Am 17. Mai ist der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT). Dieses Datum erinnert an einen bedeutenden menschenrechtlichen Fortschritt: Am 17. Mai 1990 strich die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität aus der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD).
Seit 2005 wird deshalb weltweit am 17. Mai der IDAHOBIT begangen und damit der Kampf gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt aufgrund sexueller Orientierung, geschlechtlicher Identität und geschlechtlicher Vielfalt gewürdigt. Während Homosexualität bereits 1990 aus der ICD gestrichen wurde, erfolgte die Entpathologisierung von Transgeschlechtlichkeit durch die WHO erst 2019. Dies markiert einen wichtigen Schritt hin zur Anerkennung geschlechtlicher Vielfalt sowie zu mehr Selbstbestimmung und Menschenrechten für trans Personen.
Auch im Jahr 2026 bleibt der IDAHOBIT von hoher gesellschaftlicher Relevanz. Queere Personen erleben weiterhin Benachteiligung, Anfeindungen und strukturelle Diskriminierung: Im Alltag, im Berufsleben, im Bildungssystem und im öffentlichen Raum. Zugleich nehmen queer- und transfeindliche Narrative und Übergriffe in vielen gesellschaftlichen Kontexten wieder sichtbar zu. Der Bundeskanzler setzt die queere Community mit einem Zirkuszelt gleich und die Bundestagspräsidentin verbietet die Regenbogenflagge zum CSD auf dem Bundestag. Gleichzeitig werden wichtigen Projekten und Initiativen gegen Queer- und Trans-Feindlichkeit die Gelder gekürzt oder ganz gestrichen. Vor diesem Hintergrund sind Haltung, Solidarität und sichtbare Zeichen der Unterstützung wichtiger denn je.
Als Alice Salomon Hochschule Berlin verstehen wir Vielfalt, Respekt und Chancengerechtigkeit als grundlegende Voraussetzungen für eine offene und demokratische Wissenschafts- und Bildungskultur. Hochschulen sind Orte des freien Denkens, der kritischen Reflexion und des respektvollen Miteinanders. Sie tragen eine besondere Verantwortung dafür, Menschen unabhängig von sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität ein sicheres, diskriminierungsfreies und wertschätzendes Umfeld zu bieten.
Das Hissen der Progress Pride und der Trans Flag anlässlich des IDAHOBIT ist Ausdruck dieser Verantwortung und unseres Selbstverständnisses als weltoffene und vielfältige Hochschule. Die Flaggen stehen symbolisch für Solidarität mit queeren Menschen sowie für das klare Eintreten gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung. Zugleich machen sie sichtbar, dass Vielfalt unsere Hochschule bereichert und dass alle Mitglieder unserer Hochschulgemeinschaft in ihrer Unterschiedlichkeit respektiert und Wert geschätzt werden.
Mit der Beteiligung am IDAHOBIT setzt die ASH Berlin ein Zeichen für Menschenrechte, gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine Kultur der Offenheit. Wir treten dafür ein, dass Hochschulen Orte bleiben, an denen Vielfalt geschützt, Teilhabe ermöglicht und Diskriminierung entschieden entgegengetreten wird.
