Teilprojekt 2 - International und solidarisch
Erforschung unterschiedlicher Karrierewege von internationalen, geflüchteten oder exilierten Wissenschaftler_innen mit dem Ziel des Abbaus von Hürden auf dem Weg zu einer Fachhochschulprofessur in SAGE-Disziplinen
Im zweiten Teilprojekt werden an der ASH Berlin die Berufswege exilierter, geflüchteter und BiPoC-Wissenschaftler_innen erforscht und gezielte Maßnahmen zu ihrer Gewinnung als Hochschulprofessor_innen in den SAGE-Fächern entwickelt.
Damit rücken Critical Diversity, internationale Perspektiven und Kooperationen noch stärker in den Fokus der Lehre, Forschung und Organisationsentwicklung. Es werden Strategien und Instrumente der Personalentwicklung erarbeitet und erprobt, um internationale, geflüchtete, exilierte und BiPoC-Wissenschaftler_innen stärker an die FH/HAW einzubinden. Mit zielgerichteten Maßnahmen zum Recruiting bzw. zur Förderung des wissenschaftlichen Personals wird ein Beitrag dazu geleistet, dass die ASH Berlin den zunehmend komplexen gesellschaftlichen Anforderungen an die SAGE-Professionen in einer globalisierten Welt besser gerecht wird.
Schwerpunktprofessur
International und solidarisch
Prof. Dr. María do Mar Castro Varela (2024-2027)
Prof. Dr. María do Mar Castro Varelas Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Soziale Gerechtigkeit, Postkoloniale Theorien, Kritische Migrations- und Rassismusforschung, Gender und Queer Studies, sowie Protest und Autoritarismus und Faschisierungs-Fragen.
Innerhalb ihrer Schwerpunktprofessur forscht und arbeitet sie zu den Themen: berufliche und soziale Perspektiven von internationalen und geflüchteten Wissenschaftlicher_innen an SAGE-Hochschulen und den Angriffen auf die Wissenschaftsfreiheit wie auch an Internationalisierungsstrategien und Solidarität an Hochschulen. Ziel ist es, Strategien und Instrumente der Organisationsentwicklung vorrangig zur Internationalisierung der Hochschule zu erarbeiten und zu erproben, die die Hochschulen resilienter gegen Angriffe auf ihre Autonomie machen. Die Inkorporation globaler Wissensbestände und theoretisch-methodischer Ansätze ist ein weiterer zentraler Schwerpunkt, um die zunehmende Komplexität der gesellschaftlichen Anforderungen an die SAGE-Professionen freizulegen und somit institutionelle Selbstreflexions- und Transformationsprozesse und Strukturen weiterzuentwickeln.
Gastprofessor_innen / -dozent_innen und Wissenschaftliche Mitarbeitende
Dr. Meral Apak
Dr. Meral Apak ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt Sage SAGE! und promovierte an der Boğaziçi Universität in Istanbul. Ihre Forschung bewegt sich an der Schnittstelle von Kritischer Pädagogik, Bildungssoziologie und Geschlechterforschung. In ihrer wissenschaftlichen Arbeit beschäftigt sie sich insbesondere mit Macht- und Ungleichheitsverhältnissen im Bildungssystem, mit Diskriminierungsmechanismen in Bildungsinstitutionen sowie mit der Rolle von Geschlecht und Care-Arbeit in Bildungspolitiken und pädagogischen Praktiken.
Ein besonderer Fokus ihrer Forschung liegt auf Erwachsenenbildung, biographischen Bildungsprozessen und Fragen sozialer Teilhabe. Dabei untersucht sie insbesondere, wie institutionelle Strukturen, gesellschaftliche Normen und Machtverhältnisse individuelle Bildungsbiographien prägen und beeinflussen.
Im Rahmen des Sage SAGE! Projekts ist sie zudem in der Lehre tätig und führt Trainings zu therapeutischen Gesprächs- und Beratungstechniken für Studierende der Sozialen Arbeit durch. In diesen praxisorientierten Lehrformaten werden grundlegende Kompetenzen der professionellen Gesprächsführung, der beratenden Haltung sowie der sensiblen Kommunikation in komplexen psychosozialen Situationen vermittelt.
