflügel angeordnet sein. Zwei der Gruppentische sind in einer hohen Ausführungen, drei in einer niedrigen Ausführung geplant. Jeder Tisch verfügt laut Konzept über einen eigenen Monitor, sowie Mikrofon und Lautsprecher.
Zusätzlich ist geplant, beide Räume durch Kameras und Deckenmikrofon auch für hybride Lernszenarien auszustatten.

Kategorie Community

Die 3 Räume der Kategorie Community sind laut Konzept folgendermaßen geplant:

  • im Erdgeschoss zu finden,
  • als Orte für Transfer geplant,
  • flexibel ausgestattet.

 

Alle 3 Räume eigenen sich aufgrund ihrer Lage im Erdgeschoss als Community Hub, das heißt als Räume, die sowohl im curricularen Rahmen als auch darüber hinaus für Austausch und Transfer genutzt werden können.

 

Der Raum K0.01 soll mit 3 mobilen Tribünenelementen ausgestattet werden und eignet sich daher besonders für Dialog- und Diskussionsformate.
In den beiden anderen Räumen sollen leichte, rollbare Tische und Stühle für viel Flexibilität sorgen.

 

Für alle 3 Räume ist eine Ausstattung mit einem höhenverstellbaren Touch-Monitor und Medienschrank geplant.