Die Alice Salomon Hochschule (ASH) Berlin hat ein umfassendes Schutzkonzept zum Umgang mit sexualisierter Diskriminierung, Belästigung und Gewalt sowie antifeministischen Angriffen vorgelegt. Das Konzept, das im Rahmen des Berline Chancengleichheitsprogramms von 2022 bis 2026 entwickelt wurde, geht über gesetzliche Vorgaben hinaus und schafft verbindliche Strukturen für Prävention, Intervention und Nachsorge.
Das Schutzkonzept umfasst zehn zentrale Handlungsfelder: von Weiterbildungsangeboten und transparenten Beratungsstrukturen über klare Interventionspläne bis hin zur Aufarbeitung institutioneller Verstrickungen. Erstmals gibt es auch konkrete Maßnahmen zum Umgang mit antifeministischen Anfeindungen, die Forschende und Gleichstellungsakteur_innen zunehmend betreffen.
„Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt sind keine Einzelfälle, sondern strukturelle Probleme, die eine institutionelle Antwort brauchen", erklärt Peps Gutsche, Referent_in für Schutzkonzeptentwicklung: „Mit diesem Konzept schaffen wir nicht nur betroffenengerechte Handlungsabläufe für den Ernstfall, sondern fördern eine Kultur, in der Menschen ohne Angst über Grenzüberschreitungen sprechen können.“
Simone Wibbeke, stellvertretende zentrale Frauen*- und Gleichstellungsbeauftragte, ergänzt: „Für ein erfolgreiches Studium und produktives Arbeiten braucht es Räume, in denen Menschen sich wohl- und sicher fühlen. Das Schutzkonzept ist ein wichtiger Schritt, um diese Räume an unserer Hochschule zu entwickeln und allen Angehörigen der ASH Berlin Orientierung und Schutz zu bieten."
Besonders hervorzuheben ist der partizipative Entwicklungsprozess unter Einbindung aller Hochschulangehörigen sowie die externe Fachberatung durch Wildwasser e.V. Das Konzept wird alle drei Jahre evaluiert und kontinuierlich weiterentwickelt.
Die Handreichung zum Schutzkonzept kann in gedruckter Variante bestellt werden unter schutzkonzept@ ash-berlin.eu oder steht hier zum Download zur Verfügung.
