Am 11.02.2026 hat die Präsidentin der ASH Berlin, Prof. Dr. Bettina Völter, den Änderungsvertrag zu den Hochschulverträgen 2024–2028 unterschrieben. Bei den Verhandlungen wurde das Kapitel zu Nachhaltigkeit (Abschnitt VII) kaum angetastet. Die ASH Berlin ist damit weiterhin aufgefordert, „den Transformationsprozess zur Nachhaltigen Hochschule“ (S. 7) zu vollziehen.
Die nachfolgende Tabelle zeigt wesentliche Nachhaltigkeitsanforderungen des Änderungsvertrags. Daneben ist aufgelistet, welche Prozesse der Arbeitsbereich Nachhaltigkeit und Gesundheit an der ASH Berlin bereits angestoßen hat.
Überblick: Bisherige Schritte zu Nachhaltigkeit
| Nachhaltigkeitsanforderungen des Änderungsvertrags | Bisherige Prozesse durch den Arbeitsbereich Nachhaltigkeit und Gesundheit |
| Klimaneutralität bis 2035 und Entwicklung entsprechender Konzepte |
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| Einreichung eines Nachhaltigkeitskonzepts bis zum 31.12.2026 |
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| Transformationsprozess zur Nachhaltigen Hochschule |
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| Nachhaltigkeit im Ressourcenmanagement |
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| Minimierung von Treibhausgasemissionen |
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| Partizipation und Qualifizierung von Hochschulangehörigen an der Nachhaltigen Hochschule |
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| Nachhaltigkeit und Aspekte der Klimagerechtigkeit in Forschung, Lehre und Transfer |
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| Hochschulinterne Anreizsysteme zur Umsetzung |
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Neben den aufgelisteten Aktivitäten sind weitere Initiativen zu nennen. Zum Beispiel wurde im Projektmodul des Studiengangs Soziale Arbeit Nachhaltigkeit als ein Kriterium bei der Auswahl der studentisch konzipierten Projekte etabliert. Das Facility Management hat sich im März 2024 um eine Erweiterung der PV-Anlage auf dem Dach des Bestandsgebäudes gekümmert. Die jährliche Eigenstromerzeugung liegt seither bei rund 108 MWh. Das Transferprojekt „Zwischenräume“ hat mit dem Anwohner*innenbeirat und der Ausstellung „Produktive Region“ (24.06.2025 bis 13.09.2025) wichtige Nachhaltigkeitsimpulse gesetzt.
Ausblick: Es ist noch viel zu tun
Im Jahr 2019, das für die Klimabilanzierung als Ausgangsjahr dient, lagen die CO2-Emissionen der ASH Berlin bei rund 2.000 Tonnen. Von dem Klimaziel, bis 2035 nahezu Nullemissionen zu erreichen, ist die ASH Berlin weit entfernt.
Leichte Verbesserungen deuten sich im Bereich der Mobilität an. Im Jahr 2024 sanken bei den Outgoings – wesentlich durch die Green Travel-Förderung des Erasmus-Programms – die verursachten CO2-Emissionen auf 83,4 Tonnen (2019: 157,3 Tonnen). Bei den Dienstreisen lagen die CO2-Emissionen im gleichen Jahr bei 86,9 Tonnen (2019: 137,8 Tonnen). Die langfristigen Trends bleiben abzuwarten. Ein gegenteiliges Bild zeigt sich beim Energieverbrauch. Die Wärmeverbräuche (von 812 MWh auf 907 MWh) und Stromverbräuche (von 458 MWh auf 701 MWh) steigen seit 2022 kontinuierlich an. Mit der vollständigen Inbetriebnahme des Neubaus werden sich die Energieverbräuche voraussichtlich verdoppeln – und damit auch die CO2-Emissionen in diesem Betriebsbereich.
Der ASH Berlin bleiben noch neun Jahre, um ihre CO2-Emissionen drastisch zu senken. Dafür müssten deutlich stärker als bisher strukturelle Richtungsentscheide getroffen werden. Ein umfassendes Energiecontrolling für das Bestandsgebäude und den Neubau wäre wichtig. Ebenso eine energiebezogene Reflexion der Strategien zur Digitalisierung und KI. Es bräuchte ferner eine Verständigung über ein geringer werdendes Kontingent für Flugreisen – bei den Dienstreisen, Studienfahrten und Outgoings. Ein umfängliches Anreizsystem könnte die Fahrradmobilität beim Pendelverkehr fördern. Beschaffungen ab 1.000 Euro wären unter einen Nachhaltigkeitsvorbehalt zu stellen. Schließlich wäre die Auslastung von Räumen grundlegend zu verbessern. Gegenwärtig werden die beheizten und technisch hoch ausgestatteten Seminarräume durch den Leerstand (siehe: „Revisionsbericht: Raumnutzung und Anwesenheit in Seminaren“) schlecht genutzt.
Für alle Bemühungen zu diesen und weiteren Nachhaltigkeits- und Klimafragen steht der Arbeitsbereich Nachhaltigkeit und Gesundheit jederzeit bereit.