Ein weiteres zentrales Interesse ihrer Arbeit ist die Verbindung von Theorie und Praxis. Neben ihrer akademischen Tätigkeit arbeitet sie auch als systemische Therapeutin und beschäftigt sich mit transdisziplinären Zugängen zwischen Bildungsforschung, psychosozialer Praxis und gesellschaftlicher Transformation. Ihr besonderer Fokus liegt dabei auf reflexiven und emanzipatorischen Ansätzen der Bildungs- und Beratungsarbeit.
Dr. Zafer Yilmaz
Dr. Zafer Yılmaz ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sage SAGE! Projekt. Seine Forschungsschwerpunkte sind der weltweite Aufstieg des Autoritarismus, die Krise der Demokratie, die zunehmende Hegemonie der extremen Rechten und der Wandel der Universität. Er hat zahlreiche Publikationen zu Populismus, autoritärem Regieren und der Umstrukturierung des türkischen Staates veröffentlicht.
Er ist Autor der Bücher „The Spirit of New Turkey: Resentment, Domination and Destitution“, „Erdogan’s Presidential Regime: From Exceptional Republic to Parcelled State“, „The Gloom of the Right: Authoritarian Leaders and the Stolen Rebellion“ (auf Türkisch), und „Empire of Authroritarian Leaders: The End of Liberal Utopia and the Stolen Rebellion“ (auf English, erscheint 2026), in denen er die sozialen und politischen Dynamiken des Globalen Autoritarismus untersucht.
Wissenschaftsmanagerin
müjgan şenel
Pronomen: sie/ihr
Arbeitszeiten: montags-freitags
Auswahl an Teilprojektergebnissen
Die Studie wurde konzipiert und befindet sich in der Durchführungsphase. Sie fragt nach den Wissensbeständen (Erfahrungen, Anforderungen, Bedarfen und Vorschlägen) der Hochschulangehörigen in den Bereichen Verwaltung, Technik, International Office etc. zur Internationalisierung an der ASH Berlin und versteht diese als gemeinsamen Reflexionsprozess zur Veränderung der Hochschulstrukturen.

Im Mittelpunkt des Kolloquiums “Stop Burning Books!” stand die kritische Auseinandersetzung von Wissensordnungen, die die akademische Freiheit und Autonomie von Hochschulen zunehmend beschränken und die Kriminalisierung bestimmter Disziplinen wie die Postcolonial Studies in den Geisteswissenschaften vorantreiben. Fragestellungen, wie „welche Formen nimmt die gegenwärtige Zerstörung/Einschränkung von kritischem Wissen an“ und „welche Verantwortung und Verpflichtung tragen die Hochschulen in den gesellschaftspolitischen Diskursen in der Komplementarität von Lehr- und Lernfreiheit als Gegenöffentlichkeit zur Zerstörung kritischen Wissens“, wurden aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert.
Das öffentliche Kolloquium fand im Sommersemester 2025 statt und wurde intern weitergeführt.
Die Angriffe auf die Autonomie der Hochschulen und die zunehmende Einschränkung der Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit wird als Bedrohung diagnostiziert, die auch einer weiteren Internationalisierung der Hochschulen im Weg stehen und deren solidarische Strukturen auf dem Prüfstand stellen. Laut dem aktuellen Academic Freedom Index, der die Wissenschaftsfreiheit in 179 Ländern erfasst, hat Deutschland in diesem Bereich spürbar nachgelassen. Belegte das Land früher einen Spitzenplatz, fällt es nun auf Rang 27 zurück.
Für das WiSe 26/27werden ausgewiesene Wissenschaftler_innen eingeladen, um mit ihnen die neuesten Erkenntnisse im Bereich der Einschränkung der Wissenschaftsfreiheit und die Folgen für die Hochschulen zu diskutieren.
Teilprojekt 2 ist vernetzt mit dem Scholars at Risk Network und arbeitet gerade im Zusammenhang mit einem Forschungsantrag an einem Forschungsverbund zum Thema „Solidaritäten in Zeiten Akademischer Unfreiheit“.
Ehemalige Projektmitglieder 2021-2025
Schwerpunktprofessuren:
Prof. Dr. Esra Erdem (2021-2024): International und solidarisch
Gastprofessor_innen / -dozent_innen:
- Dr. Sezai Ozan Zeybek (Wissenschaftlicher Mitarbeiter)
Tutor_in:
- Daniela Baresch B.A.
