Der Studiengang

Der konsekutive Masterstudiengang Praxisforschung in Sozialer Arbeit und Pädagogik (M.A. PSP) richtet sich an (Fach-) Hochschulabsolvent/-innen, die ein Bachelor- oder Diplomstudium im Bereich Soziale Arbeit, Sozialarbeit/ Sozialpädagogik, der Kindheitspädagogik oder ein vergleichbares Studium abgeschlossen haben. Das Studium bietet Ihnen die Möglichkeit, sich am Prozess der wissenschaftlichen Fundierung Ihrer Profession aktiv zu beteiligen und die Praxis forschungsbasiert weiterzuentwickeln.

Das Studium im Überblick

Praxisforschung orientiert sich an Fragestellungen im beruflichen Feld der Sozialen Arbeit und Kindheitspädagogik. Sie umfasst wissenschaftlich empirische Forschungen in, mit und über Praxis, aber auch Konzeptionen einer wissenschaftlich orientierten forschenden Praxis. Sie dient der Entwicklung von innovativen Konzepten für die Soziale Arbeit und Pädagogik, dem Verstehen globaler, gesellschaftlicher und lokaler Wandlungsprozesse mit den sich daraus ergebenden Handlungsanforderungen für professionelles Handeln, der Qualitätsentwicklung in Organisationen und der Evaluation von Projekten sowie Programmen.

Vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Veränderungen sind Soziale Arbeit und Pädagogik verstärkt gefordert, Bedingungen und Veränderungen zu analysieren, traditionelle Arbeitsfelder zu reflektieren und innovative Ansätze zur Förderung der Partizipation und des sozialen Zusammenhalts zu entwickeln. Aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen sind als Querschnittsaufgaben zu verstehen, die interdisziplinäre Kooperationen und Interventionen erfordern und bilden die Anknüpfungspunkte für Forschungsprojekte im Rahmen des Studiums. Entsprechend werden für Leitungsfunktionen in der Sozialen Arbeit zunehmend wissenschaftliche Kompetenzen erforderlich.

Der forschungsintensive Masterstudiengang Praxisforschung in Sozialer Arbeit und Pädagogik vertieft neben Kompetenzen im Bereich des Fachwissens auf einer übergeordneten Ebene auch Kompetenzen in der Theoriebildung der Disziplin. Der Studiengang vermittelt die Fähigkeit, eigene praxisbezogene Studien und wissenschaftliche Forschungsprojekte durchzuführen und damit auch neuartige soziale Probleme zukunftsweisend zu lösen. In fachlich angeleiteten Praxisforschungsprojekten werden empirische Forschungsmethoden exemplarisch angewandt und kritisch reflektiert.

Der Schwerpunkt des Studiums liegt auf der Bearbeitung praxisrelevanter Fragestellungen mit wissenschaftlichen Methoden. Es ermöglicht Ihnen selbstständiges und projektbezogenes Arbeiten und bietet Wahlmöglichkeiten zur fachlichen Profilbildung. Dazu werden:

  • gesellschaftliche Bedingungen und Herausforderungen für Soziale Arbeit und Bildung reflektiert
  • theoretische Wissensgrundlagen und Handlungsansätze der beteiligten Disziplinen analysiert
  • verschiedene qualitative und quantitative Forschungsmethoden praktiziert
  • Forschungsprojekte in Praxisforschungsprojekten durchgeführt
  • Kompetenzen in wissenschaftlichem Arbeiten und Schreiben und in der Präsentation erworben.

Der Master Praxisforschung in Sozialer Arbeit und Pädagogik ist ein Vollzeit-und Präsenzstudium und hat eine Regelstudienzeit von drei Semestern. Auf Antrag ist ein Teilzeitstudium möglich. Der Studiengang ist modularisiert und umfasst 90 Credits.

