Der Studiengang

Der weiterbildende, berufsbegleitende Masterstudiengang „Kinderschutz“ ist ein Teilzeitstudium, das sich an Praktiker_innen der Kinder- und Jugendhilfe, der Sozialen Arbeit und des Gesundheitssystems richtet.

Im Studium bilden Sie sich berufsbegleitend zu Dialogischen Qualitätsentwickler_innen im Kinderschutz und in den Frühen Hilfen weiter. Sie lernen praxisnah, wie erfolgreiche Hilfeprozesse gemeinsam mit Familien, Kindern und beteiligten Professionen gestalten werden können.

Sie profitieren dabei insbesondere von kleinen Studiengruppen und den Kontakten zu Praxispartner_innen des Netzwerks „Qualitätsentwicklung in Wissenschaft und Praxis“ (QE-WiPrax). 

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Das Studium im Überblick

Ziel des Studiums ist die interdisziplinäre, sozial- und organisationswissenschaftliche Weiterbildung von Praktiker_innen der Frühen Hilfen und des Kinderschutzes zu Dialogischen Qualitätsentwickler_innen.

Qualität dialogisch zu entwickeln heißt, Lernprozesse zusammen mit den Fachkräften anderer Professionen und Einrichtungen und nicht zuletzt mit Eltern und Kindern in Gang zu setzen, zu begleiten und zum Erfolg zu führen.

Dies geschieht in kritischer Auseinandersetzung mit neuem theoretischen Wissen, empirischen Forschungsmethoden und -ergebnissen sowie in reflektierten Praxisprojekten in Einrichtungen und Organisationen der Frühen Hilfen und des Kinderschutzes.

Sie  werden durch das Studium dazu befähigt,

  • selbstständig ausgewiesene Methoden der Gefährdungseinschätzung und der Risikoabklärung anzuwenden,
  • notwendige Hilfeprozesse in Zusammenarbeit mit beteiligten Berufsgruppen und betroffenen Familienmitgliedern fundiert einzuleiten,
  • die Akzeptanz der Frühen Hilfen und des Kinderschutzes vor allem bei den betroffenen Kindern, Jugendlichen und Eltern zu erhöhen,
  • durch Qualitätsentwicklung gezielt die strukturellen schwierigen Rahmenbedingungen und erheblichen Arbeitsbelastungen im Feld der Frühen Hilfen und des Kinderschutzes besser zu bewältigen und
  • die Zusammenarbeit in den lokalen Netzwerken Früher Hilfen und des Kinderschutzes nachhaltig zu verbessern.

Sie verfügen damit über Kompetenzen, um die berufliche Handlungspraxis, die Strukturen in Organisationen sowie die professionellen Leistungen der Frühen Hilfen und des Kinderschutzes weiter zu entwickeln und zu verbessern.

Sie werden damit zu kompetenten Akteur_innen demokratischer Qualitätsentwicklungs- und Netzwerkarbeit und bauen damit zugleich Ihre eigenen beruflichen Entwicklungschancen aus.

Seit dem Sommersemester 2018 wird mit Abschluss des Masters zusätzlich das Zertifikat "Insoweit erfahrene Fachkraft - Fachberatung im Kinderschutz" verliehen.

 

 

Der Masterstudiengang umfasst 90 Credits. In den ersten drei Semestern werden grundlegende theoretische und methodische Kenntnisse vermittelt. Sie werden so optimal auf das Qualitätsentwicklung- bzw. Praxisforschungsprojekt (QE/PF-Projekt) vorbereitet, das Sie, begleitet durch qualifizierte Mentor_innen, selbstständig im 4. und 5. Semester durchführen. Dabei profitieren Sie von den Praxispartner_innen des Netzwerks „Qualitätsentwicklung in Wissenschaft und Praxis“ (QE-WiPrax). Die Masterarbeit steht im Vordergrund des 6. Semesters.

Der Musterstudienplan veranschaulicht die Verteilung der Module im Studienverlauf auf einen Blick.

