Im Alice Salomon Archiv startet das Projekt „Zwischen Fürsorge, Emanzipation und Körperpolitik“. Das Projekt untersucht das kolonialrassistische und eugenisches Denken in der bürgerlichen Frauenbewegung und der entstehenden Sozialen Arbeit vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die 1960er Jahre hinein. Im Zentrum steht die Digitalisierung und Erschließung zentraler Schriften von Alice Salomon sowie weiterer historischer Quellen, die künftig online zugänglich gemacht und für Forschung, Lehre und Öffentlichkeit nutzbar werden.
Die digitalisierten Bestände bilden zugleich die Grundlage für eine archivpädagogisch ausgerichtete Lehrveranstaltung im Masterstudiengang Praxisforschung in Sozialer Arbeit und Pädagogik an der ASH Berlin, in der Studierende sich kritisch mit kolonialen Kontinuitäten innerhalb feministischer und sozialarbeiterischer Wissensbestände auseinandersetzen. Zusätzlich sollen die Erfahrungen der Studierenden im Archiv systematisch ausgewertet werden, um diskriminierungskritische Empfehlungen für Archive zu entwickeln und als frei zugänglicher Leitfaden zu veröffentlichen.
Das Projekt wird gefördert vom Deutschen Digitalen Frauenarchiv und durchgeführt vom Projektteam Fallon Tiffany Cabral, Dayana Lau, Friederike Mehl und Anouk Widder. Kooperationspartner ist das queerfeministische Archiv LIESELLE an der Ruhr-Universität Bochum mit Prof. Dr. Tahani Nadim und Katja Teichmann.
