Kindheitspädagogik - berufsintegriert (Bachelor of Arts)

Der Studiengang ermöglicht bereits berufstätigen Pädagog_innen und anderen im kindheitspädagogischen Berufsfeld tätigen Fachkräften, sich auf akademischem Niveau weiter zu qualifizieren.

Der Begriff „berufsintegrierend“ zeigt an, dass das Studium zeitlich parallel zur pädagogischen Berufstätigkeit verläuft und die berufliche Tätigkeit in enger fachlicher Verbindung zu den Inhalten des Studiums steht.

Ziel des Studiums ist die Qualifizierung von Studierenden für das vom „Studiengangstag Pädagogik der Kindheit“ festgeschriebene „Berufsprofil Kindheitspädagogin / Kindheitspädagoge“: Der Beruf der Kindheitspädagogin und des Kindheitspädagogen ist auf die familiäre und öffentliche Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit, die Lebenswelten, Kulturen und Lebensbedin­gungen von Kindern und Familien sowie die Zusammenarbeit mit Familien ausgerichtet. Die Tätigkeit hat ihre Schwerpunkte in der erkenntnisgenerierenden Erforschung, der Konzeptionierung und der didaktischen, organisationalen und sozialräumlichen Unterstützung von Bildung, Erziehung und Betreuung in Kindheit und Familie. Dies schließt die wissenschaftlich begründete, kritische Reflexion gesellschaftlicher Konstruktionen und Bedingungen von Kindheit und Familie sowie die Mitwirkung an der sozialen, politischen und kulturellen Gestaltung und Sicherung eines guten und gelingenden Aufwachsens von Kindern ein.

Der Studiengang qualifiziert Kindheitspädagog_innen für die professionelle – konzeptionelle, lei­tende, kritisch-reflexive, Praxis erforschende und weiterentwickelnde – Arbeit mit Kindern von der Geburt bis zum Ende des Grundschulalters sowie mit ihren Eltern und Bezugspersonen; darüber hinaus für die Arbeit in multiprofessionellen Teams und im Bereich der sozialräumlichen Vernet­zung.

Besonderes Ziel des Studiums ist die Ausbildung von Kindheitspädagog_innen mit einem professionellen, forschungsorientierten Habitus, die ihre Kenntnisse und Kompetenzen in Feldern der praktisch-pädagogischen Arbeit mit Kindern und Familien, im Bereich von Beratung und Leitung, Aus- und Weiterbildung, in frühpädagogischen Entwicklungs- und Forschungsprojekten verantwortungsvoll und kreativ einbringen.

Durch eine enge Verzahnung des Lernortes Hochschule mit dem beruflichen Handlungsfeld wird das Studium durch berufspraktische, forschungsbezogene sowie die Selbstreflexion herausfordernde Berufsfeldphasen und Aufgabenstellungen ergänzt. Sie ermöglichen den Studierenden, unterschiedliche wissenschaftliche Kenntnisse und Methoden mit dem beruflichen Alltag im breiten Feld der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern zu verknüpfen, praktische Erfahrungen zu vertiefen und zu reflektieren und ein eigenes kindheitspädagogisches professionelles Selbstverständnis zu entwickeln.

 

Studienschwerpunkte

Um Profilbildungen zu ermöglichen und dem Qualifizierungsbedarf der Praxis noch zielgerichteter zu entsprechen, ist eine Schwerpunktsetzung möglich.

Absolvent_innen des Studienschwerpunktes Inklusion, Diversität und Gesellschaft (IDG) erwerben neben dem Bachelorabschluss und der staatlichen Anerkennung als Kindheitspädago-gin/Kindheitspädagoge zusätzlich den Abschluss „Fachkraft für Inklusion“ verbunden mit der staatlichen Anerkennung als "Facherzieherin/Facherzieher für Integration".

Das Studium im Überblick

Den Studierenden wird durch einen handlungsorientierten, interdisziplinär angelegten Lehr-Lern-Kontext eine breit angelegte, wissenschaftlich fundierte Qualifikation als Grundlage für die Berufsausübung als Kindheitspädagoge_in in pädagogischen Tätigkeitsfeldern der Kindertagesbetreuung, der Kinder- und Jugendhilfe, in der Grundschule, im Bereich von Beratung und Leitung, Aus- und Weiterbildung sowie in frühpädagogischen Entwicklungs- und Forschungsprojekten vermittelt.

