Aktuelles: Stellungnahme der Frauen*beauftragten der ASH Berlin zu den Debatten um die Neugestaltung der Südfassade der Alice Salomon Hochschule Berlin

Wir, die Frauen*beauftragten der ASH Berlin, sind entsetzt über die mediale Darstellung bezüglich der Entscheidung, die Südfassade der Hochschule neuzugestalten. Bereits 2015 haben die Frauen*beauftragten der ASH Berlin einen Antrag zur Neugestaltung der Südfassade gestellt. Umso mehr begrüßen wir die Entscheidung des Akademischen Senats und der Hochschulleitung dem Anliegen der Initiative zur Neugestaltung als nächsten Schritt nachzukommen.

Entgegen der medialen Darstellung handelt es sich dabei nicht nur um Student_innen, die diesen Vorschlag befürwortet haben, vielmehr befinden sich unter den über 60 Unterstützer_innen der Initiative auch Professor_innen, Dozent_innen, Verwaltungsmitarbeiter_innen und wir, die Frauen*beauftragten der Hochschule. Immer wieder wurden wir, sowie auch der AStA, von Student_innen und Mitarbeiter_innen mit Erstsprache Spanisch auf die sexistische Lesart des Gedichts hingewiesen. Als Konsequenz haben wir uns intensiv mit dem Gedicht auseinandergesetzt und folgen dieser Einschätzung. Dabei unterstellen wir an keiner Stelle, dass dies in der Intention des Verfassers Eugen Gomringer lag, finden jedoch, dass dies kein Argument sein kann, einen potentiell sexistischen Inhalt als Aushängeschild der ASH Berlin stehen zu lassen. Die ASH Berlin hat eine lange feministische Tradition und verdankt unter anderem auch dieser ihren ausgezeichneten Ruf. Um diesem gerecht zu werden, liegt ein Teil der Verantwortung darin, Entscheidungen zur Repräsentation der Hochschule als Prozess zu verstehen und immer wieder zu überdenken. Hierbei gilt es Gesellschaftsverhältnisse ernst zu nehmen. Es ist Zeit für etwas Neues!

Es lässt sich nicht anders erklären, als durch das sogenannte „Sommerloch" und einen wahrnehmbaren antifeministischen Backlash, dass weite Teile der Presse mit solch einer unangemessen Reaktion auf die Entscheidung einer Hochschule reagiert, eine Außenfassade neuzugestalten - vor allem im Hinblick darauf, dass das Gedicht in keinem direkten Zusammenhang zur Hochschule steht[1]. Wir sind der Hochschulleitung sehr dankbar, dass sie nach wie vor hinter der hochschuldemokratischen Entscheidung steht und dem Druck von außen nicht nachgibt. Dabei halten wir viele der Reaktionen, die diesen Druck erzeugen, nicht für das Resultat adäquater Auseinandersetzungen, sondern für die Reproduktion rechtspopulistischer Floskeln innerhalb (der Mitte) der Gesellschaft. Besonders entsetzt sind wir von der Selbstverständlichkeit, mit der dies geschieht.

Wir möchten an dieser Stelle auch noch einmal explizit den Student_innen des AStA der ASH Berlin unsere Solidarität aussprechen. Es ist untragbar mit welch gewaltvollen und diffamierenden Mails und Beiträgen die Student_innen seit der verantwortungslosen Berichterstattungen überflutet werden. Wir verurteilen die feigen Attacken auf die Student_innen und bitten darum, den Unmut und den Zorn lieber an uns zu richten, wir werden immerhin dafür bezahlt.

 

Die Frauen*beauftragten der ASH Berlin

 

[1] Eugen Gomringer hat für sein Gesamtwerkt 2011 den Poetik-Preis der ASH Berlin gewonnen. Vorausgehend und nachfolgend gab es aber viele weiter Preisträger_innen. Zudem ist ein unmittelbarer Bezug zur ASH Berlin keine Voraussetzung für die Verleihung des Preises.

Aufgaben der Frauen*beauftragten

Die Aufgaben der Frauen*beauftragten sind vielfältig. Dazu gehören beispielsweise Beratung, Unterstützung bei Sexueller Belästigung und Diskriminierung, die Auseinandersetzung mit Sprache an der Hochschule und die Erarbeitung von Konzepten zur Frauen*förderung an der ASH Berlin.

