An der Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH Berlin) wurde heute die Wanderausstellung „Familienhospizarbeit“ des Malteser Hilfsdienstes e.V. eröffnet. Bis zum 1. Juni ist sie im Foyer des Neubaus zu sehen.
Die Eröffnung wurde von einem kleinen Begleitprogramm eingerahmt. Nach den Grußworten von ASH-Präsidentin Prof. Dr. Bettina Völter und von den Vertreterinnen des Malteser Hilfsdienstes e. V., Kerstin Kurzke und Sonja Thissen, folgte ein Fachvortrag von Katja Boguth, der Leiterin des Bachelorstudiengangs Pflege, und Marie-Louise Posselt, Lehrkraft für besondere Aufgaben. Sie beleuchteten die Rolle von Ehrenamtlichen in der professionellen Pflegearbeit. Im Anschluss hatten die Gäste Gelegenheit, die Ausstellung bei einem gemeinsamen Rundgang kennenzulernen.
Die Ausstellung macht eindringlich auf die bedeutende Arbeit ambulanter Familienhospizdienste aufmerksam, die häufig im Verborgenen stattfindet. Sie gibt Einblicke in die Lebensrealität von Familien mit minderjährigen Kindern, in denen ein Elternteil schwer erkrankt ist. Dabei stellt sie zentrale Fragen: Welche Herausforderungen und Bedürfnisse haben diese Familien? Wie kann Unterstützung aussehen? Die Texte und Bilder auf den Roll-ups bieten Orientierung in einem oft als belastend empfundenen Themenfeld und zeigen auf, dass Betroffene in solchen Situationen nicht allein sind.
Die Ausstellung umfasst sechs doppelseitig gestaltete Roll-ups, die durch QR-Codes mit weiterführenden Informationen ergänzt werden. Sie zeichnen den Weg der betroffenen Familien nach – von der ersten Erschütterung durch eine Diagnose bis hin zum Abschied und dem Weiterleben der Angehörigen. Jedes Thema wird aus zwei Perspektiven dargestellt: aus Sicht der Familien (lila) und aus Sicht der ehrenamtlich Engagierten in der Familienhospizarbeit (gelb). Ergänzend dazu bietet ein Tablet persönliche Einblicke durch Videoberichte von Ehrenamtlichen.
Entwickelt wurde die Wanderausstellung von der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege gemeinsam mit dem Malteser Hilfsdienst e.V. als Projektträger sowie dem Hospiz- und PalliativVerband Berlin als Kooperationspartner. Sie ist Teil der 2023 gestarteten „Berliner Initiative für eine starke Familienhospizarbeit“ (IniFa).
Ein besonderes Begleitangebot ist eine Gesprächsveranstaltung am 6. Mai 2026 von 14:00 bis 15:00 Uhr im Theaterraum. Der buddhistische Seelsorger Ehrwürdiger Tharchin berichtet dort von seiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Sukhavati – Zentrum für Spiritual Care in Bad Saarow. Im Gespräch mit Prof. Dr. Bettina Völter wird er unter anderem darauf eingehen, wie Spiritualität helfen kann, den Umgang mit Sterben, Tod und Trauer zu erleichtern.
Darüber hinaus lädt ab heute ein Büchertisch in der Bibliothek der ASH Berlin dazu ein, sich vertiefend mit dem Thema Hospizarbeit auseinanderzusetzen. Für Fragen zur Vereinbarkeit von Studium oder Beruf mit herausfordernden familiären Situationen steht Cindy Lautenbach vom Familienbüro der ASH Berlin zur Verfügung.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, die Ausstellung zu besuchen, an der Begleitveranstaltung teilzunehmen und das Informationsangebot in der Bibliothek zu nutzen.