Im Verlauf des ersten Semesters entscheiden sich die Studierenden verbindlich für einen der folgenden drei Studienschwerpunkte, welcher ab dem zweiten Fachsemester studiert wird:

  1. Leitung, Management und Organisationsentwicklung“ (LMO)
  2. Inklusion, Diversität und Gesellschaft“ (IDG)
  3. Aktuelle Themen der Kindheitspädagogik“ (ATK)

Studienschwerpunkt: Leitung, Management und Organisationsentwicklung (LMO):

Dieser Bereich umfasst 4 Module im Umfang von 35 CP. Er soll die Studierenden dazu befähigen, Institutionen im kindheitspädagogischen Arbeitsfeld (bspw. Kindertagesstätten, Träger von Kindertagesstätten, Familienzentren, Horte, Organisationen der Familienhilfe etc.) professionell aufzubauen, zu leiten und sie mit Blick auf Qualität kontinuierlich weiterzuentwickeln. Dabei ist der Schwerpunkt, neben der Vermittlung grundlegender Leitungskompetenzen, vor allem darauf ausgerichtet, Führungskräfte auszubilden, die in der Lage sind, mit einem humanistischen, weltoffenen, inklusiven, wertschätzenden und an Teilhabe orientierten Menschenbild Mitarbeiter_innen auch in multiprofessionellen Teams zu führen. In Hinblick darauf setzen alle Module auch auf Reflexion des eigenen Handelns im Berufsfeld, einen kritischen Abgleich von erlernter Theorie mit der Arbeitswirklichkeit von Leitungskräften und einem Führungskräftecoaching in Kleingruppen. Neben Qualitätsentwicklung, Personalentwicklung, Profilbildung sowie Teamentwicklung stehen daher Organisationsentwicklung, Führung sowie Coachingprozesse im Vordergrund.

 

Studienschwerpunkt: Inklusion, Diversität und Gesellschaft (IDG):

Dieser Bereich umfasst 4 Module im Umfang von 35 CP. Inklusion, Diversität und Gesellschaft sind zentrale Themen der (Kindheits-)Pädagogik. Sie sind bedeut¬sam für die nachhaltige, an den Menschenrechten orientierte Weiterentwicklung inter- bzw. transkultu¬reller, demokratischer Gesellschaften im Kontext zunehmender Globalisierung, aber auch für die erfolg¬reiche Umsetzung von Inklusion als gesamtgesellschaftlicher Verpflichtung, insbesondere für die Ent¬wicklung eines inklusiven Bildungssystems. Inklusion und Diversität ermöglichen als komplementäres Analysepaar einen mehrperspektivischen Zugang zur Auseinandersetzung mit der Komplexität gesell¬schaftlicher Machtverhältnisse. Diversität „als Relation der in-ter- und intrapersonalen Diffe¬renz(zuschreibung) und Inklusion als Relation der Teilhabe- und Exklusions-ordnung.“ (Köp¬fer/Nitschmann 2017, S. 36): Inklusion wird hier verstanden als gesamtgesellschaftlicher Reformpro¬zess. Der Fokus der Qualifizierung und Professionalisierung liegt auf der (Weiter-)Entwicklung inklusiver pädagogischer Handlungskompetenzen. Ziel ist es, sich fachlich fun¬diert, diversitätssensibel und diskriminierungskritisch damit auseinanderzusetzen, welche immateriellen und/oder materiellen Strukturen den Zugang zu und die selbstbestimmte und aktive Teilhabe/gabe von Kindern, ihren Familien und relevan-ten Bezugspersonen im Kontext von Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangeboten behindern und wie diese immateriellen und/oder materiellen Strukturen verändert werden müssen, um allen den Zugang zu qualitativ hochwertigen Bildungs-, Erziehungs- und Betreu¬ungsangeboten unabhängig von gesellschaftlich konstruierten (binären) Differenzkategorien und Merk¬malszuschreibungen zu ermöglichen. Alle Inhalte des Moduls werden konsequent einer intersektionalen Perspektive folgend auf die Dimensionen Gender, Dis-/Ability, sozio-kulturelle Heterogenität bezogen. Dieser Studienschwerpunkt umfasst Module zu entwick-lungspsychologischen Perspektiven, Entwicklungsdiagnos¬tik und beobachtenden Zugängen zur individuel-len Förderung sowie Module zu Fragen der dialogischen Qualitätsentwicklung von Teilhabe und die Gestal-tung inklusiver Bildung im Sozialraum – gerahmt von rechtlichen Grundlagen von Inklusion.