Studienbereich 1: Theoretische Voraussetzungen und Rahmenbedingungen Früher Hilfen und des Kinderschutzes

 

Modul 1.1

Frühe Hilfen und Kinderschutz im Kontext historischer und soziokultureller  Veränderungen von Familie und Kindheit

Modul 1.2

Aufgaben und Herrausforderungen der Frühen Hilfen und des Kinderschutzes als  professionelle Praxis/ Dialogische Kinderschutzarbeit

Modul 1.3

Rechtsphilosophische, politische  und ethische  Orientierungen/ Kinderrechte und Kinderschutz

 

Studienbereich 2: Qualitätsentwicklung in Organisationen und im Hilfeprozess

 

Modul 2.1    

Biografische  und familiengeschichtliche Fallrekonstruktionsforschung

Modul 2.2  

Fallprozess- und Wirkungs- und Evaluationsforschung

Modul 2.3  

Organisationen und Organisationsentwicklung/ Lernende Organisationen

Modul 2.4   

Dialogische Qualitätsentwicklung/ Praxisforschung mit  Mentor_innenprogramm

Modul 2.5    

Qualitätssicherung und Risikomanagement/ Aus Fehlern und Erfolgen lernen

 

Studienbereich 3: Selbstreflexion, Rollenklärung, Fallverstehen und methodisches Handeln in den Frühen Hilfen und des Kinderschutzes

 

Modul 3.1     

Sich selbst, Familie, Eltern und Kinder verstehen

Modul 3.2

Frühe Hilfen zur Gesundheits- und Entwicklungsförderung unter besonderer Berücksichtigung dialogischer Ansätze

Modul 3.3 

Hilfeprozess- und Netzwerkgestaltung: Risiko- und Gefährdungseinschätzungen,  diagnostische Dialoge und Problemkonstruktionen

Modul 3.4

Dialogische Eltern- und Familienbildung, Beratung und Krisenintervention/ Coaching und Konfliktmanagement

 

Studienbereich 4: Masterthesis inklusive Kolloqium

 

Eine detaillierte inhaltliche Beschreibung der Studienbereiche sowie der einzelnen Module finden Sie im Modulhandbuch.

Die Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe sind mit dem im Januar 2012 in Kraft getretenen Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG) und der Verankerung des § 79a im SGB VIII um die verpflichtende Gewährleistung einer Qualitätsentwicklung erweitert worden. Vor allem Leitungs- und Fachkräften der mittleren Managementebene wird abverlangt, Qualitätsentwicklung in den Frühen Hilfen und Kinderschutz anzuregen, durchzuführen und zu begleiten.

Seit dem Sommersemester 2018 wird mit Abschluss des Masters zusätzlich das Zertifikat "Insoweit erfahrene Fachkraft - Fachberatung im Kinderschutz" verliehen.

Das Studium geht weit über Fortbildungen zur „insoweit erfahrenen Fachkraft“ / Kinderschutzfachkraft gem. § 8a Abs. 2 SGB VIII hinaus. Mit den im Studiengang vermittelten Kompetenzen sind Sie als Absolvent_in des Studiengangs damit bestens für die gewachsenen Ansprüche und Herausforderungen qualifiziert.

6 Semester, Teilzeit

Das Studium wird mit dem akademischen Grad Master of Arts“(M.A.) abgeschlossen.

Ein erfolgreich abgeschlossenes Masterstudium qualifiziert für den Höheren Dienst und ist die Basis für eine anschließende Promotion.

Die Studiengebühr beträgt pro Semester 1.450 EURO. Das sind 8.700 EUR Gesamtkosten, was einer monatlichen Belastung von rund 240 EUR entspricht.

Eine Ratenzahlung ist möglich. Sprechen Sie uns an!

Hinzu kommen die Rückmeldegbühren die jedes Semester zu entrichten sind.

Das Semesterticket kann auf Wunsch für 193,80 EUR ausgestellt werden. Das Ticket ist die kostengünstigste Variante für den öffentlichen Nahverkehr (Tarifbereich ABC). Das Semestertickt ist optional!

Die aktuellen Gebühren für Rückmeldung und Semesterticket ändern sich von Zeit zu Zeit und können hier eingesehen werden.

Die Studiengebühr deckt die Kosten für:

  • Lehre in den einzelnen Modulen,
  • fachliche und prüfungsorganisatorische Betreuung,
  • die Immatrikulations- und Prüfungsverwaltung,
  • das Coaching während der Praxisphase (4./5. Semester),
  • sowie die Betreuung bei der Erstellung der Master-Abschlussarbeit.

