Digitale Lehre

Das Arbeitsfeld Digitale Lehre umfasst die zentralen Informations-, Beratungs- und Koordinierungsaufgaben der mediendidaktischen Gestaltung, Erprobung, Implementierung und Evaluation innovativer Lehr- und Lernszenarien an der ASH. Darüber hinaus bildet es eine Schnittstelle zwischen den gesellschaftlichen Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung und der Hochschulentwicklung im Bereich der Lehre.

Digitalisierung und SAGE-Berufe

Die Einflüsse und Potenziale der Digitalisierung werden mittlerweile auch in Bezug auf die SAGE-Professionen intensiv diskutiert. Während in der Sozialen Arbeit zum Beispiel neue Tätigkeitsfelder in der Online-Beratung entstehen und die Rolle digitaler Medien vor dem Hintergrund der Förderung von Inklusion und gesellschaftlicher Teilhabe reflektiert wird, lässt sich der Einsatz digitaler Technologien im Bereich der Gesundheits- und Pflegeberufe unter anderem anhand der aktuellen Debatten zur Gesundheitstelematik und der Einführung vernetzter Pflege-Assistenzsysteme skizzieren. Auch die problematischen Auswirkungen der Digitalisierung auf die gegenwärtigen Arbeitsbedingungen in den genannten Berufsfeldern (z.B. in Form einer zunehmenden Arbeitszeitverdichtung) und die Macht von Algorithmen bei Entscheidungsfindungen sollten hier nicht unerwähnt bleiben.

Digitalisierung und Hochschullehre

Zusätzlich zu diesen fachspezifischen Entwicklungen eröffnet der Prozess der Digitalisierung erhebliche Chancen hinsichtlich einer innovativen Weiterentwicklung von Studiengangs- und Weiterbildungsangeboten und damit auch für eine stärkere Profilbildung der Hochschulen.

In den letzten Jahrzehnten wurden im Hochschulbereich bereits vielfältige Erfahrungen mit E-Learning Konzepten gesammelt und diese entweder zur curricularen Verankerung von Blended-Learning-Angeboten und Online-Modulen genutzt oder als Grundlage für die Entwicklung eigenständiger Online-Studiengänge verwendet.

Gegenwärtig stellt sich allerdings immer stärker die Frage nach den notwendigen institutionellen Veränderungen, mit denen die Hochschulen adäquat auf den durch die Digitalisierung hervorgerufenen technischen, sozialen und kulturellen Wandel reagieren und diesen mitgestalten können. So ist mit der Digitalisierung nicht nur eine Erweiterung der kommunikationstechnologischen Möglichkeiten, sondern auch eine Transformation soziokultureller Organisationen und Institutionen, sozialer Systeme und gesellschaftlicher Instanzen der Orientierungs- und Sinnstiftung verbunden.

Im Rahmen dieser Veränderungsprozesse der Hochschulen steht vor allem die Lehre bzw. die Bereitstellung eines zeitgemäßen und qualitativ hochwertigen Studien- und Lehrangebotes im Fokus. Dabei ermöglicht die Digitalisierung unter anderem eine stärkere Implementierung zeit- und ortsunabhängiger Lehr-/Lernarrangements, expositorischer, explorativer oder problembasierter Methoden, multimodaler Lehrmaterialien und Kommunikationskanäle sowie neuer Formen der mediengestützen Präsenzlehre.

Mit der steigenden Relevanz selbstgesteuerter und kollaborativer Lernprozesse und innovativer Online-Studienformate sind aber auch neue Anforderungen an die Strukturen und Konzepte der tutoriellen Begleitung für Studierende, der mediendidaktischen Angebote für Lehrende und der Qualitätssicherung des Studienangebotes verbunden. Ziel der Hochschulen muss es daher künftig sein, mit geeigneten Maßnahmen auf institutioneller Ebene optimale Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass sich eine neue, dem digitalen Wandel angemessene Lehr- und Lernkultur weiter entfalten kann.

In diesem Sinne hebt der Leiter des 'Learning Lab' der Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr. Michael Kerres, hervor: "Lernen mit digitalen Medien ist nicht nur eine Produktinnovation, sondern eine weiterreichende Veränderung von Prozessen für alle Beteiligten und die Organisation als Ganzes. Wenn neuartige Lernangebote eingeführt werden, ändern sich die Anforderungen an die Bildungsarbeit für alle damit betrauten Personen."

Quelle: Kerres, M. (2018). Mediendidaktik: Konzeption und Entwicklung digitaler Lernangebote (5. Auflage). Berlin: De Gruyter.

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Aktuelle Entwicklungen

Mit der Einrichtung einer Referent/-innenstelle für digitale Mediendidaktik und der Bildung eines Arbeitskreises zum Thema Digitale Lehre stellt sich die ASH den aktuellen Herausforderungen der Digitalisierung. Dabei steht neben der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Studiengangsangebote und Lehrmethoden die Konzeption einer an den fachspezifischen Anforderungen der Hochschule ausgerichteten Digitalisierungsstrategie im Mittelpunkt.

Der Arbeitskreis Digitale Lehre (bestehend aus den Prorektoren, dem Referenten für digitale Mediendidaktik sowie Vertreter/-innen des ASH-IQ, des ComZ, der Bibliothek und der Online-Studiengänge) hat die Funktion eines Diskussionsraums, in dem verschiedene Aspekte und Handlungsfelder der Digitalen Lehre und die damit verbundenen Potenziale für die Hochschule erörtert werden. Über die Mitglieder des Arbeitskreises werden zudem weitere Funktionsträger/-innen der Hochschule in diesen Diskussionsprozess einbezogen.

