Projektprofil
Sage SAGE! steht für die gender- und diversitygerechte Etablierung von systemrelevanter Akademisierung in den SAGE-Fächern (Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege, Erziehung und Bildung).
Das Projekt wird im Rahmen des Bund-Länder-Programms „FH-Personal“ von September 2021 bis August 2027 gefördert und gliedert sich in drei Teilprojekte. Es zielt darauf ab, professorales Personal für die SAGE-Disziplinen zu entwickeln, zu gewinnen und langfristig an die Hochschule zu binden. Die Hochschule hat acht Schwerpunktprofessuren eingerichtet, die in den Teilprojekten bestimmte Themen vertreten und bearbeiten.
Systemrelevanz im Fokus: Warum starke SAGE-Berufe exzellente Bildung brauchen
Das Projekt ist vor dem grundlegenden Ziel der Akademisierung und Professionalisierung der SAGE-Disziplinen angelegt. Angesichts komplexer Anforderungen, diverser und marginalisierter Lebensrealitäten und immer vielschichtigeren Aufgaben in der Praxis (z. B. durch Migration, demografischen Wandel und Digitalisierung), ist eine qualitativ hochwertige akademische Ausbildung das Fundament für die systemrelevanten SAGE-Berufe. Um Fachkräfte für diese Herausforderungen auszubilden, benötigt die Hochschule Professor_innen, die den Transfer zwischen innovativer Forschung und praktischer Anwendung vorantreiben.
Dem entgegen steht der immense Fachkräftemangel auf professoraler Ebene, der unter anderem im erschwerten Einstieg in wissenschaftliche Werdegänge begründet liegt: Der Weg zur Professur an Hochschulen für angewandte Wissenschaften ist oft unklar und durch die geforderte Doppelqualifikation (Promotion + Praxis) schwer zu erreichen.
Gender- und Diversitygerechtigkeit als Qualitätsanspruch
Die Professuren der SAGE-Disziplinen bilden die Diversität der Gesamtgesellschaft sowie der eigenen Studierendenschaft oft nicht ab. Gleichzeitig ist eine multiperspektivische Forschung und Lehre unumgänglich, um aktuellen sozialen Fragen und gesellschaftlichen Herausforderungen angemessen zu begegnen. Der Gender- und Diversityaspekt ist im Projekt demnach als fundamentales Querschnittsthema in der gesamten Projektstruktur verankert.
Langfristige Ziele des Projekts
- Förderung von SAGE-Akademiker_innen auf Karrierewegen hin zur Professur
- Gewinnen und Entlastung von Professor_innen für Strukturentwicklung
- Freiräume für Forschung schaffen
- Förderung von geflüchteten, exilierten und BiPoC-Wissenschaftler_innen
- Förderung von erfahrenen Berufspraktiker_innen auf dem Weg zur Professur
Rahmenbedingungen
Das Projekt Sage SAGE! ist in zwei Projektphasen aufgeteilt. Diese spiegeln sich auch in der Besetzung der Schwerpunktprofessuren wieder. Einige Schwerpunktprofessuren werden nach drei Jahren neu besetzt, andere sind nur für eine der beiden Projektphasen vorgesehen.

Schwerpunktprofessuren wurden durch das Sage SAGE! Projekt eingerichtet, um Professor_innen in ihren Vorhaben für strukturelle Transformationsprozesse an der ASH Berlin zu stärken. Damit sie sich auf die Umsetzung der einzelnen Projektideen konzentrieren können, bekommen die Schwerpunktprofessuren eine Lehrentlastung von 7 SWS. Die entstehenden Lücken in der Lehre werden dann durch Gastprofessor_innen, -dozent_innen und Wissenschaftliche Mitarbeitende gefüllt, die über das Sage SAGE! Projekt finanziert werden.
Die Stellen der Schwerpunktprofessuren entlasten somit nicht nur Professor_innen und geben ihnen die Gelegenheit, sich im Projekt zu engagieren, sondern finanzieren und fördern zugleich Gastprofessor_innen, -dozent_innen und Wissenschaftliche Mitarbeitende.
Informationen zu den einzelnen Themen und personellen Besetzungen der Schwerpunktprofessuren, Gastprofessor_innen, -dozent_innen und Wissenschaftlichen Mitarbeitenden sind auf den Teilprojektseiten zu finden.