Absolvent_innen des Studienschwerpunktes Inklusion, Diversität und Gesellschaft (IDG) erwerben neben dem Bachelorabschluss und der staatlichen Anerkennung als Kindheitspädago-gin/Kindheitspädagoge zusätzlich den Abschluss „Fachkraft für Inklusion“ verbunden mit der staatlichen Anerkennung als "Facherzieherin/Facherzieher für Integration".

 

Studienschwerpunkt: Aktuelle Themen der Kindheitspädagogik (ATK):

Dieser Bereich umfasst 4 Module im Umfang von 35 CP. Die Module nehmen aktuelle Themen und Entwicklungen der Kindheitspädagogik in den Blick und befähigen die Studierenden u.a. dazu, einen systematischen Überblick über den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zu dem im Fokus stehenden Thema zu entwickeln, sich aus kindheitspädagogischer Perspektive mit fachwissenschaftlichen/gesellschaftspolitischen themenbezogenen Diskursen auseinander zu setzen und ihre differenzsensible und diskriminierungskritische Perspektive auf das im Fokus stehende Thema mit besonderer Berücksichtigung der Lebenswelt der Kinder zu schulen. Der Studienschwerpunkt ist in vier wesentliche und aufeinander aufbauende Module gegliedert. Im ersten Modul werden die aktuellen Themen der Kindheitspädagogik fachwissenschaftlich vertieft. Im zweiten Modul werden die Handlungspotentiale mit Blick auf das aktuelle Thema erarbeitet und an Beispielen konkretisiert. Im dritten Modul steht die Bedeutung des Themas mit Blick auf Gesellschaft und Sozialraum im Vordergrund, wobei hier ein Schwerpunkt auf Vernetzung und dem kindheitspädagogischen Arbeitsfeld in Hinblick auf Bildungslandschaften gelegt wird. Im vierten Modul werden schließlich rechtliche, strukturelle und organisatorische Grundlagen behandelt.

 

Den gewählten Studienschwerpunkt behalten Studierende ab dem zweiten Fachsemester und für das gesamte Studium bei. Ein Schwerpunktwechsel ist nicht möglich.

Von den o.g. drei Studienschwerpunkten werden pro Studienstart maximal zwei angeboten, aus denen gewählt werden kann. Die Entscheidung, welche beiden Studienschwerpunkte angeboten werden, wird im Rahmen der Bewerbungsphase vor Bewerbungsfrist öffentlich auf der Homepage des Studiengangs bekannt gegeben.

Zwei Studienschwerpunkte können realisiert werden, wenn sich pro Schwerpunkt mindestens fünfzehn Studierende verbindlich angemeldet haben. Bei weniger als fünfzehn Studierenden pro Studienschwerpunkt wird nur ein Studienschwerpunkt für alle Studierenden ab dem zweiten Fachsemester angeboten.

Das didaktische Konzept der Werkstattarbeit eröffnet Lehr- und Lernräume für die Entwicklung von Fragen, für Selbstbildungs- und ko-konstruktive Lernprozesse sowie für das eigenständige, entdeckende und forschende Lernen.

Die Alice Salomon Hochschule ist mit zahlreichen Spezialräumen, wie z.B. einer Medienwerkstatt oder einem Musikraum ausgestattet. Aktivitäten im Bewegungsraum, in der Lernwerkstatt Naturwissenschaft und Technik sowie in der Werkstatt für ästhetische Praxis ermöglichen die Verknüpfung von theoretisch erworbenem Wissen mit eigener Handlungspraxis. Im berlinweit ersten Beobachtungslabor können Studierende und Wissenschaftler_innen der Kindheitspädagogik die Handlungen von jungen Kindern und deren Bezugspersonen durch einen Einwegspiegel beobachten und genau auswerten. Außerdem übertragen vier Kameras die Situation auf einen Monitor, wo diese dann im Nachgang analysiert und ausgewertet werden.

Aktuell ist in fast allen Bundesländern die Berufsbezeichnung „Kindheitspädagog_in“ gesetzlich verankert und mit einer staatlichen Anerkennung verbunden. Damit etabliert sich ein neuer Beruf in Deutschland. Zunehmend finden Kindheitspädagog_innen ihren Weg in Feldern der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Familien.