Mit der E-Learning-Servicestelle steht den Hochschullehrenden und Studienbereichen ferner ein zentrales Portal für mediendidaktische Beratungs- und Unterstützungsanfragen sowie ein kontinuierlich aktualisiertes und erweitertes Informationsangebot zum Thema Digitale Lehre bereit.

Einzelne Projekte und Maßnahmen der ASH im Bereich der Digitalen Lehre werden demnächst an dieser Stelle vorgestellt und dokumentiert.

Verwiesen sei in diesem Zusammenhang auch auf den Fachtag 'Herausforderungen der Digitalisierung', der vom Studiengang BASA-online in Kooperation mit dem BASA-online Hochschulverbund organisiert und im Januar 2019 an der ASH durchgeführt wurde. Ziel dieses Fachtages war es, "die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung von Lehre und Studium der Sozialen Arbeit in den Blick zu nehmen und neue Impulse für curriculare, didaktische und methodische Innovationen zu setzen." Dabei standen folgende Bereiche der Digitalen Lehre im Mittelpunkt: 1) Motivation - Interaktion - Kommunikation, 2) Relationierung von Theorie und Praxis, 3) Wissenschaftliches Arbeiten online und 4) Qualitätssicherung (siehe Flyer des Fachtags).

Darüber hinaus wurde mit dem berufsbegleitenden Bachelorstudiengang 'Interprofessionelle Gesundheitsversorgung - online' (IGo) im Rahmen des Bund-Länder-Wettbewerbs 'Auftstieg durch Bildung: offene Hochschulen' ein innovatives, zeitlich und örtlich flexibles Online-Studienangebot entwickelt. Dieses berücksichtigt die Aspekte der systematischen Förderung des selbstgesteuerten Lernens und des professionellen Umgangs mit digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien in zukunftsgerichteter Weise.

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Online-Studienangebote

Hier finden Sie weitere Informationen über die Online-Studiengänge der ASH.

Themenbeiträge

An dieser Stelle werden im Laufe der Zeit kleinere Beiträge zu den Rubriken Digitalisierung, Mediendidaktik und digitale Hochschulehre erscheinen.

Digitalisierung

Das Schlagwort Digitalisierung ist mittlerweile in öffentlichen und fachspezifischen Diskursen allgegenwärtig. Geprägt von der von Wirtschaftsverbänden forcierten Einführung des Begriffs 'Industrie 4.0' im Jahr 2011 werden heutzutage fast alle Bereiche des Lebens mit dieser Chiffre der Digitalisierung versehen (z.B. Arbeit 4.0, Wohnen 4.0, Gesundheit 4.0, Mobilität 4.0, Bildung 4.0 oder Kochen 4.0). Neben dem offensichtlichen Trend im Rahmen einer primär über digitale Netzmedien realisierten Kommunikation möglichst #hashtag-kompatible Bezeichnung zu kreieren, lässt sich zunächst einmal feststellen, dass sich die 'Digitale Revolution' mit den technischen Möglichkeiten zur Speicherung, Darstellung und Verarbeitung binärer Daten bzw. zur Umwandlung analoger Medien bereits seit den 1960er Jahren vollzieht. Diese erste Stufe der Digitalisierung (im englischen auch als Digitization bezeichnet) hatte unter anderem zur Folge, dass eine zunehmende Trennung zwischen medialem Zeichen und materiellem Zeichenträger stattfand und viele Lebensbereiche noch stärker als zuvor von Kommunikations- und Informationsmedien durchdrungen werden konnten.

Obwohl sich in einigen Retro-Phänomenen wie z.B. dem Revival der Schallplatte oder der Analogkamera auch heute noch der Wunsch vieler Menschen nach einer Materialität kommunikativer Artefakte ausdrückt, werden Informations- und Unter­haltungsangebote inzwischen größtenteils ohne eine derartige materielle Fixierung über digitale Plattformen (darunter z.B. Netflix, Spotify, Instagram, Facebook, YouTube oder Steam) konsumiert, produziert und ausgetauscht. Zumal analoge Ästhetiken und Apparaturen gegenwärtig auch in digitalen Formen simuliert und in ihren jeweiligen Ausdruckspotenzialen beliebig erweitert und manipuliert werden können; z.B. durch die Erzeugung eines ‚Vintage-Looks‘ digitaler Fotografien per Filmkörnung-, Monochrom- und Polaroid-Filter oder durch die Imitation von Musikinstrumenten mittels modifizierbarer Klangbibliotheken und -algorithmen. Die zweite Stufe der Digitalisierung (im englischen auch Digitalization bezeichnet) bezieht sich demnach auf die Aus­wirkungen der Vernetzung, Interaktivität, Veränderbarkeit und Komprimierbarkeit digitaler Daten, wodurch in Verbindung mit der zunehmenden Verbreitung des Internets und mobiler Endgeräte ab 2007 u.a. neuartige Geschäftsmodelle, industrielle Produktions­ketten und Logistikverfahren, wissenschaftliche Analysemethoden, mediengestützte Lehr- und Lernszenarien, soziokulturelle Praktiken und ästhetisch-kommunikative Ausdrucksformen ermöglicht wurden.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen wird im nächsten Teil der Rubrik die neue (digitale) Kommunikations- und Medienlandschaft skizziert.

Mediendidaktik

Coming soon...

Digitale Hochschullehre

Coming soon...

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Weiterführende Links

Hier finden Sie einige ausgewählte Webseiten zu den Themenbereichen Digitalisierung, Mediendidaktik und Medienpädagogik:

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Ansprechpartner

Nutzen Sie bitte die folgenden Kontaktmöglichkeiten für Ihre Fragen, Anmerkungen oder Beiträge zu dieser Seite

Daniel Klenke

Referent Digitale Mediendidaktik

Raum G010

T +49 30 99245264

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