Nicht enthalten sind die anfallenden Kosten für Anreise sowie Übernachtungs- oder Bewirtungskosten vor Ort.

Finanzierung

Kosten für die berufliche Weiterbildung sind steuerlich absetzbar! Informieren Sie sich auf den Internetseiten von Bildunghoch2 und auf weiterbildung.net.

Günstige Darlehenskonditionen bietet Ihnen die Studentische Darlehenskasse e.V. Berlin (daka).

Hinweise zur finanziellen Förderung beruflicher Weiterbildung finden Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie e.V. (DGSF).

Bei der Suche nach Stipendien hilft myStipendium.de mit über 2.300 Fördermöglichkeiten. myStipendium zeigt kostenfrei: Stipendien gibt es nicht nur für Hochbegabte, Bedürftige oder Engagierte. Jede_r kann ein Stipendium finden!

Der Studiengang ist seit dem 18.08.2015 bis 30.09. 2020 durch AQAS e.V. akkreditiert. Die Akkreditierungsurkunde steht zur Ansicht zur Verfügung.

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Netzwerk "Qualitätsentwicklung in Wissenschaft und Praxis" (QE-WiPrax)

Um den Erfahrungsaustausch zwischen Theorie und Praxis zu ermöglichen, wurde das Netzwerk "Qualitätsentwicklung in Wissenschaft und Praxis" (QE-WiPrax) gegründet. In gemeinsamer Verantwortung von Hochschule und Berufspraxis soll somit nachhaltige Dialogische Qualitätsentwicklung in den Frühen Hilfen und im Kinderschutz gefördert werden. 

Weitere Infos zum Netzwerk QE-WiPrax

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Projekte

Dialogische Qualitätsentwicklung und Praxisforschung: Projekte im Rahmen des Studiums

Im 4. und 5. Semester des Studiums führen die Studierenden eigenständig dialogische Qualitätsentwicklungs- und Praxisforschungsprojekte durch; dabei werden sie individuell durch Mentor_innen begleitet.

Aktuelle Liste der durchgeführten Projekte:

  1. Umgang mit Kindeswohlgefährungsmeldungen im Landkreis Meißen in Kooperation mit dem örtlich ansässigen Träger Volkssolidarität Riesa/Großenhain e.V. (Projektleitung: Nicole Breithor)
  2. Alte und neue Perspektiven auf ein Kriseninterventionsteam. Entwicklung als gemeinsame Chance (Projektleitung: Carmilla Eder)
  3. Angst im Kinderschutz (Projektleitung: Katharina Eggers)
  4. Gemeinsam auf dem Weg. Wirksames dialogisches Zielplanverfahren (Projektleitung: Susann Feldbinder)
  5. Chancen und Herausforderungen in der Zusammenarbeit zwischen dem Kinderstutzteam und dem Regionalen Sozialpädagogischen Dienst (Projektleitung: Britta Herrmann)
  6. Was denken afghanische Frauen/Mütter über Kinderschutz unter Bedingungen stationärer Hilfe? (Projektleitung: Marius Hörning)
  7. Krisen und deren Bewältigung in einer Inobhutnahmestelle (Projektleitung: Corina Jende-Ulbricht)
  8. Verbesserung der Elternarbeit im Schulprojekt 'Bleistifte' (Projektleitung: Sarah Mieseler)
  9. Die Entwicklung der Eckpfeiler eines Schutzkonzeptes in der Ergänzenden Förderung und Betreuung an Grundschulen (Projektleitung: Farina Schorn)
  10. Wie können zentrale Akteure in Kindertagesstätten in belastenden/komplizierten Situationen miteinander schlau werden im Konflikt? (Projektleitung: Jessica Witt)
  11. Die Jugendhilfe im Rahmen der Asylsuchenden in Berlin. Herausforderungen und Dialoge für mögliche Verbesserungen (Projektleitung: Joao Rodrigo Xavier Pires)
  12. Kinder-SCHUTZ-aus Sicht von Kindern (unter der Leitung von Sandra Klünder)
  13. Amtliche Statistik der Gefährdungseinschätzungsverfahren gemäß § 8a SGB VIII. Aussagekraft und Potential als Planungsgrundlage (Projektleitung: Matthias Loew)

 

Bei Interesse an den Projekten (z.B. als Vortrag/Input für eine Fachveranstaltung) melden Sie sich gerne bei Lucia Druba (Mitarbeiterin im M.A.  Kinderschutz, lucia.druba@ avoid-unrequested-mailsash-berlin.eu ), um Kontakt zur jeweiligen Projektleitung herzustellen.

