Von Mai bis November 2025 hat ein Forschungsverbund zwischen der Alice Salomon Hochschule Berlin und der Evangelischen Hochschule Berlin unter gemeinsamer Leitung von Prof. Dr. Rita Hansjürgens und Prof. Dr. Rebekka Streck das Projekt „Wi:Nu:K – Wirkungs- und Nutzungsforschung zur Versorgung opioidabhängiger Personen mit unklarem Krankenversicherungsstatus“ durchgeführt. Dieses widmete sich einer besonders vulnerablen Personengruppe und untersuchte Versorgungsangebote für opioidekonsumierende, wohnungslose Menschen ohne gesicherten Krankenversicherungsschutz in Berlin.
Methodisch basierte das Forschungsprojekt auf einem Mixed-Methods-Design mit ethnografischen Erhebungen, Interviews mit Betroffenen sowie Fachkräften der niedrigschwelligen Drogenhilfe und der partizipativen Entwicklung eines Wirkmodells.
Die Ergebnisse des nun veröffentlichten Abschlussberichts zeigen: Berlin verfügt über ein gut ausgebautes, aber prekär finanziertes, fragmentiertes Hilfesystem. Komplexe Lebenslagen sowie Mobilitäts-, Sprach- und Zugangsbarrieren erschweren die Nutzung von Angeboten und führen häufig zu Abbrüchen. Niedrigschwellige, beziehungsorientierte Angebote stabilisieren, stoßen jedoch bei der Opioidsubstitutionstherapie an Grenzen. Für eine nachhaltige Stabilisierung sind auch Wohnraum, medizinische Versorgung und Beschäftigung entscheidend. Wirksame Unterstützung gelingt besonders bei guter Zugänglichkeit, koordinierten Übergängen und kontinuierlicher Begleitung.
Neben dem Abschlussbericht steht auf aliceOpen auch das gemeinsam mit Fachkräften entwickelte Wirkmodell zur Verfügung, das zentrale Wirkzusammenhänge in der Versorgung abbildet und Impulse für Praxis und Politik liefert.
Das Forschungsprojekt wurde von der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege finanziert.
Prof. Dr. Rita Hansjürgens ist Professorin für Handlungstheorien und Methoden Sozialer Arbeit und Allgemeiner Pädagogik an der ASH Berlin.