Denn auch wenn der Frauen*anteil in allen Statusgruppen der ASH Berlin relativ hoch ist, ist, bedarf es Frauen*förderung. Die ASH Berlin setzt sich dafür ein, ehemalige Frauen*berufe zu akademisieren. Ziel der Akademisierung ist es, die Berufe zu mehr Berufsautonomie, höheren Gehältern, einem höheren gesellschaftlichen Status, Aufstiegsmöglichkeiten und mit fachspezifischer Forschung aufzuwerten. Ein hoher Anteil an Frauen* in allen Statusgruppen ist daher erwünscht, denn zunächst soll möglichst vielen Frauen*, die auch in der Praxis tätig sind, der Weg in die Wissenschaft ermöglicht werden.

Die Frauen*beauftragten unterstützen die Akademisierung durch die Förderung wissenschaftlicher Karrieren von Frauen* an der Hochschule

  • Sie bieten Fortbildungen an
  • Sie setzen sich in Hochschulgremien, zum Beispiel dem Frauenrat, für das Aufbrechen geschlechterspezifischer Rollenverteilungen ein 
  • Sie wirken auf die Verankerung von Gender-Kompetenzen in Lehre und Hochschulkultur hin
  • Sie beraten bei Fragen zur Vereinbarkeit von Studium und Beruf mit Familie
  • Sie entwerfen und betreuen Stipendienprogramme für die Nachwuchsförderung 

Die Frauen*beauftragten nehmen Anregungen, Projektvorschläge, Kritik, Beschwerden von Hochschulangehörigen auf, geben Stellungnahmen zu Frauen*- und hochschulpolitischen Themen ab und können gegen hochschulpolitische Entscheidungen Widerspruch einlegen. Sie beraten und unterstützen alle Einrichtungen der Hochschule in Fragen der Gleichstellungspolitik.

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*Das Gender-Sternchen (*) dient als Verweis auf den Konstruktionscharakter von "Geschlecht". Das Sternchen hinter "Frauen" soll verdeutlichen, dass es sich auf alle Personen bezieht, die sich unter der Bezeichnung "Frau" definieren, definiert werden und/oder sich sichtbar gemacht sehen. Im Hinblick auf Benachteiligung und sexistische Diskriminierung gegenüber Menschen, die sich nicht in der Norm von Zweigeschlechtlichkeit       verorten können oder wollen, sieht das Team der Frauen*beauftragten der ASH Berlin hier auch ihre Verantwortung gegenüber trans*, inter* und nicht-binären Menschen. Dabei sind wir uns bewusst, dass bereits die Einordnung geschlechtlicher Vielfalt unter dem Begriff "Frauen*" eine Wiederholung diskriminierender Gewalt ist und somit nicht als Lösung, sondern nur als Prozess verstanden werden kann. 

Quer - Das Gendermagazin der ASH Berlin

Frontalansicht der Zeitschrift "Quer"
© ASH Berlin

Die Quer wird von den Frauen*beauftragten herausgegeben und bietet einen intersektionalen Blick aus unterschiedlichen Perspektiven auf die aktuellen Debatten rund um Gender und Feminismus. 

Das Magazin erscheint einmal im Jahr. Es ist online im pdf-Format und als Printausgabe an der ASH Berlin erhältlich.

Gendermagazin Quer – Überblick über alle Ausgaben  

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ASH-Gender-L - Mailingliste der Frauen*beauftragten

Diese Mailingliste ist neben der Zeitschrift Quer ein von der Frauen*beauftragten und dem Frauen*rat der ASH Berlin initiiertes Informationsmedium mit dem Schwerpunkt Gender und Gleichstellungspolitik. Über die Mailingliste erhalten Sie unseren Newsletter und somit spannende Infos rund um gender- und gleichstellungspolitische Veranstaltungen, Jobangebote oder Initiativen.

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Fax:     030 / 99245 - 245

E-Mail: frauenbeauftragte@ avoid-unrequested-mailsash-berlin.eu

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