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Veröffentlichungen

Hier finden Sie Veröffentlichungen zum und aus dem M.A. Kinderschutz (+ Masterarbeiten):

 

Lernen im Kinderschutz – gerade in stressiger Alltagspraxis

Anliegen dieses Beitrags ist es, der Fokussierung der Kinderschutzarbeit auf Risiko und Risikomanagement entgegen zu treten und einige bekannte oder zu erinnernde Aspekte zusammenzutragen, welche das Erlangen persönlicher und fachlicher Sicherheit im Kinderschutz ermöglichen.

Autor_innen: Prof. Dr. Regina Rätz (Studiengangsleiterin) & Prof. Dr. Reinhart Wolff (Lehrender im M.A. Kinderschutz)

Veröffentlicht in: Böwer, Michael; Kotthaus, Jochem (Hg.): Praxisbuch Kinderschutz. Professionelle Herausforderungen bewältigen. Weinheim: Beltz Juventa, S. 277-297.

 

Eckpfeiler dialogischer Kinderschutzarbeit in der Demokratie.

Prof. Dr. Reinhart Wolff schreibt über Qualitätskataloge für die kommunale Kinderschutzarbeit.

Gekürzte schriftliche Fassung eines Vortrags im Rahmen der Fachtagung „Fachlich, dialogisch, kritisch. Selbstbewusste sozialpädagogische Kinderschutzarbeit“ des M.A. Kinderschutz (vom 8. September 2017).

Abstract: Wenn Fachleute die moderne Kinderschutzarbeit in ihrer Entwicklung bedenken, ist es sinnvoll, wesentliche strategische Gesichtspunkte als Leitideen im Blick zu haben: Dialog, Kinderschutz, Demokratie. Sie sind allerdings allesamt hoch umstritten und werfen zahlreiche Fragen auf. Diesen Kontroversen und Fragen muss nachgegangen werden.

Veröffentlicht in: Sozial Extra (2018), Volume 42, Issue 2, S. 8-11.

 

„Das wussten wir schon lange, heute sagen wir`s!“

Carmilla Eder, Absolventin des M.A. Kinderschutz, schreibt über die Entwicklung eines Kinderschutz-Falleingangsteams im Jugendamt.

Abstract: Anhand dialogischer Prinzipien wurden die Wissensbestände der Fachkräfte im Jugendamt auf der mittleren Leitungsebene zusammengetragen. Dabei bildeten sich relevante Hinweise für ein neu konzeptioniertes Kinderschutz-Falleingangsteam ab. Ziel war, die Konzeption für ein Falleingangsteam zu entwickeln, das innerhalb der eigenen Organisation angenommen und mitgetragen wird.

Veröffentlicht in: Sozial Extra (2018), Volume 42, Issue 2, S. 19-22.

 

„Nicht alles, was zählt, ist zählbar, und nicht alles, was zählbar ist, zählt.“

Matthias Loew, Absolvent des M.A. Kinderschutz, schreibt über die amtliche Statistik der Einschätzungsverfahren von Kindeswohlgefährdungen gem. § 8a SGB VIII.

Abstract: Seit 2013 wird die amtliche Statistik der Einschätzungsverfahren von Kindeswohlgefährdungen gem. § 8a SGB VIII veröffentlicht. Die Ergebnisse auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene werfen Fragen auf, die nicht mit den tatsächlichen Gefährdungslagen plausibel erklärbar sind. Die Beschäftigung mit den regionalen Unterschieden kann für Jugendämter zur Weiterentwicklung der eigenen Praxis sowie für eine gesicherte Datenerhebung hilfreich sein.

Veröffentlicht in: Sozial Extra (2018), Volume 42, Issue 2, S. 23–25.