Der Studiengangstag Pädagogik der Kindheit - ein Zusammenschluss aller kindheitspädagogischen Studiengänge in Deutschland - hat gemeinsam ein Berufsprofil entwickelt und verabschiedet. Verschiedene möglichen Arbeitsfelder finden Sie im Dokument Berufsperspektiven für Absolvent_innen.

Die Regelstudienzeit beträgt sechs Semester. Nach bestandener Prüfung verleiht die ASH Berlin den akademischen Grad Bachelor of Arts. Die staatliche Anerkennung als Kindheitspädagog_in wird auf Grundlage des Sozialberufe-Anerkennungsgesetz auf Antrag von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie vergeben.

Absolvent_innen des Studienschwerpunktes Inklusion, Diversität und Gesellschaft (IDG) erwerben neben dem Bachelorabschluss und der staatlichen Anerkennung als Kindheitspädago-gin/Kindheitspädagoge zusätzlich den Abschluss „Fachkraft für Inklusion“ verbunden mit der staatlichen Anerkennung als "Facherzieherin/Facherzieher für Integration".

Das Studium ist frei von Studiengebühren, es ist lediglich ein Semesterbeitrag zu entrichten.

Frühpädagogische Abende im WiSe 2023/24 (digital)

Die frühpädagogischen Abende zu wechselnden Themen finden in Kooperation mit der Universität Leipzig jeweils donnerstags von ca. 17 bis 18:45 Uhr im digitalen Raum statt (s. Flyer).

Für das Wintersemester 2023/24 erfolgt die Anmeldung über das verfügbare Anmeldeformular auf der Website der "Werkstatt frühe  Bildung" der Universität Leipzig  (https://www.erzwiss.uni-leipzig.de/institut-fuer-paedagogik-und-didaktik-im-elementar-und-primarbereich/einrichtungen/lernwerkstaetten/werkstatt-fruehe-bildung)

Die Frühpädagogischen Abende richten sich an Studierende,  Fachschüler_innen, pädagogische Fachkräfte, Fachberater_innen,  Lehrende an Fachschulen und Universitäten sowie weitere Interessierte an frühpädagogischen Themen.

Die Teilnahme ist kostenlos.

Wenn Sie eine Teilnahmebescheinigung für die Abendvorlesung haben möchten, melden Sie sich bitte bei: fruehpaed.abendvorlesung@ ash-berlin.eu

Die von den Dozent_innen nach den Vorträgen zur Verfügung gestellten Materialien und Vorträge können Sie gern abrufen.

Kinderforscherzentrum HELLEUM

Das HELLEUM ist ein innovativer Lernort der naturwissenschaftlichen Bildung im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Kinder und Erwachsene können in der großzügigen, nach modernsten pädagogischen Erkenntnissen gestalteten Lernwerkstatt Naturwissenschaften und Technik forschend entdecken und erleben. Darüber hinaus vernetzt und qualifiziert das HELLEUM pädagogische Fachkräfte und Einrichtungen regional und überregional. Es bietet großzügigen Raum für Projekttage, Workshops, Fortbildungen und Tagungen.

Das Kinderforscherzentrum HELLEUM ist ein Kooperationsprojekt des Bezirksamts Marzahn-Hellersdorf, Abteilung Schule, Sport, Finanzen und Personal, der Alice Salomon Hochschule Berlin und der Außenstelle Marzahn-Hellersdorf der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft.

Aktuelle Fachtexte für Lehre und Studium in der Frühpädagogik

KiTa-Fachtexte ist eine Kooperation des FRÖBEL e. V. und der Alice Salomon Hochschule (ASH) Berlin. Das Portal bietet praxisbezogene Studientexte zu insgesamt zehn Themenfeldern, die von Expert_innen aus dem Feld der frühen Bildung verfasst werden. Kita-Fachtexte unterstützt damit die Professionalisierung frühpädagogischer Fachkräfte in Deutschland. Mit dem zusätzlichen Angebot in englischer Sprache ermöglicht Kita-Fachtexte einen Einblick in Theorie und Praxis frühkindlicher Bildung in Deutschland für ein internationales Fachpublikum. Alle Kita-Fachtexte sind frei zugänglich und können kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Rahel Dreyer

Kontakt: Barbara Leitner, fachtexte@ avoid-unrequested-mailsash-berlin.eu