FH-Personal ist ein Förderprogramm, das aus der Vereinbarung zwischen Bund und Ländern mit der Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen zur Gewinnung und Entwicklung von professoralem Personal an Fachhochschulen nach Maßgabe von § 4 Absatz 2 entstanden ist. Das Programm fördert die Gewinnung und Qualifizierung von professoralem Personal an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW, vormals Fachhochschulen) und fördert bundesweit 64 Hochschulen.
Hintergrund der Förderung ist die Herausforderung der Besetzung und der Mangel von Bewerbungen für Professuren bei zeitgleicher Notwendigkeit von qualifiziertem Personal. Im Gegensatz zu Universitäten gibt es an HAWs keinen strukturierten Karriereweg, die Qualifikationsanforderungen sind jedoch sehr hoch. Einstellungsvoraussetzungen für Professor_innen sind nachgewiesene Lehrerfahrungen, eine besondere Befähigung zu wissenschaftlicher Arbeit (i. d. R. nachgewiesen durch eine Promotion) sowie eine mindestens fünfjährige berufliche Praxis (davon drei Jahre außerhalb der Hochschule).
Auswahl an teilprojektübergreifenden Ergebnissen
Der Sammelband „akademisieren, professionalisieren, transformieren. SAGE-Hochschulen im Strukturwandel am Beispiel Alice Salomon Hochschule Berlin“, erschien im November 2025 im Barbara Budrich Verlag und ist ein zentrales teilprojektübergreifendes Ergebnis von Sage SAGE!.
Wie können SAGE-Hochschulen (Soziale Arbeit, Gesundheit, Erziehung und Bildung) trotz struktureller Hürden dem Fachkräftemangel erfolgreich entgegensteuern? Diese und weitere Fragen behandelt der Sammelband. Notwendige strategische Entwicklungen von SAGE-Hochschulen im 21. Jahrhundert einbeziehend, präsentieren die Beiträge praxisnahe Ansätze zur interdisziplinären, menschenrechtsorientierten und diskriminierungssensiblen Zusammenarbeit am Beispiel der Alice Salomon Hochschule Berlin.
Eine zweite erweiterte Auflage erscheint im Januar 2026.
Der Sammelband ist sowohl gedruckt, als auch – dank einer Drittmittelförderung – digital via Open Access verfügbar.
Das Sage SAGE! Projekt setzt sich für den Ausbau der Promotionsumgebung an der ASH Berlin ein.
Die Hochschule hat gemäß der Verordnung zur Durchführung des Promotionsrechts an Hochschulen für angewandte Wissenschaften im Land Berlin (HAWPromVO) einen Antrag auf Verleihung des Promotionsrechts gestellt. Gegenstand des Antrags ist die Einrichtung eines Promotionszentrums mit dem Titel „New Public Health“, das in einem forschungsstarken Bereich der Gesundheitswissenschaften angesiedelt werden soll. Ziel des Promotionszentrums ist es, eigenständige Promotionen an der Hochschule zu ermöglichen und die wissenschaftliche Qualifizierung des akademischen Nachwuchses im interdisziplinären Feld von Gesundheit, sozialen Determinanten und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu stärken. Bis zur Entscheidung über den Antrag erfolgen Promotionen weiterhin kooperativ mit promotionsberechtigten Universitäten, wobei Professor_innen der ASH Berlin bereits als Betreuende eingebunden sind.
Die Prozessgestaltung von Berufungsverfahren wird federführend von Alexander Unruh (Wissenschaftsmanager für Berufungsverfahren seit 1.9.2024) überarbeitet. Ziel ist es, den Berufungsprozess prozessual zu optimieren, Zuständigkeiten zu schärfen, Abläufe transparenter zu gestalten und Diversity- sowie Genderaspekte aktiv in die einzelnen Prozessschritte miteinzubinden.
Gegenstand der Überarbeitung ist die Novellierung der Berufungsordnung, die im Februar 2026 verabschiedet wurde sowie die Neufassung der Richtlinie zur Neubesetzung von Professuren, die im Januar 2026 veröffentlicht wurde. Zudem wird an der Erstellung eines Berufungsleitfadens gearbeitet (geplante Veröffentlichung: zweites Quartal 2026), welcher alle Prozessabläufe chronologisch und gebündelt darstellt und die Rechtsnormen der Berufungsordnung in klar strukturierte Handlungsanweisungen übersetzt. Für das Jahr 2026 ist zudem die Entwicklung eines Unconscious Bias-Trainings geplant.
News: Projektinterne Klausurtagung
Die nächste Sage SAGE! Klausurtagung wird am 10. Juli 2026 stattfinden.