 

Persönliche und fachliche Sicherheit im Kinderschutz erlangen

Autorin: Prof. Dr. Regina Rätz

Veröffentlicht auf: www.jugendhilfe-bewegt-berlin.de (Februar 2018)

 

Ein Plädoyer für gemeinsames Nachdenken und solidarische Bündnisse im Kinderschutz trotz hoher Anforderungen an das Risikomanagement

Autorin: Katharina Eggers (Absolventin des M.A. Kinderschutz)

Abstract: Die Autorin fragt vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen aus der Arbeit im ASD und in der Leitung einer stationären Erziehungshilfeeinrichtung kritisch nach der Reichweite von standardisierten Verfahren im Rahmen der Risikoeinschätzung im Kinderschutz. Sie diskutiert grundsätzlich und an einem konkreten Verfahrenskonzept, wie sich solche Instrumente auf die Arbeitsbeziehung und die Gestaltung des Bündnisses auswirken. Der Beitrag kommt zu dem Schluss, dass die in der ungleichen Beziehung von Fachkräften und Familien strukturell angelegten Unsicherheiten und Risiken für die Adressat_innen reduziert und erträglich gehalten werden müssen, damit wirksamer Kinderschutz und Hilfe möglich werden.

Veröffentlicht in: Forum Erziehungshilfen 2018, Volume 24, Issue 1, S. 53-57.

 

Inklusion für alle?!

Autorin: Prof. Dr. Regina Rätz  

Abstract: In einem weiten Verständnis umfasst Inklusion die Akzeptanz von Vielfalt aller Kinder und Jugendlichen im Arbeitsbereich der Kinder- und Jugendhilfe. Dies erfordert die Reflexion sowohl von Inklusions- als auch von Exklusionsprozesse.

Veröffentlicht in: Sozial Extra (2017), Volume 41, Issue 1, S. 38-41.

 

Kinderschutz als Sensation und Politikum

Felix Brandhorst, Lehrender im M.A. Kinderschutz, schreibt "über den Zusammenhang zwischen medialer Skandalisierung, politischer Theatralisierung und fachlicher Positionierung der Sozialen Arbeit im Feld des Kinderschutzes".

Abstract: Der Aufsatz geht den Fragestellungen nach, welchen Einfluss die mediale und politische Aufarbeitung des ‚Falles Kevin‘ auf die Praxis der Sozialen Arbeit genommen hat und auf welcher empirischen Grundlage die damit verbundenen Veränderungsprozesse beruhen, die die aktuelle Situation im Kinderschutz prägen.

Veröffentlicht in: Sozial Extra (2015), Volume 39, Issue 3, S. 50-54.

 

Warum es beim Kinderschutz um Qualitätsentwicklung geht

Prof. Dr. Regina Rätz (Studiengangsleiterin) und M.A. Dorothea Warnow (Studiengangskoordinatorin) stellen den weiterbildenden Master "Dialogische Qualitätsentwicklung in den Frühen Hilfen und im Kinderschutz" vor und stellen dar, warum Qualitätsentwicklung ein zentralen Schwerpunkt im Studium einnimmt.

Veröffentlicht in: alice (2015), Volume 29, S. 46f.

 

Kinderschutz damals und heute. Für eine gute Fachpraxis ausbilden und forschen

Prof. Dr. Reinhart Wolff und Prof. Dr. Regina Rätz stellen die nicht gerade gradlinige Entwicklung des Kinderschutzes seit den 1960er Jahren dar - bis hin zur Entwicklung des weiterbildenden Masterstudiengangs "Kinderschutz" der ASH Berlin.

Veröffentlicht in: alice (2013), Volume 26, S. 34f.

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Masterarbeiten aus dem M.A. Kinderschutz:

Eggers, Katharina (2018): Angst im Kinderschutz. Die Entdeckung der Wirkmächte mehrseitiger Ängste im Kinderschutz. Berlin: Alice Salomon Hochschule Berlin.

Feldbinder, Susann  (2018): Gemeinsam auf dem Weg – Dialogische Qualifizierung des Zielplanverfahrens. Implementierung eines neuen methodischen Settings für die Hilfeplanung. Berlin: Alice Salomon Hochschule Berlin.

Jende-Ulbricht, Corina (2018): Fallrekonstruktionsforschung zur Lebensbiografie mittels narrativem Interview zur Frage: Welche lebensgeschichtlichen Faktoren der Mutter/ des Vaters und daraus ableitbar zu den Kindern bedingen eine Aufteilung von leiblichen Kindern in ein Aufwachsen zu hause und in ein Aufwachsen in Fremdunterbringung?. Berlin: Alice Salomon Hochschule Berlin.