Der Abschluss Master of Arts in Praxisforschung in Sozialer Arbeit und Pädagogik (M.A.) ist den Masterabschlüssen von Universitäten formal gleichgestellt und berechtigt grundsätzlich zur Promotion. Näheres dazu regeln die Promotionsordnungen der jeweiligen Universitäten. Des Weiteren eröffnet der Abschluss Ihnen den Zugang zum höheren Dienst. Der Studiengang ist seit 2010 akkreditiert.

Mit dem Master-Abschluss kann nicht die "Staatliche Anerkennung als Sozialarbeiter/-in / Sozialpädagog/-in" erworben werden. Dafür qualifiziert der B.A. Soziale Arbeit.

Die Alice Salomon Hochschule erhebt für diesen konsekutiven Masterstudiengang keine Studiengebühren, sondern ausschließlich so genannte Semestergebühren und -beiträge. Pro Semester sind ca. 300 Euro zu zahlen, darin ist u.a. das Semesterticket enthalten. Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des Immatrikulationsbüros.

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Berufliche Perspektiven

Der Masterstudiengang vermittelt Ihnen die Fähigkeit, eigene praxisbezogene Studien und wissenschaftliche Forschungsprojekte durchzuführen und damit auch neuartige soziale Probleme zukunftsweisend zu lösen.

Mit diesem zweiten berufsqualifizierenden Abschluss werden Sie in die Lage versetzt, Leitungs- bzw. Führungsaufgaben auf der Ebene des höheren Dienstes oder Aufgaben in der Wissenschaft Sozialer Arbeit wahrzunehmen. Der Studiengang qualifiziert Sie für Tätigkeitsfelder in der Forschung, Projektentwicklung, -durchführung und -evaluation im Bereich der Sozialen Arbeit und Pädagogik.

Absolvent_innen erzählen...

Frauke Gerstenberg

Ich habe von 2009 bis 2012 an der Alice Salomon Hochschule Berlin den Master Praxisforschung in Sozialer Arbeit und Pädagogik studiert und den Master of Arts erworben. Vorher habe ich den BA EBK studiert.

Ich bin heute wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem qualitativen Forschungsprojekt an der Universität Hildesheim.

Im Studium habe ich das eigenständige Denken und Arbeiten, die Möglichkeit mich in Forschungsthemen zu vertiefen, die mich persönlich besonders interessiert haben – das waren bspw. Qualitative Methoden der empirischen Sozialforschung und der Kindheitsforschung; Kommunikation/Interaktion und professionelles Handeln in (Arbeits-) Feldern der Pädagogik der Frühen Kindheit; Philosophieren mit Kindern – geschätzt. Ebenso den regelmäßigen Austausch und Kontakt zu anderen Studierenden.

Frauke Gerstenberg

Clemens Grunow

Ich habe im März 2011 mein Masterstudium in "Praxisforschung in Sozialer Arbeit und Pädagogik" abgeschlossen.

Ich arbeite bereits seit 2008 im ambulanten Bereich der Kinder- und Jugendhilfe für die MetrumBerlin gGmbH, mittlerweile als Teamleiter von sozialpädagogischen Familien- und EinzelfallhelferInnen.

Zusätzlich habe ich eine Weiterbildung als Koordinator im Familienrat seit dem Studium abgeschlossen und befinde mich derzeit in einer Weiterbildung für "Systemische & Lösungsorientierte Therapie und Beratung" im Einzel-, Paar- und Familiensetting.

Ich habe am Masterstudium geschätzt, dass ich mit Hilfe der qualitativen Sozialforschung mich intensiv mit Lebensgeschichten von Adressant*innen auseinandersetzen konnte, um die Problematik einzelner Menschen in ihrer Komplexität und ihren Verläufen besser nachvollziehen zu können. Dies half mir empathisch und fachlich anders mit meinen Adressant*innen arbeiten und mich in ihre Lebenswelt hineinversetzen zu können.

Clemens Grunow

Adrian Roeske

Ich habe den MA Praxisforschung in der Zeit von April 2015 bis Februar 2017, also vier Semester lang studiert.