Laaß, Katrin (2018): Professionsübergreifender Kinderschutz. Eine dialogische Analyse der multiprofessionellen Zusammenarbeit in der Kinderschutzambulanz. Berlin: Alice Salomon Hochschule Berlin.

Mertes, Susanna (2018): Multiprofessionelle Teams im Kinderschutz. Gemeinsames Verständnis - gelingendes Handeln. Berlin: Alice Salomon Hochschule Berlin.

Schorn, Farina (2018): Wie kann man Kinder und Familien verstehen? Fallverstehen im Kinderschutz - eine kritische Analyse. Berlin: Alice Salomon Hochschule Berlin.

Witt, Jessica (2018): Präventiver Kinderschutz durch Partizipation in der offenen Hortarbeit. Berlin: Alice Salomon Hochschule Berlin.

Zimmermann,  Britta (2018): Zusammenarbeit zwischen Kinderschutzteam und Regionalen Sozialpädagogischen Diensten im Jugendamt. Eine Untersuchung der Sichtweisen beteiligter Fachkräfte auf die interne Zusammenarbeit im Kinderschutz. Berlin: Alice Salomon Hochschule Berlin.

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Absolventin Katrin Laaß

Absolventin: Katrin Laaß

 

In welchem Bereich arbeitest du?

Jugendamt – Regionaler Sozialpädagogischer Dienst bzw. Kinderschutzteam

 

Warum hast du dich für den weiterbildenden Master Kinderschutz entschieden?

In der Praxis habe ich den Eindruck, dass das Thema Kinderschutz bei den verschiedensten Professionen und beteiligten Systemen zu großen Unsicherheiten führt. Auch bei mir war das so, bevor ich den Master begann. Durch den Austausch mit den Studierenden und den Dozent*innen habe ich während des Studierens immer mehr an Sicherheit gewonnen. Ich habe mich nicht mehr durch den Druck der Medien und der Öffentlichkeit leiten lassen, sondern auf mein Bauchgefühl und mein Fachwissen vertraut. Die Haltung gegenüber Menschen spielt selbstverständlich in der Sozialen Arbeit eine große Rolle, auch im Kinderschutz dürfen wir an unserer Haltung nicht zweifeln. Wir arbeiten mit Menschen, die in Krisen stecken und es ist unsere Aufgabe gemeinsam mit diesen Menschen gute Wege zu finden, damit Kinder gesund aufwachsen können. Kinderschutz ist ein komplexes Feld, was viele Perspektiven miteinschließen muss. Kinderschutz kann man nicht alleine machen. Kinderschutz bedarf Fachwissen und Vertrauen.

 

Was hast du am Studium besonders geschätzt?

Am Studium habe ich besonders geschätzt, dass alle meine Einstellung zu den Menschen, mit denen wir arbeiten, teilten. Ich habe mich verstanden gefühlt und bestätigt, dass es im Kinderschutz nicht (nur) um Kontrolle und Checklisten geht.

 

Was ist aus deiner Sicht noch wichtig zu erwähnen?

Es gibt Pro- und Kontra-Argumente ein berufsbegleitendes Studium zu beginnen. Es ist sicherlich kein Spaziergang und man hangelt sich durchaus auch durch schwere Zeiten. Doch sobald man diese Herausforderungen gemeistert hat, fühlt man sich stärker. Es lohnt sich, dieses Studium zu beginnen. Es ist notwendig, dass es viel mehr gut ausgebildete Kinderschutz-Fachkräfte in der Praxis gibt. Die Gefahr, dass andere Professionen und Systeme darüber bestimmen, wie der Kinderschutz in Zukunft gestaltet werden soll, ist groß. Sozialpädagog*innen sollten die Sicherheit erlangen, die es benötigt, für einen demokratischen Kinderschutz zu kämpfen. Dieser Studiengang ist dafür ein Anfang.

 

Dein Fazit des Masterstudiums in einem Satz:

Dieser Masterstudiengang hat mir die Sicherheit gegeben, die ich im Kinderschutz brauchte sowie die Reflexionsfähigkeit, die es bedarf, sobald ich mich wieder unsicher fühle.

 

 

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Absolventin Farina Schorn

Absolventin: Farina Schorn

 

In welchem Bereich arbeitest du?