Nach dem Studium bin ich zunächst an der ASH Berlin verblieben und habe dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt "Innovative Hochschule" mitgewirkt. Inzwischen bin ich weiter in die Forschung gegangen und bin als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Informationsmanagement in Bremen (ifib) tätig. Dort wirke ich in unterschiedlichen Forschungsprojekten zu den Themenbereichen "Bildung und Medientechnologien" mit. Wir entwickeln im Team u.a. Konzepte zur Medienkompetenz in verschiedenen Kontexten, arbeiten mit bzw. in unterschiedlichen Disziplinen zusammen und erarbeiten auch technische Lösungen wie zum Beispiel Apps. Das Institut beschäftigt sich darüberhinaus noch mit weiteren Themenkomplexen der Digitalisierung und beraterischen Tätigkeiten. Mein persönliches Aufgabengebiet ist dadurch auch relativ weit gestreut und wird zumindest von 'forschenden Tätigkeiten' gerahmt. Wenngleich ich damit von Sozialer Arbeit etwas weggekommen bin - der Weg in die Forschung bzw. Wissenschaft war etwas, was sich gegen Ende des Bachelors herauskristallisiert und dann durch den Master Praxisforschung bestätigt hatte.

Zunächst habe ich die Orientierung des Studiums an Forschung geschätzt. Der Master versteht sich meiner Wahrnehmung nach als "forschungsnah" und so gibt er einem die Möglichkeit, sich Forschung anzunähern oder alternativ weiterhin an der Praxis Sozialer Arbeit zu orientieren. Die Wahlmöglichkeiten, die es im Master gab, habe ich ebenso geschätzt. Zudem war es nach meinem Empfinden sehr gut möglich, sich den Master entlang seiner Interessen zu organisieren bzw. so zu studieren, um am Ende zufrieden aus dem Studium herauszugehen. Gerade die Bandbreite der Praxisforschungsprojekte gab einem die Möglichkeit, sich intensiv einem Projekt 'seiner Wahl' zu widmen.

Adrian Roeske

Theresa Straub

Ich habe von 2010 bis 2012 an der Alice Salomon Hochschule Berlin den Master Praxisforschung in Sozialer Arbeit und Pädagogik studiert.

Im Anschluss an das Studium in Berlin arbeitete ich drei Jahre in Bonn (2013-2016) als Projektkoordinatorin des Mentoring-Programmes „Lebensweg inklusive – Kompetenztandems für Studierende mit und ohne Behinderung“, wo ich Leitungserfahrung sammelte und vor allem meine Fähigkeiten im Bereich des biografisch-narrativen Interviews aus der Forschung in die pädagogische Praxis umsetzen konnte.

Für den Barbara Budrich Verlag schreibe ich (2016-2018) an einem Buch mit dem Titel „Persönliche Assistenz: Biografische Erfahrungen: Ein Beitrag zum Rekonstruktiven Verständnis unterstützender Arbeit mit behinderten Menschen“ (i.E.).

Direkt im Anschluss begann ich an der Universität Innsbruck an der erziehungswissenschaftlichen Fakultät im Lehr- und Forschungsbereich „Inklusive Pädagogik und Disability Studies“ meine Dissertation (2016-2020). Zu meinen weiteren Aufgaben an der Universität zählt die Methodenlehre qualitativer Forschung. Außerdem war ich an der Erhebung von lebensgeschichtlichen Interviews beteiligt, in denen behinderte Menschen, die Persönliche Assistenz in Österreich in Anspruch nehmen, zu Wort kamen.

Wichtig war mir  - mit all meiner Lebensgeschichte und Diskriminierungserfahrung -  einen Platz zu finden, um politisch aktiv in der Gesellschaft agieren zu können und gestärkt zu werden in meinem Wunsch, Inklusion zu verwirklichen. Diesen fand ich an der ASH – Wertschätzung meiner Überlegungen, meines Wissens und meiner Forschung. Das Kernstück des Studiums war das Forschungseminar (Biografieforschung in meinem Fall) und das Modul „Leitung und Gestaltung“, von dem ich heute noch Energie speise, wenn es um die Arbeit mit Gruppen (jeder Art!) geht.

Theresa Straub