Ich arbeite seit fast 5 Jahren bei einem Träger der Freien Kinder- und Jugendhilfe und zwei Jahre davon in einer Tagesgruppe, welche in Kooperation mit einer Schule im Bezirk Mitte, in der Region Wedding, durchgeführt wird.

 

Warum hast du dich für den weiterbildenden Master Kinderschutz entschieden?

Ich habe mich für den Studiengang entschieden, weil ich bei mir selbst und bei Kolleg_innen massive Unsicherheiten feststellte. Ich wollte mich in diesem Bereich weiterentwickeln und spezialisieren sowie damit meine Professionalität erweitern. Ebenfalls war mir wichtig, den mir anvertrauten Familien noch mehr gerecht zu werden und sie besser zu verstehen. Es ist mir wichtig, den Familien auf Augenhöhe zu begegnen.

Ich erlebte einen Spagat, eine Art Ambivalenz: Einerseits das Recht des Kindes auf Schutz und andererseits den Anspruch auf Partizipation der Familien und deren Kinder zugleich. Hierbei fand ich mich im Spannungsfeld zwischen Unterstützung und Kontrolle wieder. Ich wollte mich unbedingt dieser Frage stellen und mich intensiver damit beschäftigen, wie man hilfreiche Unterstützung leisten kann.

Auch war es mir ein Anliegen, für Kolleg_innen eine adäquate Ansprechpartnerin zu werden und zu erfahren, an welchen Stellen die Ausbildung von Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe noch Nachsteuerungsbedarf aufweist. Hiermit beschäftigte ich mich auch im Rahmen meiner Masterarbeit.

 

Was hast du am Studium besonders geschätzt?

Ich schätzte vor allem den persönlichen Kontakt mit den Lehrenden und natürlich mit den Kommiliton_innen. Wir waren eine konstante, überschaubare Studiengruppe, was meiner Meinung nach zu einer stärkeren Verbindung geführt hat. Die Lehrenden waren für uns immer ansprechbar, per Mail, Telefon und natürlich persönlich. Ebenfalls waren viele Dinge auch immer verhandelbar und es wurde Rücksicht auf private Lebensumstände genommen.

Ein besonderer Fokus lag auch auf dem „Sich selbst verstehen“, also der Selbstreflexion. Das Modul, welches sich damit beschäftigte, war für mich ein besonderer Schatz. Es ermöglichte mir persönliche und fachliche Weiterentwicklung zugleich. Damit konnte ich noch mehr in meine Rolle als Kinderschützerin oder auch Qualitätsentwicklerin hineinwachsen.

Die Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis sowie der Bezug zu aktuellen politischen Diskursen ist meines Erachtens auch ein hervorzuhebender Aspekt, welcher mir sehr gefiel.

Des Weiteren habe ich mich sehr gefreut, Vorträge und Diskussionen von Thomas Mörsberger sowie Reinhard Wiesner mitzuerleben. Besonders hat mir auch gefallen, dass wir viel dazu gearbeitet haben, wie man Familien verstehen kann und um was für eine komplexe Organisation es sich bei der Familie im Grunde handelt.

 

Was ist aus deiner Sicht noch wichtig zu erwähnen?

Ich habe das Studium als Bereicherung erlebt, auch wenn es mich selbst teilweise an meine Belastungsgrenze gebracht hat. Die kleine, übersichtliche Studiengruppe war sehr familiär und man konnte hier gestärkt aus den Seminaren hervorgehen.

Ich habe sehr engagierte Menschen kennengelernt, die absolut für diese Sache brennen. Sowohl die Lehrenden als auch die Studierenden standen sich für fachliche Angelegenheiten und Fragen aus der Praxis stets zur Seite. Sodass beispielsweise auch aktuelle Fälle unter Anleitung der Lehrenden auf einem fachlich sehr hohen Niveau betrachtet und untersucht werden konnten.

 

Dein Fazit des Masterstudiums in einem Satz:

Jede Familie ist anders. Familien sind ein wichtiger Ort, in dem Kinder aufwachsen und lernen. Für uns Fachkräfte sowie für die Politik gilt es Familien zu fördern und zu unterstützen. Weg von der Kindeswohlgefährdung, hin zur Kindeswohlförderung!

 

 

Die Portraitsammlung wird fortlaufend erweitert.

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